Börse IBM und US-Häuserdaten stützen Dax

Die Zahlen von IBM sowie robuste Daten vom US-Häusermarkt stützen den Dax. Dagegen belasten enttäuschende Zahlen von Goldman Sachs Finanztitel. Anleger warten nun auf die Zahlen von Apple, die nach US-Börsenschluss bekannt gegeben werden. Die Erwartungen sind hoch.
Frankfurter Bankenviertel: Die Unruhe um den europäischen Stresstest legt sich

Frankfurter Bankenviertel: Die Unruhe um den europäischen Stresstest legt sich

Foto: dpa/dpaweb

New York/Frankfurt am Main - Der deutsche Aktienmarkt hat am Dienstag zur Erholung angesetzt und ist dabei von erfreulichen Quartalszahlen des US-Konzerns IBM  gestützt worden. Zudem waren Daten zum US-Immobilienmarkt positiv ausgefallen. Enttäuschende Geschäftsergebnisse der US-Bank Goldman Sachs  Sachs konnten somit einigermaßen kompensiert werden.

Der deutsche Leitindex Dax  schloss mit einem Plus von 1,19 Prozent auf 7192 Punkten, konnte damit seinen Vortagsverlust von 1,5 Prozent aber nicht vollständig wettmachen. Der MDax (Kurswerte anzeigen) mittelgroßer Werte legte um 0,5 Prozent auf 10.628 Punkte zu. Der TecDax  gewann 2,37 Prozent auf 838,64 Punkte.

Der EuroStoxx stieg um 1,34 Prozent auf 2657,45 Punkte und auch die Leitindizes in Paris und London legten zu. Die US-Börsen zeigten sich zum Handelsschluss in Europa ebenfalls fest.

Es seien vor allem die positiven Zahlen des IT-Konzerns IBM gewesen, die dem Markt Auftrieb gegeben hätten, sagte Marktanalyst Gregor Kuhn von IG Markets. Selbst der schlechter als erwartet ausgefallene ZEW-Konjunkturindex habe die Erholungsbewegung im Grunde nicht bremsen können.

Deutsche Bank erholt - doch Goldman Sachs sorgt für Unruhe

Die zuletzt gebeutelten Finanzwerte konnten sich nach den deutlichen Vortagsverlusten nur teilweise erholen. Die Aktien der Deutschen Bank  schlossen mit plus 1,63 Prozent auf 36,455 Euro, die der Munich Re gewannen 2,99 Prozent auf 101,70 Euro und die der Allianz 1,76 Prozent auf 89,38 Euro.

Das lag daran, dass Goldman Sachs wegen der Unruhen an den Finanzmärkten schwache Quartalszahlen vorgelegt hatte und auch die Bank of America wegen zwielichtiger Hypothekengeschäfte aus der Vergangenheit wie erwartet einen riesigen Quartalsverlust gemeldet hatte. Zudem gibt es laut EU-Diplomaten kurz vor dem Krisengipfel zu Griechenland eine wachsende Unterstützung für eine Finanzsteuer, die allen Banken auferlegt werden könnte.

Der Chef des Instituts der Wirtschaftsprüfer, Klaus-Peter Naumann, sagte außerdem, dass er derzeit von einem Zwang zu Wertberichtigungen auf griechische Anleihen ausgehe. "Die Commerzbank trägt hier in Deutschland die größten Risiken", kommentierte ein Händler. Deren Anteilsscheine büßten knapp ein Prozent ein.

SAP und Infineon nach IBM-Zahlen gefragt

Im Technologiesektor legten die Titel des Softwarekonzerns SAP  in Reaktion auf IBM um 1,78 Prozent auf 41,100 Euro zu und die Aktien des Halbleiterherstellers Infineon  stiegen als Dax-Favorit um 4,84 Prozent auf 7,447 Euro.

Die Aktien des SAP-Konkurrenten Software AG und die von Dialog Semiconductor legten sogar jeweils um rund 7 Prozent zu. IBM hatte sowohl beim Gewinn als auch beim Umsatz die Analystenerwartungen übertroffen und die Jahreserwartung für den Gewinn angehoben.

Großauftrag für Phoenix Solar

Im TecDax schnellten die Aktien von Drägerwerk (Kurswerte anzeigen) um 7 Prozent in die Höhe. Der Medizin- und Sicherheitstechnikhersteller erhöhte nach einem starken ersten Halbjahr seine Ergebnisprognose für 2011. Händler hoben unter anderem die gestiegene Erwartung für die Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern (Ebit-Marge) hervor. Diese sieht das TecDax-Unternehmen nun bei 8,00 bis 9,50 Prozent.

Zudem kletterten Aktien von Phoenix Solar (Kurswerte anzeigen) nach einem Großauftrag um 2,8 Prozent. Der für die Solarindustrie produzierende Anlagenbauer hatte am Morgen mitgeteilt, Solarkraftwerke mit insgesamt 24 Megawatt Spitzenleistung in Frankreich zu bauen. Nach Unternehmensangaben ist das der bisher größte Auslandsauftrag. "Gute Nachrichten für Solarunternehmen sind derzeit selten, das dürfte den Anlegern also gefallen", sagte ein Händler.

Euro steigt über 1,42 Dollar

Der Kurs des Euro (Kurswerte anzeigen) erholte sich deutlich und stieg zeitweise über die Marke von 1,42 Dollar. Händler nannten unter anderem eine erfolgreiche Auktion spanischer Staatsanleihen als Ursache für die Kauflaune.

Am deutschen Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 2,47 (Vortag: 2,40) Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,19 Prozent auf 125,38 Punkte. Der Bund Future verlor 0,27 Prozent auf 129,09 Punkte.

Am späten Vormittag hatte Spanien erfolgreich Geldmarktpapiere zu allerdings steigenden Renditen platziert. Die spanische Notenbank platzierte 4,45 Milliarden Euro. Angestrebt war eine Summe zwischen 3,5 bis 4,5 Milliarden Euro. Nach der Auktion kam es zu einer deutlichen Entspannung der Lage an den europäischen Anleihenmärkten mit einem kräftigen Rückgang der Risikoaufschläge der richtungsweisenden 10-jährigen Anleihen aus Spanien, Italien und Griechenland.

Ölpreis legt zu

Die Ölpreise stiegen leicht mit der Aussicht auf fallende Ölreserven zur Sommerurlaubszeit in den USA. Ein Fass (159 Liter) Rohöl der Nordseesorte Brent  zur Auslieferung im September kostete im asiatischen Handel 116,35 US-Dollar. Das waren 30 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur August-Lieferung stieg um 28 Cent auf 96,21 Dollar.

ak/rtr/dpa-afx/dapd