Börsenrally Ja aus Athen erfreut Dax-Anleger

Die erhoffte Zustimmung des griechischen Parlaments zum Sparpaket der Regierung hat die Aktienkurse in Deutschland hochgetrieben. Der Dax legt deutlich zu und wird im späten Handel nur leicht gebremst. Finanztitel zählen zu den größten Gewinnern.
Kursgewinne in Frankfurt: Investoren hatten darauf gesetzt, dass die Parlamentarier in Athen den strikten Sparbeschlüssen zustimmen werden

Kursgewinne in Frankfurt: Investoren hatten darauf gesetzt, dass die Parlamentarier in Athen den strikten Sparbeschlüssen zustimmen werden

Foto: Frank Rumpenhorst/ dpa

Frankfurt am Main - Der Dax  schloss am Mittwoch mit plus 1,73 Prozent auf 7.294 Punkte, nachdem er vor dem Ende der Abstimmung in Athen zeitweise deutlich über 7.300 Punkte gestiegen war. Der MDax (Kurswerte anzeigen) legte um 1,98 Prozent auf 10.748 Punkte zu. Der TecDax  rückte um 2,69 Prozent auf 881 Punkte vor.

"Erwartung erfüllt, mehr nicht", kommentierte Marktstratege Robert Halver von der Baader Bank die Entscheidung in Athen. Im Grunde sei aber nichts gewonnen, denn an der mangelnden Wettbewerbsfähigkeit der griechischen Wirtschaft und den hohen Schulden des Landes ändere das Ganze nichts.

"Deswegen kam es auch zu keinem großen Hurra-Schrei, von einem nachhaltigen Befreiungsschlag kann keine Rede sein", sagte Halver. Dass nur 155 der insgesamt 300 Abgeordneten im griechischen Parlament für das Sparprogramm gestimmt hätten, zeige zudem, wie tief das Land gespalten sei.

Banken und Versicherer legen zu

Banken und Versicherungswerte sind die Hauptprofiteure einer temporären Lösung der Griechenland-Krise. "Für die Banken steht am meisten auf dem Spiel", kommentierte ein Analyst.

Der Bankensektor sei auf einen griechischen Bilanzschock nicht eingestellt. Im Dax gewannen Allianz  rund 3 Prozent hinzu, und auch Papiere der Commerzbank  gehörten zu den größten Gewinnern im Index.

Kursgewinne an der Wall Street

Auch die US-Anleger reagierten mit Erleichterung auf das Votum aus Athen. Der Dow Jones  notierte am Abend mit 0,5 Prozent im Plus. Auch an der Technologiebörse Nasdaq zogen die Indizes leicht an.

Euro gibt Gewinne teilweise ab

Der Euro hat am Mittwoch nach der Zustimmung des griechischen Parlaments zum neuen Sparprogramm vorherige Kursgewinne teilweise abgegeben. Nach der Abstimmung fiel die Gemeinschaftswährung auf 1,4359 US-Dollar. Im Mittagshandel war der Euro noch auf ein Tageshoch von 1,4447 Dollar gestiegen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am frühen Nachmittag auf 1,4425 (Dienstag: 1,4261) Dollar festgesetzt.

"Der Euro hat nach der Zustimmung vorherige Kursgewinne teilweise wieder abgegeben, da die Entscheidung bereits im Vorfeld erwartet wurde", sagte Stephan Rieke, Devisenexperte bei der BHF-Bank. Der Euro hatte daher bereits seit Wochenanfang zugelegt. Der Weg für Griechenland ist nun frei für zusätzliche Finanzhilfen.

"Die Entscheidung erlaubt es allen einmal durchzuatmen", sagte Rieke. Insgesamt habe der Eurokurs zuletzt nicht sehr stark auf die dramatischen Entwicklungen in Griechenland reagiert.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,89980 (0,89420) britische Pfund, 116,93 (115,31) japanische Yen und 1,2036 (1,1884) Schweizer Franken fest. Der Preis für eine Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 1.504,25 (1.499,000) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 33.260,00 (33.260,00) Euro.

Rei/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.