Börse US-Daten lassen Dax abtauchen

Nach der Aufholjagd vom Vortag rutscht der Dax erneut ins Minus. Die Zuspitzung der Lage in Griechenland sowie schwache Konjunkturdaten aus den USA schlagen Anleger in die Flucht. Auch der Euro gibt kräftig nach.
Börse in Frankfurt: Der Aufschwung an der Börse ist ins Stocken geraten

Börse in Frankfurt: Der Aufschwung an der Börse ist ins Stocken geraten

Foto: DPA

New York / Frankfurt am Main - Der Dax  verlor am Mittwoch bis Xetra-Schluss 1,2 Prozent und schloss bei 7115 Punkten. Zeitweise hatte der Index schon 1,6 Prozent im Minus notiert.

Auch an der New Yorker Wall Street gaben die Indizes nach. Nach der Veröffentlichung des Empire State Index, der deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben war, fiel der Dow Jones  bis 18.00 MESZ um 1,2 Prozent auf 11.937 Punkte. Der Nasdaq Composite  verlor 1,1 Prozent auf 2.649 Zähler. Auch die Lage in Griechenland laste auf den Kursen, sagte ein Händler.

Der Euro gab bis zum Abend weiter kräftig nach und wurde zu 1,4225 Dollar gehandelt. Am Mittag hatte die Einheitswährung noch 1,4310 Euro gekostet. Die Europäische Zentralbank legte einen Referenzkurs von 1,4292 Dollar fest.

BASF, Thyssen und RWE unter Druck

Im Dax verloren ThyssenKrupp  2,7 Prozent auf 33,91 Euro und waren damit schwächster Wert. Unter Druck standen auch RWE und BASF  .

Die wenigen Gewinner wurden von Fresenius Medical Care  angeführt, die sich um 1,0 Prozent auf 51,38 Euro verteuerten. Zu den gesuchten Werten gehörten auch Adidas  und Deutsche Börse.

Nachdem eine Einigung der Euro-Finanzminister über neue Griechenland-Hilfen vor allem an den deutschen Vorstellungen zur Einbeziehung privater Gläubiger gescheitert war und die Proteste gegen das Sparpaket am Mittwoch in Athen sich ausweiteten, baute der Dax am Nachmittag seine Verluste aus.

New Yorker Konjunkturindex gibt deutlich nach

Ein weiterer Dämpfer für Börsianer: Die Stimmung des Verarbeitenden Gewerbes im US-Bundesstaat New York hat sich im Juni überraschend und deutlich eingetrübt. Der Empire-State-Index sei von 11,9 Punkten im Vormonat minus 7,8 Punkte gefallen , teilte die regionale Vertretung der US-Notenbank am Mittwoch in New York mit. Volkswirte hatten hingegen mit einem Anstieg auf 13,0 Punkte gerechnet.

Der Empire-State-Index misst die Geschäftstätigkeit des produzierenden Gewerbes im Staat New York. Ein Indexstand über Null deutet eine Ausweitung der Aktivität an

Banken geben europaweit nach

Eine Warnung der Ratingagentur Moody's vor möglichen Bonitätssenkungen für französische Banken zog europaweit die Finanzwerte nach unten. Der Sektorindex büßte 1,3 Prozent ein und verlor damit deutlich stärker als der Gesamtmarkt.

Moody's hatte angekündigt, wegen des vergleichsweise starken Engagements der französischen Banken in dem Ägäisstaat deren Bonitätsnoten zu überprüfen. "Irgendwann müssen die europäischen Politiker die Initiative ergreifen", sagte Analyst Justin Urquhart Stewart von Seven Investment Management.

la/reuters
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.