Fluchtwährung Panik treibt Goldpreis weiter an

Die Talfahrt an den Aktienmärkten heizt die Rekordjagd des Goldpreises weiter an. Nur einen Tag, nachdem der Preis erstmals auf mehr als 1700 Dollar je Feinunze stieg, legte er um weitere 70 Dollar zu. CDU- und FDP-Politiker fordern die EU-Schuldenstaaten bereits zum Gold-Verkauf auf.
Goldbarren: Anleger flüchten weiter in den "sicheren Hafen" Gold

Goldbarren: Anleger flüchten weiter in den "sicheren Hafen" Gold

Foto: ARND WIEGMANN/ REUTERS

Singapur/Berlin - Der Preis für eine Feinunze (etwa 31 Gramm) Gold stieg in der Spitze bis auf 1771,05 Dollar. Im frühen asiatischen Handel hatte die Feinunze noch 1716,01 Dollar gekostet. Erst am Montag hatte der Goldpreis erstmals die Marke von 1700 Dollar überschritten.

Die Investoren reagierten damit auf die anhaltende Verunsicherung am Markt, nachdem die Ratingagentur Standard & Poor's die Kreditwürdigkeit der USA heruntergestuft hatte. "Die Märkte sind sehr besorgt, dass es zu einer globalen Rezession kommen kann", sagte Natalie Robertson, Analystin bei ANZ.

Angesichts des hohen Goldpreises haben Politiker der schwarz-gelben Regierungskoalition bereits die Krisenländer im Euro-Raum aufgefordert, Reserven zu veräußern. "Sie müssen ihre Haushalte in Ordnung bringen, dazu zählen Privatisierungen und damit auch die Auflösung ihrer Goldreserven", sagte der Vize-Fraktionschef der Union Michael Fuchs der "Financial Times Deutschland".

Auch der FDP-Finanzpolitiker Frank Schäffler sagte der Zeitung: "Ich halte den Verkauf von Gold durch die Schuldenstaaten sowie die Hinterlegung der Goldreserven als Sicherheit bei der EZB für eine Notwendigkeit". "Grundsätzlich sollten diese Länder ihre Vermögen aufbrauchen, bevor sie die Hilfe anderer anfragen." Der finanzpolitische Sprecher der Union, Klaus-Peter Flosbach, habe ebenfalls dafür plädiert, die Goldreserven von Krisenländern zur Besicherung von Hilfen einzusetzen, berichtete die Zeitung weiter.

mg/dpa/rtr

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