Aktien, Euro, Öl Dax erobert 6000-Punkte-Marke zurück

Kursgewinne am dritten Tag in Folge: Der deutsche Aktienleitindex Dax hat seinen jüngsten Erholungstrend fortgesetzt. das Frankfurter Börsenbarometer eroberte die 6000-Punkte-Marke zurück. Besonders gefragt waren die Aktien von MAN.
Entspannte Gesichter: Auf dem Parkett herrscht wieder bessere Stimmung

Entspannte Gesichter: Auf dem Parkett herrscht wieder bessere Stimmung

Foto: DPA

Frankfurt am Main - Durchatmen am deutschen Aktienmarkt: Nach den Turbulenzen der vergangenen Wochen ist der Dax  am Montag wegen der Hoffnung auf eine Entspannung der europäischen Schuldenkrise zeitweise um 1,8 Prozent geklettert. Am Ende stand immerhin noch ein Plus von 0,4 Prozent auf 6022 Punkte, womit der deutsche Leitindex den dritten Handelstag in Folge zulegte. Der EuroStoxx 50  gewann 0,7 Prozent, die Wall Street lag zu Börsenschluss in Europa ebenfalls fester.

Der geplante Kauf des Handykonzerns Motorola Mobility durch Google (Kurswerte anzeigen) schürte an der Weltleitbörse in New York die Hoffnung auf weitere Fusionen. Neue Konjunkturdaten enttäuschten jedoch die Börsianer und bremsten die Aufwärtstendenz. Die Industrie im Bundesstaat New York verlor im August überraschend an Boden. Der Index für das Verarbeitende Gewerbe fiel auf minus 7,72 Punkte von minus 3,76 Zählern im Juli. Die Daten gelten als Frühindikator für die gesamte Industrie in den USA. Der Dow-Jones-Index  der Standardwerte stieg bis zum frühen Nachmittag in New York um 1,3 Prozent auf 11.416 Punkte.

"Die Sorgen, die zu dem Ausverkauf geführt haben, sind eben nicht verschwunden", warnten die Analysten der Close Brothers Seydler Bank mit Blick auf die neuen Konjunkturdaten. Jede neue Entwicklung in der Schuldenkrise in Europa oder den USA könne schnell wieder zu neuen Verwerfungen führen.

Im Dax zogen vor allem Bankenwerte an. Händler machten dafür die Leerverkaufsverbote in einigen europäischen Ländern, aber auch eine technisch bedingte Erholung verantwortlich. Die Aktien der Commerzbank (Kurswerte anzeigen) und der Deutschen Bank (Kurswerte anzeigen) gewannen in der Spitze 4,2 beziehungsweise 3,4 Prozent.

An der Börse in Paris legten die Aktienkurse von Credit Agricole  , Societe Generale und BNP Paribas (Kurswerte anzeigen) zwischen 0,8 und 3,3 Prozent zu. "Die Märkte - und vor allem die Bankenwerte - waren völlig überverkauft, schon allein aus dieser Sicht ist eine leichte Erholung überfällig", sagte ein Händler. Die Finanzwerte zählten in der Vorwoche zu den größten Verlierern: Titel der Societe Generale büßte elf, die Deutsche Bank 9 Prozent ein.

Auf Erholungskurs gingen auch Eon- Papiere , die in der vergangenen Woche im Sog enttäuschender Quartalszahlen um 14 Prozent abgesackt waren. Dazu trug Händlern zufolge auch bei, dass das Unternehmen Kreisen zufolge Teile von Ruhrgas verkaufen will. Eon-Aktien legten gut 3 Prozent zu. Seit Tagen wird darüber spekuliert, dass Eon-Chef Teyssen Teile der Geschäfte von Ruhrgas mit der in Düsseldorf ansässigen Tochter Energy Trading verschmelzen könnte, die ebenfalls mit Gas handelt.

An der Wall Street ließ ein Megazukauf des Internetkonzerns Google (Kurswerte anzeigen) die Sorgen über die Schuldenkrisen dies- und jenseits des Atlantiks in den Hintergrund treten. Google gab bekannt, den Handy-Hersteller Motorola Mobility für 12,5 Milliarden Euro zu übernehmen. Dessen Papiere schossen um 58 Prozent in die Höhe. Googles Anteilsscheine gaben hingegen um 2,8 Prozent nach. "Google versucht offenbar seine Plattform wettbewerbsfähiger zu machen", sagte Analyst Jari Honko von der Swedbank. "Sicher setzt Google vor allem auf die Patente, die Motorola hält." Die hochkochenden Übernahmefantasien trieben Nokia-Aktien Nokia  bis zu 14 Prozent nach oben.

Der Kurs des Euro (Kurswerte anzeigen) ist am Montag gestützt durch schwache US-Konjunkturdaten deutlich gestiegen. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde mit 1,4457 US-Dollar gehandelt. Im Mittagshandel hatte der Euro noch unter der Marke von 1,43 Dollar notiert. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,4309 (Freitag: 1,4250) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,6989 (0,7018) Euro.

"Der deutlich schwächer als erwartet ausgefallene Frühindikator für die Region New York hat den Dollar belastet", sagte Rainer Sartoris, Devisenexperte beim Bankhaus HSBC Trinkaus.

Die Ölpreise haben sich am Montag im Handelsverlauf wieder aufgerappelt und zuletzt fest tendiert. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent  zur September-Lieferung stieg zuletzt im Vergleich zum Handelsschluss am Freitag um 1,27 Dollar auf 109,03 US-Dollar. Ein Barrel der US-Sorte WTI (West Texas Intermediate) kletterte um 1,61 Dollar auf 87,30 Dollar.

Die Kurse deutscher Staatsanleihen haben am Montag im späten Handel leichte Verluste verzeichnet. Der richtungweisende Euro-Bund-Future sank zuletzt um 0,02 Prozent auf 132,94 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag bei 2,325 Prozent. Die anhaltende Entspannung an den Finanzmärkten habe die Kurse deutscher Staatsanleihen belastet, sagten Händler.

cr/dpa-afx
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