Börse BMW und Bayer stützen Dax

Sorgen um eine weitere Verschärfung der Lage in Griechenland haben den deutschen Aktienmarkt am Donnerstag erneut belastet. Im späten Handel startete der Dax jedoch eine Aufholjagd - neue Daten aus den USA geben Hoffnung. Vor allem Bayer und BMW legen zu.
Bärenstimmung: In Frankfurt fürchten sich Anleger vor einer Eskalation der Griechenland-Krise

Bärenstimmung: In Frankfurt fürchten sich Anleger vor einer Eskalation der Griechenland-Krise

Foto: Frank Rumpenhorst/ picture-alliance/ dpa

Frankfurt am Main - Der Dax  konnte seine frühen Verluste am Nachmittag deutlich reduzieren und schloss nur um 01, Prozent tiefer als am Vortag bei 7110,20 Punkten. Sein Tagestief hatte er zuvor bei 7017 Punkten erreicht.

Händler begründeten die Erholung vor allem mit überwiegend erfreulich ausgefallenen Konjunkturdaten aus den USA. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ging zurück, die Lage am US-Immobilienmarkt hellte sich auf.

Wegen der befürchteten Eskalation der Griechenland-Krise herrscht jedoch weiterhin Nervosität am Aktienmarkt, sagten Börsianer. Premierminister Giorgos Papandreou spürt im Kampf für das neue Sparprogramm vermehrt Widerstand in den eigenen Reihen.

Allerdings signalisierten die EU und der Internationale Währungsfonds (IWF) ihre Bereitschaft, den Griechen zur Überbrückung weitere 12 Milliarden Euro zu überweisen.

Finanzwerte behauptet, Bayer an der Spitze, Metro am Dax-Ende

Mit der Griechenlandkrise blieben Finanzwerte im Fokus. Die zum Auftakt noch deutlich belasteten Papiere der Deutschen Bank sowie der Commerzbank konnten sich mit der Schlussauktion aber jeweils knapp mit 0,10 Prozent ins Plus retten. Deutsche Bank  schlossen bei 39,77 Euro und Commerzbank bei 3,035 Euro.

Am Dax-Ende lagen derweil Papiere von Metro  , die um 2,84 Prozent auf 42,205 Euro abrutschten. Börsianer begründeten dies mit einer allgemeinen Schwäche im Einzelhandelssektor und einem angeschlagenen Chartbild. Zudem gab es eine deutliche Zielsenkung der Bernstein-Analysten.

Bester Indexwert waren die Aktien von Bayer  . Sie legten 1,96 Prozent auf 57,33 Euro zu, was am Markt mit den defensiven Eigenschaften begründet wurde. Auch Lufthansa-Aktien stiegen um 0,98 Prozent auf 13,95 Euro. Dafür verantwortlich gemacht wurde eine Hochstufung seitens der Analysten von Morgan Stanley.

BMW und VW wieder gefragt

Auch Autowerte zählten nach einer optimistischen Sektorstudie der Deutschen Bank zu den Favoriten. BMW  verteuerten sich um 1,70 Prozent auf 63,44 Euro und auch Volkswagen und Daimler gehörten zu den Gewinnern.

Im MDax sprangen Demag Cranes  um 2,26 Prozent auf 45,295 Euro an. Bei der geplanten Übernahme durch den US-Konkurrenten Terex zeichnet sich ein Durchbruch ab. Der US-Wettbewerber erhöhte seine Offerte für den Kranhersteller von 41,75 Euro auf 45,50 Euro je Aktie und machte weitere Zugeständnisse bei den Bedingungen. Demag begrüßte das neue Angebot.

Solarwerte gefragt - Kürzung der Solarförderung steht wieder in Frage

Im TecDax  stemmten sich Solarwerte gegen den schwachen Markt. Solarworld etwa kletterten an der Spitze um 3,65 Prozent auf 9,700 Euro und Centrotherm legten 2,13 Prozent zu. Positiv wirkte ein Medienbericht, wonach die Bundesregierung auf die zum 1. Juli geplante Kürzung der Solarförderung verzichten will. Aus dem Sektor lagen einzig SMA Solar klar mit 0,59 Prozent im Minus bei 72,50 Euro. Sie gaben wegen eines Medienberichts über Lieferengpässe nach.

Der Eurostoxx 50 schloss 0,06 Prozent tiefer bei 2730,62 Punkten. Auch in Paris und London waren Verluste zu verzeichnen. Die New Yorker Börse zeigte sich derweil zum Handelsschluss auf Xetra etwas freundlicher. Getragen von den Wirtschaftsdaten lag der Leitindex Dow Jones Industrial mit rund 0,6 Prozent im Plus.

Euro etwas schwächer

Am Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 2,64 (Vortag: 2,73) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,39 Prozent auf 124,46 Punkte. Der Bund Future gewann 0,42 Prozent auf 126,48 Punkte.

Der Eurokurs fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,4088 (1,4292) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7098 (0,6997) Euro

nis/rtr/dpa

Mehr lesen über

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.