Trotz Verlust der Topbonität US-Staatsanleihen bleiben gefragt

Trotz der Abstufung durch die Ratingagentur Standard & Poor's bleiben US-Staatsanleihen gefragt: Die Kurse steigen, die Renditen der Papiere gehen deutlich zurück. Anleger haben angesichts der Schuldenkrise in Europa kaum Alternativen.
New Yorker Wall Street: Moody's schließt Abstufung nicht aus

New Yorker Wall Street: Moody's schließt Abstufung nicht aus

Foto: Jin Lee/ AP

Frankfurt am Main/New York - Die Kurse von US-Staatsanleihen sind am Montag im frühen europäischen Handel trotz der Herabstufung der Kreditwürdigkeit der USA merklich gestiegen. Die Rendite von zweijährigen US-Anleihen fiel gar auf ein Allzeittief. Aber auch in den übrigen Laufzeiten gingen die Renditen merklich zurück.

Zweijährige Anleihen kletterten um 2/32 Punkte auf 100 7/32 Punkte. Sie rentierten mit 0,256 Prozent. Fünfjährige Anleihen stiegen um 8/32 Punkte auf 101 15/32 Punkte. Sie rentierten mit 1,197 Prozent. Richtungsweisende zehnjährige Anleihen verteuerten sich um 4/32 Punkte auf 105 4/32 Punkte. Sie rentierten mit 2,529 Prozent. Longbonds mit einer Laufzeit von dreißig Jahren verteuerten sich um 11/32 Punkte auf 109 22/32 Punkte. Sie rentierten mit 3,825 Prozent.

Die Ratingagentur Standard & Poor's hatte den USA am vergangenen Freitag nach Börsenschluss ihre Bestnote aberkannt. Trotz dieser Entscheidung werden US-Staatsanleihen weiter als "sicherer Hafen" gesucht. Sie profitierten von den Aktienmarktverlusten in Asien und Europa, schreibt die Commerzbank in einem Kommentar.

Moody's schließt Abstufung nicht aus

Investoren haben keine Alternative zu den US-Staatsanleihen. Mit einem Volumen von fast zehn Billionen Dollar sind die Papiere das dominierende Produkt im Anleihensegment - Investoren, die aus US-Staatsanleihen aussteigen wollen, werden Mühe haben, ihr Geld anderswo unterzubringen.

Unterdessen hat die Ratingagentur Moody's eine Herabstufung der Kreditwürdigkeit der USA vor 2013 nicht ausgeschlossen. Dieser Schritt sei möglich, wenn die USA nicht ausreichend sparten oder die Wirtschaft deutlich an Schwung verlöre, kündigte Moody's an und wiederholte damit eine frühere Warnung.

Die Entscheidung von vergangener Woche, die Bestnote AAA für die USA beizubehalten, basiere auf der Annahme, dass bis 2013 weitere Schritte zur Senkung des Defizits folgten. Außerdem werde erwartet, dass sich die Wirtschaftserholung fortsetze.

mg/dpa-afx/rtr
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