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Gold: Schwarze Zeiten, goldene Zeiten

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Wochenausblick Anleger schauen auf Politik - und Gold

Die Börse dürfte auch in der kommenden Woche von Extremen geprägt sein. Umso bedeutsamer sind die Aussagen der Politiker, zum Beispiel auf dem deutsch-französischen Gipfel am Dienstag. Profitieren dürfte von dieser Entwicklung vor allem der Goldpreis.

Angesichts der starken Unsicherheit der Anleger dürfte den Börsen auch in der neuen Woche eine Berg- und Talfahrt bevorstehen. "Das Geschehen an den Aktienmärkten ist derzeit von extremer Nervosität geprägt", sagt Helaba-Analyst Markus Reinwand.

Lange Zeit seien die Anleger an den Aktienmärkten trotz Schuldenkrise und zunehmender konjunktureller Ermüdungserscheinungen ausgesprochen gelassen gewesen. "Jetzt korrigieren die Marktteilnehmer schlagartig ihre zu hohen Wachstums- und Gewinnerwartungen." Nicht nur angesichts der noch frischen Erinnerung an die massiven Kursverluste im Zuge der letzten großen Rezession könne daraus eine sich selbst verstärkende Abwärtsspirale entstehen, fürchtet Reinwand. Nach Einschätzung der Experten der Landesbank Berlin (LBB) könnten zudem negative Konjunkturdaten für weitere Kursverluste sorgen.

Sollte sich die Schuldenkrise in Europa noch verschärfen oder die Wirtschaft in den USA neue Schwächezeichen aufweisen, erscheine ein Test der Jahrestiefststände durchaus in Reichweite, schreiben sie. Nach der rasanten Talfahrt der vergangenen Wochen halten die Analysten aber auch eine technische Gegenreaktion für jederzeit möglich. Zum Wochenausklang hatte das Verbot von Leerverkäufen in einigen europäischen Ländern für Entspannung am Aktienmarkt gesorgt: Der deutsche Leitindex Dax  schloss am Freitag 3,5 Prozent höher bei 5997 Zählern und ging damit wieder auf Tuchfühlung zur Marke von 6.000 Punkten. Auf Wochensicht verlor er dennoch gut 4 Prozent.

Von den Eurozonen-Mitgliedern erwarten die Anleger nun vor allem starke politische Signale, wie sie die Schuldenkrise überwinden wollen. Eine nachhaltige Erholung auf dem Aktienmarkt könne es erst dann geben, wenn die Prämien für Kreditausfall-Versicherungen (Credit Default Swaps, CDS) nach unten gingen, sagte Ingo Mainert, europäischer Investmentchef (CIO) bei Allianz Global Investors/RCM, zu Reuters. "Und dafür brauchen wir überzeugende Antworten der Politik."

Italiens Regierung beschloss am Freitagabend in einer Sondersitzung ein Paket aus Kostensenkungen und Steuererhöhungen im Volumen von 45,5 Milliarden Euro für die kommenden zwei Jahre. Zugleich erneuerte Wirtschafts- und Finanzminister Giulio Tremonti seinen Ruf nach gemeinsamen europäischen Anleihen. Seine deutschen Amtskollegen Wolfgang Schäuble und Philipp Rösler sprachen sich am Wochenende jedoch gegen solche Euro-Bonds aus. Das zeigt, wie gespalten die Länder mit Blick auf das weitere Vorgehen in der Schuldenkrise sind. Bundeskanzlerin Angela Merkel reist auch deshalb am Dienstag nach Paris, um sich mit Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy zu beraten. Dabei wollen sie auch Vorschläge für eine bessere wirtschaftspolitische Steuerung der Euro-Zone prüfen. Neben dem Treffen dürften am Dienstag zudem die Daten zum Bruttoinlandsprodukt Deutschlands und Europas im Fokus der Märkte stehen.

Da neben den Euroraum-Sorgen auch die Furcht vor einem Rückfall der USA in die Rezession einer der Gründe für die drastischen Verluste der vergangenen Wochen war, wird zudem der Gesundheitszustand der weltgrößten Volkswirtschaft derzeit genau unter die Lupe genommen. Hinweise hierauf erhoffen sich Börsianer unter anderem vom Konjunkturindex der Federal Reserve Bank von Philadelphia und den Frühindikatoren am Donnerstag. Bei ersterem rechnen Analysten mit einem Anstieg, bei letzterem mit einem leichten Rückgang. Beim Konjunkturindex der Fed von New York (Montag) rechnet der Markt bislang ebenfalls mit einem Plus.

Als Indikator für die Konjunktur gelten auch die Geschäftszahlen großer Computerkonzerne wie Dell  oder Hewlett-Packard , die ihre Zahlen am Dienstag beziehungsweise Donnerstag vorlegen wollen. In Deutschland stehen nur Zwischenbilanzen von Firmen aus der zweiten und dritten Reihe auf der Tagesordnung. Hierzu gehören am Mittwoch Hochtief  sowie am Donnerstag Kabel Deutschland und Air Berlin .

got/rtr
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