Fotostrecke

Dax 2011: Nur noch 3 Dax-Werte seit Jahresstart im Plus

Foto: Frank Rumpenhorst/ dpa

Erholung verpufft Dax setzt schwarze Serie fort

Gerüchte um eine Herabstufung der französischen Kreditwürdigkeit schockten am Mittwoch die Aktienhändler. Wieder zog es die Börsenbarometer in die Tiefe. Deutschlands Aktienleitindex Dax hat weitere 5 Prozent seines Werts verloren- und Börsenprofis rechnen bald mit noch größeren Verlusten.

Frankfurt am Main - Die Hoffnung auf eine Erholung am Aktienmarkt ist am Mittwoch im Keim erstickt worden: Nach kurzer Erholung im Morgenhandel brach der deutsche Leitindex Dax (Kurswerte anzeigen) erneut ein und schloss mit einem Minus von 5,13 Prozent bei 5613,42 Punkten. "Es machten Gerüchte die Runde über eine mögliche Rating-Abstufung von französischen Staatsanleihen", begründete Händler Andreas Lipkow von der Wertpapierhandelsbank MWB Fairtrade die Verluste. Ein rasches Dementi aus Paris änderte nicht viel.

Besonders hohe Kursverluste verbuchte dann auch die Börse in Paris: Zu Börsenschluss lag der CAC40 mit 5,45 Prozent im Minus. Insbesondere die Aktionäre französischer Banken erlebten einen schwarzen Börsentag. Es sieht so aus, als ob der Markt die Auswirkungen der griechischen Schulden auf die französischen Banken im Blick hat", sagte die spanische Analystin Soledad Pellon Bannatyne von IG Markets.

Wenig besser zudem das Bild an den anderen bedeutenden Börsenplätzen der Welt. Der FTSE-100 (Kurswerte anzeigen) an der Börse in London schloss mit 3,1 Prozent im Minus, der Ibex-35 an der Madrider Börse mit minus 5,5 Prozent. Der FTSE-Mib in Mailand lag bei Börsenschluss mit 6,6 Prozent im Minus und war damit so schlecht wie zuletzt auf dem Höhepunkt der Finanzkrise 2009. An der New Yorker Wall Street lag der Dow Jones (Kurswerte anzeigen) gegen Mittag um 3,9 Prozent unter dem Vortagesschlusswert.

Das bedeutendste deutsche Börsenbarometer Dax (Kurswerte anzeigen) hat dennoch mit dem neuerlichen Einbruch nun den elften Handelstag in Folge im Minus geschlossen. So starke Verluste wie am Mittwoch mit mehr als 300 Punkten gab es in dieser Zeit nur zu Wochenbeginn, als der Dax  rund 313 Zähler abgab. Der MDax  verlor 2,86 Prozent auf 8532,70 Punkte und der TecDax  büßte 1,52 Prozent auf 690,32 Punkte ein. Einzelnachrichten und Quartalsbilanzen rückten erneut in den Hintergrund.

Bis Handelsschluss konnten sich nur drei Unternehmen im deutschen Aktien-Leitindex in der Gewinnzone halten. Fresenius -Titel  gewannen 2,7 Prozent auf 64,60 Euro, Henkel -Anteile  verteuerten sich um 2,7 Prozent auf 42,67 Euro und die Papiere von Fresenius Medical Care  legten um 0,5 Prozent auf 46,26 Euro zu. Die Verliererliste war dagegen lang. Stark büßten die Aktionäre von HeidelbergCement (Kurswerte anzeigen) ein, deren Investments um 8,7 Prozent auf 30,01 Euro an wert verloren. Noch härter traf es erneut die Aktionäre der Energiewerte: So verloren RWE-Aktien  9,7 Prozent auf 25,95 Euro und Eon -Anteile  verbilligten sich um 11 Prozent auf 13,82 Euro. Beide Unternehmen leiden zusätzlich zur Finanzkrise auch noch unter dem deutschen Atomausstieg.

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 2,09 (Vortag: 2,07) Prozent. Der Rentenindex Rex rückte um 0,09 Prozent auf 127,91 Punkte vor. Der Bund Future gewann kräftige 1,45 Prozent auf 134,33 Punkte. Der Kurs des Euro  fiel bis zum Abend wieder deutlich unter 1,43 US-Dollar und pendelte zuletzt um die Marke von 1,42 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag noch auf 1,4367 (Dienstag: 1,4267) Dollar festgesetzt. Ein Dollar kostete damit 0,6960 (Dienstag: 0,7009) Euro.

Verwandte Artikel