Börse Hilfen für Griechenland stützen Dax

Ein schwacher Jobreport aus den USA hat am Freitag den Dax zeitweise belastet. Erst kurz vor Xetra-Schluss konnte sich der deutsche Leitindex wieder in die Gewinnzone retten: Griechenland erhält die nächste Finanzspritze über 12 Milliarden Euro. Bankentitel legen daraufhin deutlich zu.
Börse in Frankfurt: Warten auf die Daten vom US-Arbeitsmarkt

Börse in Frankfurt: Warten auf die Daten vom US-Arbeitsmarkt

Foto: Ralph Orlowski/ Getty Images

Frankfurt am Main - Nach einer Berg- und Talfahrt hat sich der Dax  doch noch mit einem Plus ins Wochenende verabschiedet. Ausschlaggebend waren Händlern zufolge Nachrichten, dass Griechenland seine dringend benötigte Kredittranche Anfang Juli wohl auch erhält. Zuletzt hatte es Zweifel daran gegeben, weil der IWF seine Überweisung von deutlichen Fortschritten bei der Bewältigung der Schuldenkrise abhängig gemacht hatte.

Der Dax ging 0,5 Prozent höher bei 7109 Punkten aus dem Handel. Vor allem bei Bankwerten war die Erleichterung über die Fortschritte der Probleme Griechenlands spürbar.

Versorger schwach, Bankentitel gefragt

Während hierzulande vor allem Commerzbank (Kurswerte anzeigen) und Deutsche Bank (Kurswerte anzeigen) mit einem Plus von mehr als vier beziehungsweise knapp zwei Prozent profitierten, schnellte der griechische Bankenindex um knapp neun Prozent nach oben. Der EuroStoxx50 schloss 0,2 Prozent höher, im Wochenverlauf büßte er damit 1,1 Prozent ein. Der Dax verlor in diesem Zeitraum 0,8 Prozent.

Auf der Verliererseite in Frankfurt standen RWE (Kurswerte anzeigen) und Eon (Kurswerte anzeigen) . Die Aktien der beiden Versorger rutschten aufgrund anhaltender Spekulationen um finanzielle Belastungen wegen dem geplanten Atom-Ausstieg ab. RWE gingen 2,7 Prozent niedriger bei 38,19 Euro aus dem Handel. E.ON verloren 1,2 Prozent auf 18,84 Euro.

Grünes Licht für den nächsten Scheck

IWF, EU und EZB hätten "praktisch grünes Licht für die Auszahlung der nächsten Tranche gegeben, und das hat etwas Nervosität aus dem Markt genommen", sagte ein Händler. "Allerdings sitzt der Schreck über den äußerst schwachen US-Arbeitsmarktbericht tief, von einer echten Erleichterung am Markt kann keine Rede sein."

Schwacher Jobbericht belastet Wall Street

In der weltgrößten Volkswirtschaft waren im Mai erheblich weniger neue Stellen geschaffen worden als prognostiziert. Die wachsenden Zweifel an der Nachhaltigkeit der konjunkturellen Erholung in den USA konnte auch ein überraschend starker ISM-Dienstleistungsindex nicht ausbügeln. Die US-Börsen lagen zum Handelsschluss in Europa rund 0,5 Prozent im Minus.

Euro über 1,46 US-Dollar

Die Erleichterung über die jüngsten Fortschritte war auch am Renten- und Devisenmarkt spürbar. Der Euro schaffte es erstmals seit Anfang Mai über 1,46 Dollar. Die Rendite der zehnjährigen hellenischen Anleihen fiel auf 16,206 (Vortagesschluss: 16,776) Prozent.

Vor diesem Hintergrund ließen sich Investoren auch von der Herabstufung der Bonität mehrerer griechischer Banken durch die Ratingagentur Moody's nicht verunsichern. "Das ist eine logische Konsequenz der Herabstufung des Landesratings vor einigen Tagen", sagte ein Aktienhändler. Alpha Bank gingen mit einem Kursplus von knapp 13 Prozent aus dem Handel, Bank of Piraeus und National Bank of Greece stiegen um jeweils 7,8 Prozent.

mg/dpa-afx