Börsenausblick US-Großkonzerne lassen sehen

2,5 Prozent hat der Dax in der Vorwoche an Wert verloren - die Schuldenkrisen in Europa und den USA halten Anleger im Bann. Für Impulse dürften außerdem Zahlen von US-Konzernen sorgen: IBM, Goldman Sachs, Apple, Intel, GE und Microsoft geben Auskunft über das abgelaufene Quartal.
Zahlenreigen: IBM, Intel, GE, Apple, Microsoft und Goldman Sachs geben Auskunft, wie ihre Geschäfte laufen - und im Gegensatz zu einigen Schuldenstaaten geht es vielen global aufgestellten Konzernen ausgesprochen gut. Viele profitieren auch vom schwachen Dollar

Zahlenreigen: IBM, Intel, GE, Apple, Microsoft und Goldman Sachs geben Auskunft, wie ihre Geschäfte laufen - und im Gegensatz zu einigen Schuldenstaaten geht es vielen global aufgestellten Konzernen ausgesprochen gut. Viele profitieren auch vom schwachen Dollar

Foto: Sean Gallup/ Getty Images

New York/Frankfurt am Main - Reuters) - Investoren im deutschen Aktienmarkt brauchen weiterhin starke Nerven. Solange keine Lösungen für die Schuldenprobleme in den USA und der Euro-Zone gefunden werden, dürfte der Dax seine Berg- und Talfahrt fortsetzen.

Die Staatsverschuldung in den USA und Europa - hier vor allem Griechenland - könnte für negative Überraschungen sorgen, sagt Tobias Basse von der NordLB. Positive Nachrichten zur Konjunktur in Amerika könnten dadurch zur Randnotiz werden.

"Die nervöse Schaukelbörse dürfte sich zunächst fortsetzen", erwarten auch die Experten der Landesbank Berlin. Andreas Hürkamp von der Commerzbank rechnet mit Schwankungen des Dax zwischen 7000 und 7500 Punkten. "Einen neuen Aufwärtstrend am deutschen Aktienmarkt wird es wohl nur geben, wenn für die Schuldenkrise in der Eurozone eine überzeugende, nachhaltige Lösung gefunden wird".

Der Index hatte am Freitag bei 7220 Punkten geschlossen und damit im Wochenverlauf 2,5 Prozent eingebüßt.

Konjunktur: US-Häuserdaten und Ifo-Index

In den USA werden in der neuen Woche wichtige Immobiliendaten erwartet - am Dienstag die Statistik zu den Wohnbaubeginnen, am Mittwoch der Absatz bestehender Eigenheime. Neben der hohen Arbeitslosigkeit bremst vor allem der schwache Häusermarkt die US-Konjunktur.

Sollte die Belebung weiter auf sich warten lassen, könnte die US-Notenbank nach Einschätzung von Börsianern ein drittes Mal seit der Lehman-Pleite ein Anleihen-Rückkaufprogramm auflegen, um damit der Konjunktur unter die Arme zu greifen.

Für Gesprächsstoff dürfte am Donnerstag aber auch der sogenannte Philly-Fed-Index sorgen, das Industrie-Barometer der Federal Reserve Bank of Philadelphia. Als Frühindikator könnte er die Hoffnung nähren, dass es den USA im zweiten Halbjahr besser ergehe, so NordLB-Spezialist Basse. Im Juni hatte der Index für Enttäuschung gesorgt: Er war wider Erwarten ins Minus gerutscht.

Auch in Deutschland rücken Konjunkturdaten in den Blick: Nach dem ZEW-Konjunkturindex für Juli am Dienstag steht am Mittwoch der Ifo-Geschäftsklimaindex an. Commerzbank-Experte Ralph Solveen erwartet, dass die Frühindikatoren im Juli gefallen sind. Am deutlichsten dürfte seiner Meinung nach das Minus des ZEW ausfallen angesichts der Ängste um die Staatsfinanzen Italiens.

Bilanzsaison in USA: IBM, Goldman Sachs, Apple, Intel und GE mit Zahlen

Zugleich nimmt die US-Bilanzsaison Fahrt auf: Unter anderem legen IBM  am Montag, Goldman Sachs  und Bank of America sowie Apple  und Coca-Cola  Cola am Dienstag Zahlen vor.

Ebay und Intel  folgen am Mittwoch, Microsoft  am Donnerstag und General Electric (GE) legt am Freitag ihre Zwischenergebnisse vor.

Für die deutsche Unternehmenswelt sind vermutlich die Zahlen von Goldman Sachs am wichtigsten. Sie könnten Börsianern zufolge vor allem bei der Bewertung der Geschäfte der Deutschen Bank  helfen. In der Vorwoche hatten schon JP Morgan und Citigroup positiv überrascht.

Philips und GE könnten Siemens bewegen

Auch in Europa berichten die ersten größeren Unternehmen über ihre Geschäftsentwicklung. Die Zahlen von Philips  könnten - ähnlich wie die von GE - den Kurs von Siemens  bewegen. Am Donnerstag wird dann für Nokia erneut die Stunde schlagen. Der Handyhersteller dürfte nach Einschätzung von Analysten einen Quartalsverlust ausweisen. Hauptgrund für die Schwierigkeiten der Finnen ist der fallende Marktanteil.

Devisenmärkte: Schweizer Franken steigt gegen Dollar und Euro

An den Devisenmärkten dürfte die Schuldenkrise in der neuen Woche für anhaltenden Druck auf Dollar und Euro sorgen. Gewinner werden dann nach Einschätzung von Commerzbank-Expertin Antje Praefcke weiter der Schweizer Franken und der japanische Yen sein.

Aktien: Kaufen, wenn andere kneifen

la/reuters
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