Börse VW zieht Dax ins Plus

Der Dax dreht am Nachmittag ins Plus und nimmt die Marke von 7500 Zählern ins Visier. Die Warnung von Standard & Poor's zur Bewertung griechischer Staatsanleihen hält Anleger nicht von Käufen ab. Volkswagen übernimmt die Mehrheit an MAN - Investoren greifen bei VW zu.
Ruhiger Handelstag in Frankfurt: Die Wall Street bleibt wegen eines Feiertags geschlossen

Ruhiger Handelstag in Frankfurt: Die Wall Street bleibt wegen eines Feiertags geschlossen

Foto: AMANDA ANDERSEN/ REUTERS

Frankfurt am Main - Der Leitindex Dax (Kurswerte anzeigen) stieg bis zum Mittag um 0,3 Prozent auf 7444 Punkte. In der Vorwoche hatte er noch mit einem satten Aufschlag von 4,2 Prozent erstmals seit Mitte Mai wieder über der Marke von 7400 Punkten geschlossen.

Der MDax (Kurswerte anzeigen) lag mit deutlicheren 1,1 Prozent im Plus. Der TecDax (Kurswerte anzeigen) legte sogar um 1,5 Prozent zu.

Eine Mitteilung der Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hatte am Morgen noch etwas auf die Stimmung am Markt gedrückt. Die Agentur hatte vor einem teilweisen Kreditausfall "Selectiv Default" bei den bisher diskutierten Möglichkeiten einer Beteiligung privater Gläubiger an der Griechenlandhilfe gewarnt.

Da ferner die Wall Street an diesem Montag wegen des Feiertages "Independence Day" geschlossen bleibt, fehlen von dieser Seite weitere Impulse.

VW sichert sich MAN-Mehrheit - Aktie sehr fest

Für Schlagzeilen sorgten vor allem die Autobauer. So sicherte sich Volkswagen (Kurswerte anzeigen) die Mehrheit an dem Lastwagenhersteller MAN. Der Wolfsburger Autokonzern hält nun 55,9 Prozent der MAN -Stammaktien . Im Mai hatte VW überraschend seine Anteile an MAN auf mehr als 30 Prozent erhöht und musste ein Pflichtangebot abgeben. Während die MAN-Papiere leicht nachgaben, baute die Vorzugsaktie von Volkswagen ihre Gewinne auf knapp 3 Prozent aus und notierte gemeinsam mit K+S an der Dax-Spitze.

Händler wiesen bei den Autobauern außerdem auf "erneut solide Absatzzahlen aus den USA" hin. So hatte BMW (Kurswerte anzeigen) im vergangenen Monat in den Vereinigten Staaten einmal mehr eine zweistellige Zuwachsrate erzielt. Auch Porsche (Kurswerte anzeigen) steigerte seine US-Verkäufe erneut.

K+S profitiert von Empfehlung durch Goldman Sachs

Die Aktien von K+S zeigten sich ebenfalls sehr fest. Die Titel des Salz- und Düngemittelherstellers legten um 2,6 Prozent auf 54,92 Euro zu, wofür Händler einen positiven Analystenkommentar von Goldman Sachs verantwortlich machten. Die Analysten fügten die Aktien den Angaben zufolge zur "conviction buy list" hinzu und erhöhten das Kursziel auf 83 von 75 Euro.

Die steigenden Kalipreise infolge einer starken Nachfrage lägen über den Markterwartungen, zitierten Händler aus der Goldman-Studie. Die verbesserte Marktstellung von K+S nach der Übernahme von Potash One spiegele sich noch nicht im Aktienkurs wider. Durch den Zukauf des kanadischen Unternehmens könne K+S doppelt so lange Kali abbauen wie in den bestehenden Bergwerken in Deutschland. Zudem würden sich die operativen Kosten pro Tonne um mehr als sieben Prozent verringern.

Bayer erholt - FDA erteilt Zulassung

Ebenfalls erholt zeigte sich die Aktie von Bayer (Kurswerte anzeigen) um 1,67 Prozent auf 56,60 Euro nach oben. Die US-Gesundheitsbehörde FDA hatte die Zulassung für das Medikament Xarelto zur Prävention venöser Thromboembolien bei Patienten nach Operationen zum Ersatz von Knie- oder Hüftgelenken erteilt. Dies ist einem Händler zufolge ein positives Zeichen, nachdem der Aktienkurs des Chemie- und Pharmakonzerns zuletzt wegen guter Nachrichten zu dem Konkurrenzmedikament Eliquis unter Druck geraten sei.

Im MDax verteuerten sich die Titel des Arzneimittelherstellers Stada (Kurswerte anzeigen) nach einer Kaufempfehlung von JPMorgan um 4,97 Prozent auf 28,41 Euro. Die Anteilsscheine der Baumarktkette Praktiker (Kurswerte anzeigen) sackten um 10,19 Prozent auf 4,29 Euro ab. Hier wirkte Börsianern zufolge noch die Gewinnwarnung vom Freitag negativ nach. Als Belastung komme eine Abstufung der Titel durch die Commerzbank hinzu, hieß es.

Am Indexende wurden die Aktien von Gerry Weber (Kurswerte anzeigen) ex Kapitalmaßnahme gehandelt bei 24,03 Euro gehandelt. Der Modekonzern hatte an diesem Morgen seinen Aktionären eine Gratisaktie je Anteilsschein zugeteilt. Dadurch wird der Kurs rechnerisch halbiert. Die MDax-Titel waren am Freitag bei 46,65 Euro aus dem Handel gegangen.

Euro leichter, Öl teurer

Der Kurs des Euro (Kurswerte anzeigen) ist am Montag nach der S&P-Warnung gefallen. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde im frühen Handel mit 1,4521 Dollar gehandelt. Ein Dollar war 0,6889 Euro wert. Im asiatischen Handel hatte der Euro zuvor mit 1,4577 Dollar den höchsten Stand seit über einem Monat erreicht. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitag noch auf 1,4488 (Donnerstag: 1,4453) Dollar festgesetzt.

Die am Montag veröffentlichte Mitteilung von S&P habe den Euro etwas belastet, sagten Händler. Als ausgefallen würden allerdings nur die Anleihen gewertet, die von entsprechenden Maßnahmen betroffen wären. Zuletzt hatte der Euro angesichts der Entspannung in der Griechenland-Frage noch deutlich zugelegt. Die Finanzminister der Euro-Zone hatten am Samstag die nächste Kredittranche für Griechenland in Höhe von zwölf Milliarden Euro freigegeben.

Die Ölpreise sind am Montag im asiatischen Handel leicht gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Nordseesorte Brent (Kurswerte anzeigen) zu Auslieferung im August kostete 112,01 Dollar. Das waren 24 Cent mehr als zum Handelsschluss am Freitag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 38 Cent auf 95,32 Dollar.

Der schwächere Dollar stütze die Ölpreise, sagten Händler. So ist der Euro zum Dollar auf den höchsten Stand seit über einem Monat gestiegen. Händler erwarten angesichts eines Feiertages in den USA einen ruhigen Handel.

mg/dpa-afx
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