Börse Schwacher US-Jobmarkt drückt den Dax

Die Hoffnung auf positive Daten vom US-Arbeitsmarkt wurden am Freitag enttäuscht. Der Dax beendet daraufhin die Handelswoche mit einem Verlust. RWE leidet unter einer möglichen Kapitalerhöhung. Die Deutsche Börse profitierte dagegen von der Zustimmung der Nyse-Aktionäre zur Fusion.
Händler in Frankfurt: Der Dax wird wohl auch diese Woche mit einem Plus abschließen

Händler in Frankfurt: Der Dax wird wohl auch diese Woche mit einem Plus abschließen

Foto: Boris Roessler/ picture alliance / dpa

Frankfurt am Main - Ein enttäuschender US-Arbeitsmarktbericht hat den Dax  am Freitag deutlich ins Minus gedrückt. Der deutsche Leitindex schloss um 0,92 Prozent schwächer bei 7.402 Punkten, nachdem er vor der Veröffentlichung der Arbeitsmarktstatistik noch über die Marke von 7500 Punkten geklettert war.

Das zwischenzeitliche Wochenplus von bis zu 1,4 Prozent war damit dahin - unter dem Strich verlor das Börsenbarometer 0,2 Prozent. Für den MDax  ging es am Freitag um 1,06 Prozent auf 11.068 Punkte nach unten. Der TecDax  fiel um 1,29 Prozent auf 898 Punkte.

Der EuroStoxx 50 büßte 1,91 Prozent auf 2.790,09 Punkte ein. Auch die nationalen Indizes in Paris und London gaben deutlich nach. Der New Yorker Leitindex Dow Jones  zeigte sich zum europäischen Börsenschluss mit 0,5 Prozent etwas schwächer.

USA: Beschäftigung steigt schwächer als erhofft

In den USA war die Beschäftigung im Juni wesentlich schwächer gestiegen als erwartet. Vor allem diese Meldung habe auf die Stimmung gedrückt, nachdem am Donnerstag noch gemeldet worden war, dass die Beschäftigung im Privatsektor unerwartet stark zugelegt hatte, meinte Marktstratege Frank Geilfuß vom Berliner Bankhaus Löbbecke.

Zudem war in den Vereinigten Staaten die Arbeitslosenquote im Juni überraschend gestiegen. "Die Zahlen unterstreichen, dass sich die US-Wirtschaft derzeit in einer Wachstumsdelle befindet", meinten die Experten der Landesbank Hessen-Thüringen. Andere Beobachter sprachen von "niederschmetternden" und durch die Bank schwachen Daten.

Fusion mit NYSE: Deutsche Börse legt weiter zu

Spitzenreiter im Leitindex waren hingegen die Aktien der Deutschen Börse , die mit einem Plus von 0,84 Prozent auf 54,96 Euro ihren Aufwärtstrend fortsetzten. Schon am Donnerstag hatten sie davon profitiert, dass die Aktionäre des Konkurrenten NYSE Euronext die Fusion beider Börsenbetreiber billigten. Das ausstehende Votum der Anteilseigner der Deutschen Börse via Aktientausch sollte nach Einschätzung der Commerzbank nun kein Problem mehr sein.

RWE: Gerüchte um Kapitalerhöhung

Am Dax-Ende verloren die Aktien des Energiekonzerns RWE wegen erneuter Ängste vor einer Kapitalerhöhung 4,03 Prozent auf 37,020 Euro. Um die Bonitätseinstufung bei den Ratingagenturen nicht zu gefährden, werde mit dem Aufsichtsrat unter anderem über eine derartige Maßnahme beraten, sagte Konzernchef Jürgen Großmann bei der jüngsten Sitzung des RWE-Beirats.

Nebenwerte: Vossloh bricht ein

Unter den Einzelwerten sackten die im MDax notierten Titel von Vossloh nach einer Gewinnwarnung um 8,15 Prozent auf 87,60 Euro ab und waren damit klares Index-Schlusslicht. Der Verkehrstechnikkonzern senkte wegen Problemen im Auslandsgeschäft seine Prognosen für das laufenden Geschäftsjahr deutlich. Verantwortlich dafür machte er vor allem verzögerte Auslieferungen in China, wohin Vossloh Teile für Hochgeschwindigkeitsstrecken liefert.

Euro gibt nach

Am deutschen Rentenmarkt sank die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 2,70 (Donnerstag: 2,72) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,23 Prozent auf 124,36 Punkte. Der Bund Future stieg um deutliche 1,14 Prozent auf 127,40 Punkte. Der Kurs des Euro sank auf 1,4263 US-Dollar. Am Nachmittag hatte die Europäische Zentralbank den Referenzkurs auf 1,4242 (1,4247) Dollar festgesetzt und der Dollar damit 0,7022 (0,7019) Euro gekostet.

mg/dpa-afx
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