Börse Eon und RWE stützen Dax

Getragen von Gewinnen bei den Versorgern ist der Dax am Dienstag auf Erholungskurs gegangen. Doch die Stimmung bleibt nach der tagelangen Talfahrt nervös. Auch an der Wall Street halten sich Käufer zurück.
Börse in Frankfurt: Der Dax hat an vier Tagen in Folge knapp 4 Prozent an Wert verloren

Börse in Frankfurt: Der Dax hat an vier Tagen in Folge knapp 4 Prozent an Wert verloren

Foto: DDP

Frankfurt am Main - Der Dax  hat am Dienstag einen Erholungsversuch gestartet. Der Leitindex stieg am um 0,3 Prozent auf 7.103 Punkte und machte damit einen Teil seiner Vortagesverluste wieder wett.

Auch positive Konjunkturdaten hätten den Dax gestützt, sagte Marktanalyst Andre Saenger von IG Markets. So waren im Euroraum die Umsätze des Einzelhandels im April deutlich stärker gestiegen als erwartet. Allerdings sind sich die Börsianer einig, dass das Thema "Finanzhilfen für Griechenland" den Markt noch weiter begleiten wird.

RWE und Eon ziehen wieder an, Commerzbank schließt Kapitalerhöhung ab

Zu den Gewinnern zählten vor allem die Energieversorgertitel, die zuletzt wegen der Atomdebatte zu den größten Verlierern am Aktienmarkt gezählt hatten. Aktien von Eon (Kurswerte anzeigen) etwa stiegen um 3,15 Prozent auf genau 19,00 Euro und profitierten dabei von positiven Analystenkommentaren. RWE (Kurswerte anzeigen) dagegen will sich Kreisen zufolge gegen den Atom-Abschaltplan der Bundesregierung wehren. Die Titel verteuerten sich um 2,16 Prozent auf 38,70 Euro.

Derweil schloss die staatlich gestützte Commerzbank  ihre Mega- Kapitalerhöhung erfolgreich ab und kann damit wie geplant den Großteil ihrer Staatshilfen abbauen. Die Titel schlossen mit einem Plus von 0,12 Prozent auf 3,226 Euro.

Lufthansa gibt weiter nach - IATA skeptisch

Verluste gab es dagegen bei den Lufthansa-Papieren : Sie knüpften mit einem Minus von 0,65 Prozent auf 14,44 Euro an ihre Kursschwäche seit Anfang Juni an. Laut Händlern bleibt die Stimmung zum Sektor gedrückt, nachdem der Weltluftfahrtverband IATA am Vortag die Gewinnprognosen für die Fluggesellschaften gesenkt hatte.

Kommentar von Cheuvreux hilft ThyssenKrupp

Ein positiver Analystenkommentar von Cheuvreux verhalf derweil den Aktien von ThyssenKrupp  deutlich ins Plus. Sie stiegen um 2,63 Prozent auf 33,725 Euro.

Auch im MDax machten sich Analystenstimmen positiv bemerkbar. Nach einer Hochstufung der Berenberg-Analysten kletterten die Praktiker-Titel um 4,65 Prozent auf 6,185 Euro nach oben. Die Papiere von Sky Deutschland  verteuerten sich nach einer Hochstufung von Goldman Sachs um 3,40 Prozent auf 3,377 Euro.

Der EuroStoxx 50 gewann 0,38 Prozent auf 2774,50 Punkte. Für die nationalen Indizes in Paris und London ging es ebenfalls bergauf. Auch in New York stand der Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss im Plus.

Baywa-Aktien legen zu

Ferner zählten Aktien von Baywa mit einem Aufschlag von 1,37 Prozent auf 28,83 Euro zu den besseren Werten im MDax. Europas größter Agrarhändler steigt in das britische Großhandelsgeschäft für Solartechnik ein. Diese Nachricht habe dem Aktienkurs zwar etwas geholfen, meinte ein Händler. Dennoch bleibe das Chartbild so lange angeschlagen, bis die Titel wieder die Lücke zu der Marke von 30 Euro geschlossen hätten. Bis dahin aber sei es noch ein weiter Weg.

Euro über 1,46 Dollar, OPEC berät über Ölförderung

Der Kurs des Euro  ist am Dienstag wieder über die Marke von 1,46 Dollar gestiegen. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,4652 (1,4596) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,6825 (0,6851) Euro.

Der Euro war laut Händlern am Montagabend zwischenzeitlich unter Druck geraten, nachdem Jean-Claude Juncker, der Chef der Finanzminister der Euro-Zone, die Gemeinschaftswährung als überbewertet bezeichnet hatte. Im asiatischen Handel erholte sich der Euro jedoch wieder. Die Commerzbank sieht derzeit keine Signale für ein Ende der Dollar-Schwäche, da die US-Notenbank ihre konjunkturstützende Geldpolitik fortsetzen dürfte.

Die Ölpreise sind am Dienstag im asiatischen Handel gefallen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent  zur Auslieferung im Juli kostete 113,96 Dollar. Das sind 52 Cent weniger als zum Handelsschluss am Vortag. Der Preis für ein Barrel der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) sank um 51 Cent auf 98,50 Dollar.

Der deutsche Rentenmarkt tendierte zur Kasse schwächer. Die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere stieg auf 2,80 (Montag: 2,78) Prozent. Der Rentenindex Rex sank leicht um 0,06 Prozent auf 123,44 Punkte. Der Bund Future fiel um 0,46 Prozent auf 124,86 Punkte.

mg/dpa-afx
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