Kursverluste Dax fällt auf 7200-Punkte-Marke zurück

Die US-Wirtschaft findet nicht zu altem Schwung zurück. Das drückt auf die Kurse in New York und auch in Frankfurt. Der deutsche Aktienleitindex Dax fällt deshalb deutlich zurück - und droht unter die 7200-Punkte-Marke zu rutschen.
Kursverluste am Feiertag: Dax fällt zurück

Kursverluste am Feiertag: Dax fällt zurück

Foto: Ralph Orlowski/ Getty Images

Frankfurt am Main - Sorgen um die US-Wirtschaft haben den deutschen Aktienmarkt im Feiertagshandel deutlich belastet. Der Dax verlor am Donnerstagmittag 1,06 Prozent auf 7201,33 Punkte. In den vergangenen Tagen hatte sich der deutsche Leitindex noch von der 7000-Punkte-Marke nach oben abgesetzt und seit dem Wochenstart bis zum Vortageshoch in der Spitze fast zwei Prozent gewonnen. Der MDax gab an Fronleichnam zuletzt 0,52 Prozent auf 10.605,66 Punkte ab und der TecDax fiel um 0,70 Prozent auf 868,96 Punkte

US-Notenbankchef Ben Bernanke hatte am Vorabend die Wachstumsprognose für die US-Wirtschaft gesenkt und damit die Wall Street unter Druck gebracht. Das belaste nun auch die deutschen Aktien, sagten Börsianer. Der Future auf den US-Leitindex Dow Jones verlor 1,03 Prozent seit dem Xetra-Schluss am Vorabend. Auch der Euro-Kurs gab zuletzt nach: Im Mittagshandel fiel die Gemeinschaftswährung auf ein Tagestief bei 1,4248 Dollar. Ein Dollar kostete damit 0,7017 Euro. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Vortag auf 1,4397 (Dienstag: 1,4373) Dollar festgesetzt.

Tagesthema im Dax waren Bayer-Aktien, die wegen Sorgen um den Blockbuster Xarelto am Indexende um 5,48 Prozent auf 54,85 Euro einbrachen. Der Pharma- und Chemiekonzern fällt im Rennen um ein neues Schlaganfall-Mittel weiter hinter seine Konkurrenten zurück. Nach Erfolgen des deutschen Rivalen Boehringer Ingelheim mit seinem Medikament Pradaxa sind nun auch die Studienergebnisse zu dem von Bristol-Myers Squibb und Pfizer entwickelten Gerinnungshemmer Apixiban besser als erwartet ausgefallen. Analysten reagieren teilweise empfindlich auf die Nachricht. So hat beispielsweise Alistair Campbell von der Berenberg Bank das Papier abgestuft.

Zweitbester Wert im Dax war indes mit Merck , die 1,44 Prozent auf 74,05 Euro zulegten, ebenfalls ein Pharmatitel. Die Analysten von Berstein Research hatten die Aktien in der Hoffnung auf eine bessere Kapitalnutzung trotz der zuletzt bereits guten Kursentwicklung hochgestuft. Auch die Geschäfte sollten weiter gut laufen. Mit Fresenius und Fresenius Medical Care (FMC) zählten ebenfalls zwei eher defensiv eingeschätzte Aktien aus dem Sektor zu den größten Gewinnern.

Im MDax profitierten EADS-Aktien mit plus 1,76 Prozent auf 22,205 Euro von weiteren positiven Nachrichten für den deutsch-französischen Flugzeugbauer Airbus von der weltgrößten Luftfahrtmesse in Le Bourget bei Paris. Die EADS-Tochter vermeldete am Morgen weitere Bestellungen. Für den A320/Neo gebe es nun 1.029 Bestellungen.

Die Aktien des Chemikalienhändlers Brenntag waren dagegen bei 77,34 Euro insbesondere wegen dem Dividendenabschlag von 1,40 Euro je Aktie schwach. Börsianer kritisierten aber auch den nur unkonkreten Ausblick vom Vortag. UBS-Analyst Shang Liew startete die Papiere mit dem Votum "Neutral" beim Kursziel 83,00 Euro. Er halte allerdings die derzeitigen Wachstumserwartungen beim Gewinn für zu optimistisch.

Roth & Rau rutschten am TecDax-Ende um 4,78 Prozent auf 20,315 Euro ab. Ein Händler verwies darauf, dass das Übernahmeangebot für den Solarzulieferer vom schweizerischen Konkurrenten Meyer Burger zu 22 Euro je Aktie ausgelaufen ist. Die Anteile an dem Halbleiterunternehmens Süss Microtec standen dagegen mit plus 0,83 Prozent auf 9,115 Euro an der zweiten Stelle des Technologieindex. Die Aktie hat auf Monatssicht ein Viertel an Wert verloren und setze nun zur Erholung an

Am deutschen Anleihenmarkt haben die jüngsten Aussagen der US-Notenbank und enttäuschende Konjunkturdaten aus der Euro-Zone die Kurse am Donnerstag steigen lassen. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future legte im Mittagshandel 0,14 Prozent zu auf 126,39 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag bei 2,939 Prozent.