Kurssturz nach Prognosesenkung Nokia entsetzt Investoren

Sinkende Verkäufe, niedrigere Preise: Der Handyriese Nokia muss seine Geschäftsprognose kassieren und sorgt damit für Entsetzen unter den Anlegern. Der Aktienkurs des finnischen Unternehmens bricht in der Spitze mehr als 15 Prozent ein. Manche Experten halten Nokia nicht mehr für wettbewerbsfähig.
Handys von Nokia: Beim weltweiten Absatz rutschte der Hersteller zuletzt deutlich ab

Handys von Nokia: Beim weltweiten Absatz rutschte der Hersteller zuletzt deutlich ab

Foto: LUKE MACGREGOR/ REUTERS

Helsinki - Der angeschlagene finnische Handy-Hersteller Nokia taumelt immer tiefer in die Krise. Der einst unangefochtene Platzhirsch kann wegen der scharfen Konkurrenz durch iPhone & Co bei weitem nicht so viele Telefone verkaufen wie bislang erhofft und zog deshalb am Dienstag zum Schrecken der Anleger seine Geschäftsziele für das Gesamtjahr zurück.

Der Aktienkurs des Handyherstellers Nokia  ist draufhin am Dienstag eingebrochen. Die Papiere des finnischen Unternehmens büßten am Nachmittag in der Spitze bis zu 15 Prozent auf 4,9 Euro ein, während der EuroStoxx 50 zugleich um rund 1,8 Prozent stieg.

Nachdem Nokia im zweiten Quartal weniger Handys zu geringeren Durchschnittspreisen verkaufen musste als gedacht, wird die wichtige Sparte Geräte und Dienstleistungen ihre Ziele für Umsatz, Ergebnis und Margen bis Jahresende verfehlen, wie der Konzern am frühen Nachmittag mitteilte.

"Die Zahlen sind insbesondere im Vergleich zur Konkurrenz grottenschlecht", urteilt Händler Andreas Lipkow von MWB Fairtrade. "Wenn man sich die Zahlen von Apple beispielsweise ansieht, scheint Nokia nicht wirklich hinterher zu kommen." Weitere Börsianer sprachen nicht nur von einer Enttäuschung, sondern vermuten inzwischen sogar, dass Nokia den Markt zuvor "getäuscht" haben könnte mit seinem Ausblick.

"Nokia immer weniger wettbewerbsfähig"

Dass die Aktie so dermaßen stark verkauft werde, sei "keine riesige Überraschung", meinte Händler Markus Huber von ETX Capital. Die veröffentlichten Zahlen seien "wirklich schrecklich" und zudem unerwartet gekommen. "Erneut wird deutlich, dass Nokia nicht wettbewerbsfähig ist, vor allem mit Blick auf Smartphones."

Während Apples iPhone und Googles Android zunehmend gefragt seien, bleibe Nokia immer mehr zurück und es sei extrem schwer, einmal verlorene Marktanteile zurückzugewinnen. "Manch einer fürchtet inzwischen, dass die Kooperation mit Microsoft, die im vierten Quartal erste Früchte tragen soll, keinen so großen positiven Effekt haben wird bis bislang gedacht."

Diese Kooperation dürfte nach Ansicht des Händlers nun nicht mehr ausreichen. "Eine ganze Reihe neuer Produkte und auch diverse Wechsel im Management werden benötigt. Am besten wäre für Nokia jemand mit Visionen wie etwa Steve Jobs von Apple."

Rei/dpa-afx

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