Aktien, Euro, Öl Deutsches Dümpel-Quartal stoppt Dax

Der Aktienmarkt ist angesichts schwacher deutscher Konjunkturdaten nach drei Handelstagen mit Kursgewinnen erneut auf Talfahrt gegangen. Der Dax rutscht wieder unter die 6000-Punkte-Marke. Zeitweise kam Rezessionsangst an der Börse auf.
Sorgenvolle Mienen: Die Zahlen zum deutschen Wirtschaftswachstum kamen an der Börse nicht gut an

Sorgenvolle Mienen: Die Zahlen zum deutschen Wirtschaftswachstum kamen an der Börse nicht gut an

Foto: DPA

Frankfurt am Main - Das Miniwachstum der deutschen Wirtschaft hat den Dax am Dienstag ausgebremst. Das deutsche Bruttoinlandsprodukt legte von April bis Juni im Vergleich zum ersten Vierteljahr nur noch um 0,1 Prozent zu und verstärkte damit die weltweiten Rezessionsängste der Anleger. Der Dax  ging in der Folge nach drei Handelstagen mit Kursgewinnen wieder auf Talfahrt und schloss am Ende 0,5 Prozent schwächer bei 5994 Punkten. "Nun ist klar, dass sich auch Deutschland der weltweiten Abkühlung nicht entziehen kann", sagte Aktienstratege Christian Schmidt von der Helaba.

Für den MDax  der mittelgroßen Werte ging es am Dienstag um 1,81 Prozent auf 9149,12 Punkte bergab. Der Technologiewerteindex TecDax  verlor 1,92 Prozent auf 742,18 Punkte.

Bemerkbar machten sich die Rezessionsängste im Dax vor allem bei den konjunktursensiblen Aktien der Autohersteller und -zulieferer. Die Anteilsscheine von Volkswagen  , BMW  und Daimler  büßten im Dax zeitweise zwischen 3,1 bis 5,3 Prozent ein, erholten sich bis zum Handelsende aber wieder etwas. Die Volkswagen-Titel retteten sich mit einem Plus von 0,4 Prozent sogar noch auf die Gewinnerseite.

Die Aktien des Münchener Konzerns Infineon (Kurswerte anzeigen), der zahlreiche Chips für die Autoindustrie lieferte - gehörte hingegen mit einem Abschlag von 2,2 Prozent auf 6,06 Euro zu den größten Dax-Verlierern. Zudem trennten sich viele Anleger nach der Insolvenz der US-Solarfirma Evergreen Solar von deutschen Solarwerten. "Das ist kein gutes Signal für hiesige Solarfirmen, die genauso unter dem globalen Kosten- und Preisdruck leiden", sagte ein Händler. Der Aktienkurs von Solarworld  fiel um 5,4 Prozent. Die Titel von Phoenix Solar (Kurswerte anzeigen) und SMA Solar gaben sogar um 4 sowie 2,7 Prozent nach. Der Ökodax büßte 1,8 Prozent ein.

Der Kurs des Euro (Kurswerte anzeigen) ist am Dienstag belastet durch schwache Konjunkturdaten aus Deutschland gefallen. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde mit 1,4393 US-Dollar gehandelt. Im frühen Handel hatte der Euro noch 1,4471 Dollar gekostet. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,4360 (Montag: 1,4309) Dollar festgesetzt. Ein Dollar kostete damit 0,6964 (0,6989) Euro.

Die deutschen Staatsanleihen haben am Dienstag nach unerwartet guten US-Konjunkturdaten nur noch leichte Gewinne verzeichnet. Der richtungweisende Euro-Bund-Future stieg am frühen Abend um 0,02 Prozent auf 132,96 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag bei 2,323 Prozent.

kst/rtr/dpa-afx
Mehr lesen über