Aktien, Euro, Öl Griechenland belastet Finanzmärkte

Die Enttäuschung der Anleger über das Treffen der Euro-Finanzminister zu Griechenland hat den Dax erneut unter Druck gesetzt. Auch der Euro und der Ölpreis rutschten ab.
Schlechte Nachrichten: Die Börsianer sind nicht erfreut über die Ergebnisse der Finanzminister in Luxemburg

Schlechte Nachrichten: Die Börsianer sind nicht erfreut über die Ergebnisse der Finanzminister in Luxemburg

Foto: dapd

Frankfurt am Main - Der Leitindex verlor bis zum frühen Nachmittag 1,2 Prozent auf 7075 Punkte. In der Vorwoche hatte der Dax  nach einer Durststrecke von sechs Verlustwochen in Folge wieder ein Plus von 1,33 Prozent eingefahren und in Hoffnung auf Fortschritte in Griechenland vor dem Wochenende einen erneuten Befreiungsschlag versucht. Der MDax  der mittelgroßen Werte sank um 0,60 Prozent auf 10.466,98 Punkte, für den TecDax  ging es um 0,72 Prozent auf 864,24 Punkte nach unten.

Vom Treffen der Euro-Finanzminister gab es am Morgen keine konkreten Ergebnisse. In Anbetracht der fehlenden Unterstützung des Sparprogramms durch die griechische Opposition und der vom griechischen Ministerpräsidenten gestellt Vertrauensfrage "ist das ein Spiel mit dem Feuer", hieß es im Morgenkommentar der HSH Nordbank.

Mit Blick auf Einzelwerte verloren die Titel von BASF  als einer der schwächsten Dax-Werte 1,64 Prozent auf 62,25 Euro. Händler verwiesen auf Aussagen von Vorstandsmitglied Michael Heinz in der Schweizer "Handelszeitung", demzufolge zwar weiterhin mit einem signifikanten Anstieg der Umsätze und Ergebnisse 2011 zu rechnen ist. Börsianer aber stellten eher auf die Erwartung einer leichten Abschwächung der Nachfrage in China ab, die das Papier wegen der Bedeutung des Marktes belaste.

An der Index-Spitze aber gaben die Titel von MAN  nur um 0,25 Prozent auf 93,93 Euro nach. Das Geschäft des Lastwagenbauers im laufenden Jahr übertrifft laut Georg Pachta-Reyhofen alle Prognosen, wie der Unternehmenschef der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" sagte. Er empfiehlt indes seinen Aktionären, das Übernahmeangebot von Volkswagen  abzulehnen. Der Lastwagenbauer sei mehr wert, als Volkswagen dafür biete. VW hat 95 Euro je MAN-Aktie geboten, um diesen Wert pendelt die Aktie seither. Ein Börsianer stellte auch auf die angestrebte Einigung mit dem arabischen Staatsfonds IPIC über Ferrostaal ab, die den Aktien einen leicht positiven Impuls gegeben habe.

Euro verliert an Wert

Im MDax gaben die Titel von ElringKlinger  um in etwa marktkonforme 0,80 Prozent nach auf 22,915 Euro. Der Autozulieferer will im kommenden Jahr zum anstrebten operativen Profitabilitätsziel zurückkehren. "Wir wollen 2012 wieder in der von uns anvisierten Bandbreite von 16 bis 18 Prozent Ebit-Marge sein", sagte Finanzvorstand Stefan Wolf der "Börsen-Zeitung". Alles in allem deckten sich die in dem Artikel getätigten Aussagen mit vorherigen Äußerungen, schrieb Commerzbank-Analyst Daniel Schwarz in einer Studie.

Schließlich standen im SDax  die Aktien des Anbieters von Produkten und Dienstleistungen für die Verbindungstechnik, Norma Group, und die Titel von GSW Immobilien im Blick. Ab sofort ersetzen die Papiere in dem Nebenwerte-Index die Anteilsscheine von Colonia Real Estate  und von der Homag Group . Während die Norma-Aktien über 1 Prozent nachgaben, verbuchten die GSW-Titel nur ein Minus von 0,69 Prozent.

Ölpreise unter Druck

Der Kurs des Euro ist am Montag nach einem enttäuschenden Ausgang des mit Spannung erwarteten Treffens der europäischen Finanzminister ebenfalls abgerutscht. Im frühen Handel stand die Gemeinschaftswährung bei 1,4236 US-Dollar. Ein Dollar kostete damit 0,7023 Euro. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitag auf 1,4270 (Donnerstag: 1,4088) Dollar festgesetzt.

Experten der Commerzbank erklärten die Kursverluste des Euro mit einem enttäuschenden Ausgang des Treffens der Finanzminister der Eurozone. In der abschließenden Stellungnahme heißt es nur, dass "die Minister früh im Juli die Parameter einer klaren neuen Finanzierungsstrategie festlegen werden". Der Euro habe sich "nach dieser dünnen Kost nicht über der Marke von 1,43 halten können", hieß es weiter von der Commerzbank. Wer nach der Annäherung vom vergangenen Freitag zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy gedacht habe, nun würde es schnelle Fortschritte bei der Griechenland-Rettung geben, "wurde gründlich enttäuscht".

Die Ölpreise sind am Montag wegen der Sorge vor einer weiteren Zuspitzung der Schuldenkrise in der Eurozone und einem Abflauen der Weltwirtschaft kräftig gesunken. Im asiatischen Handel fiel der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im August um 1,14 US-Dollar auf 112,07 Dollar. Der Preis für ein Fass Rohöl der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) sank um 1,39 Dollar auf 92,01 Dollar.

An den Rohstoffmärkten ist zu Beginn der neuen Handelswoche das Ringen der Eurostaaten zur Abwehr einer Staatspleite in Griechenland das alles beherrschende Thema, hieß es von Experten. Eine Zuspitzung der Krise könnte zu einem Abflauen der Weltwirtschaft und zu einer geringeren Nachfrage nach Rohöl führen. Zudem hätten auch eine Reihe von überraschend schwachen Konjunkturdaten aus den USA die Sorge vor einer sinkenden Nachfrage an den Ölmärkten geschürt.

cr/dpa-afx
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