Krisenwährung Rekordjagd beim Goldpreis

Der Goldpreis hat nach der Abstufung der Kreditwürdigkeit der USA durch die US-Ratingagentur Standard and Poor's seine Rekordjagd fortgesetzt. Bank- und Analystenhäuser heben reihenweise ihre Kurzsziele an.
Goldpreis: Die Angstwährung klettert weiter

Goldpreis: Die Angstwährung klettert weiter

Foto: ARND WIEGMANN/ REUTERS

Der Goldpreis hat nach der Abstufung der Kreditwürdigkeit der USA durch die US-Ratingagentur Standard and Poor's (S&P) zu einer rasanten Rekordjagd angesetzt. Die Sorge vor einer Eskalation der Schuldenkrise trieb den Preis für eine Feinunze (etwa 31 Gramm) am Montag erstmals über die Marke von 1.700 US-Dollar auf ein neues Rekordhoch bei 1.715,01 Dollar.

Als Reaktion auf den aktuellen Höhenflug erhöhten Banken am Morgen die Prognosen für den Goldpreis. Die Schuldenkrise und die Sorge vor einem Abflauen der Weltwirtschaft ließen den Goldpreis seit Beginn des Jahres um etwa 20 Prozent ansteigen.

In einer ersten Reaktion auf den aktuellen Höhenflug erhöhte die US-Großbank Goldman Sachs ihre Prognose für den Goldpreis. In den kommenden zwölf Monaten erwarten die Experten laut einer am Morgen veröffentlichten Studie einen Anstieg auf 1.860 Dollar die Feinunze. Goldman Sachs erhöhte damit den vorangegangenen Ausblick um 7,5 Prozent.

Experten vom indischen Rohstoffhandelshaus Kotak erwarten laut einer am Morgen veröffentlichten Stellungnahme bis zum Jahresende einen Anstieg des Goldpreises auf 1.800 Dollar.

Auch die Experten der DekaBank erwarten in den kommenden Monaten einen weiter steigende Goldpreis. Derzeit sei "weder für Europa noch für die USA eine nachhaltige und tragfähige Lösung für die Schuldenproblematik in nächster Zeit absehbar", hieß es. "Die Unsicherheit wird noch lange anhalten."

Die DekaBank änderte daher ebenfalls die Prognose für den Goldpreis. Für das laufende Jahr erwarten die Expertin Dora Borbely einen Durchschnittspreis von 1.540 Dollar und 2012 von 1.660 Dollar.

Neben dem Goldpreis ist auch der Preis für Silber am Morgen stark gestiegen. Der Preis für die Feinunze Silber kletterte um 1,43 Dollar die Unze auf 39,71 Dollar. Preistreiber sei auch beim Silber die Suche der Anleger nach vermeintlich sicheren Häfen, hieß es bei der DekaBank

la/dpa-afx