Börse Hoffnung auf neue Griechen-Hilfe treibt Dax an

Anleger setzen darauf, dass das griechische Parlament in Athen am Mittwoch dem Sparpaket im Umfang von 78 Milliarden Euro zustimmt - und neue Milliardenkredite einen Bankrott vorerst abwenden. Der Dax schließt im Plus, Finanztitel wie die Deutsche Bank und die Commerzbank legen zu.
Händler in Frankfurt: Schlussspurt im späten Handel

Händler in Frankfurt: Schlussspurt im späten Handel

Foto: A3602 Frank Rumpenhorst/ dpa

Frankfurt am Main - Die Hoffnung auf eine Entspannung in der griechischen Schuldenkrise hat den deutschen Aktienmarkt am Dienstag gestützt. Der Dax  stieg um 0,88 Prozent auf 7170,43 Punkte und machte damit seine zu Wochenbeginn erlittenen Verluste mehr als wett.

Der MDax  legte am Dienstag um 0,79 Prozent auf 10 539,10 Punkte zu, der TecDax  machte 0,31 Prozent auf 858,87 Punkte gut.

Börsianer meinten, es werde damit gerechnet, dass das griechische Parlament am Mittwoch dem Sparpaket der Regierung zustimme. Diese will bis 2015 gut 78 Milliarden Euro einsparen. Das ist auch die Voraussetzung für ein neues Hilfspaket im Umfang von bis zu 120 Milliarden Euro, das am kommenden Wochenende von den EU-Finanzministern beschlossen werden soll.

"Die deutlichen Kursgewinne bei den Bankaktien deuten darauf hin, dass die Anleger wieder zuversichtlicher sind", sagte Händler Stefan de Schutter von der Wertpapierhandelsbank alpha. Für Auftrieb sorgte Marktbeobachtern zufolge zudem die aktuell gute Stimmung der deutschen Verbraucher.

Commerzbank und Deutsche Bank sehr fest

An der Dax-Spitze kletterten die Titel der Commerzbank (Kurswerte anzeigen) um 4,58 Prozent auf 2,88 Euro, nachdem sie am Vortag als schwächster Indexwert noch 5,00 Prozent verloren hatten. Für die Papiere der Deutschen Bank (Kurswerte anzeigen) ging es am Dienstag um 2,18 Prozent auf 39,77 Euro nach oben.

Im Tauziehen um eine Gläubigerbeteiligung an einem zweiten Hilfspaket für Griechenland rückt eine Einigung zwischen deutschen Banken und Versicherern mit dem Finanzministerium näher. Für diesen Donnerstag sei eine Schlussrunde auf Spitzenebene geplant, verlautete aus Regierungskreisen in Berlin.

Adidas profitiert von Nike, Siemens unter Druck

Die Aktien von Adidas (Kurswerte anzeigen) und Puma (Kurswerte anzeigen) profitierten von starken Zahlen des US-Konkurrenten Nike  . Die Adidas-Titel verteuerten sich um 3,88 Prozent auf 53,78 Euro, die Puma-Papiere zählten im MDax mit einem Aufschlag von 2,63 Prozent auf 210,35 Euro zu den stärksten Werten.

Dax-Schlusslicht waren die schwer gewichteten Aktien von Siemens  mit einem Minus von 1,93 Prozent auf genau 91,00 Euro. Der Konzern muss sich nach eigenen Angaben stärker anstrengen, um seine Wachstumsziele zu erreichen.

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 2,60 (Montag: 2,59) Prozent. Der Rentenindex Rex zeigte sich mit plus 0,01 Prozent bei 124,67 Punkten kaum verändert. Der Bund Future verlor 0,34 Prozent auf 126,47 Punkte.

Französische Hilfe stützt Euro

Der Euro legte dank der guten Stimmung der deutschen Verbraucher zu und notierte zuletzt bei 1,4362 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,4261 (1,4205) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7012 (0,7040) Euro.

Gestützt worden sei der Euro auch durch die Erwartung, dass das griechische Parlament am Mittwoch dem Spar- und Reformpaket zustimmen werde, sagten Händler. Nur so kann das Land den ersten Kreditausfall eines Euro-Staates verhindern.

Ölpreise kaum verändert

Die Ölpreise haben sich am Dienstag zunächst kaum bewegt. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Nordseesorte Brent (Kurswerte anzeigen) zur Auslieferung im August 105,80 Dollar. Das waren 19 Cent weniger als am Montag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg indes um 12 Cent auf 90,73 Dollar.

Händler sprachen von einem zuletzt ruhigen Handel. Gestützt habe unter anderem der zuletzt etwas schwächere Dollar. In der vergangenen Woche hatten die Ölpreise starke Verluste hinnehmen müssen. Die Internationale Energieagentur IEA hatte angekündigt, einen kleinen Teil ihrer Ölreserven am Ölmarkt anzubieten.

mg/dpa-afx
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