Börse Eon und RWE drücken Dax ins Minus

Der Dax bröckelt weiter ab. Versorgertitel leiden unter dem Beschluss der Koalition zum Atomausstieg bis zum Jahr 2022. Im TexDax profitieren Aktien aus dem Bereich Erneuerbare Energien.
Händler in Frankfurt: Feiertage in den USA und Großbritannien deuten auf einen ruhigen Handel hin

Händler in Frankfurt: Feiertage in den USA und Großbritannien deuten auf einen ruhigen Handel hin

Foto: dapd

Frankfurt am Main - Die Regierungskoalition will den Atomausstieg bis spätestens 2022 und hat damit für Kursverluste bei den Versorger-Aktien gesorgt. Deutliche Verluste der Papiere von Eon  und RWE  sorgten dafür, dass der Dax  0,1 Prozent im Minus beendete.

Für den Index der Technologiewerte TecDax  ging es dank hoher Kursgewinne bei den Titeln der Erneuerbaren Energien dagegen um 1,61 Prozent auf 911 Punkte nach oben.

Händler verwiesen neben den Verlusten bei den Versorgertiteln auch auf anhaltende Sorgen über die Schuldenkrise in Europa, die den Markt weiterhin in Schach gehalten hätten. Zudem seien die Umsätze wegen Feiertagen in den USA und Großbritannien sehr gering geblieben.

Auch charttechnische Gründe wurden am Markt dafür verantwortlich gemacht, dass der Dax  unterhalb seines zuvor erreichten Tageshochs von 7.204 Punkten schloss. Der Leitindex sei mehrfach an einem Widerstand bei 7.200 Punkten gescheitert.

Abschied von der Kernkraft

Nach der Entscheidung vom Wochenende beraten am heutigen Montag die Parteien über den Abschied von der Kernkraft. Der Großteil der Meiler soll schon bis 2021 vom Netz. Falls es Probleme bei der Energiewende gibt, sollen drei Kraftwerke als "Sicherheitspuffer" jedoch erst 2022 abgeschaltet werden. Das vereinbarten die Spitzen von Union und FDP in der Nacht im Kanzleramt.

An der umstrittenen Brennelementesteuer für die Atomkonzerne hält die Koalition nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa fest. Gerade dies belaste die Versorgertitel, kommentierte ein Händler. In der Vorwoche hatten sie noch von der Hoffnung auf eine Abschaffung profitiert.

Adidas legt zu

Gute Nachrichten trieben indes Adidas -Papiere  nach oben. Der Sportartikelhersteller sieht in Japan nach der verheerenden Katastrophe eine Entspannung der Lage. Die Situation normalisiere sich inzwischen wieder und das Geschäft ziehe an, sagte Vorstandschef Herbert Hainer am Wochenende in London. Hainer kündigte bei der Gelegenheit auch an, dem Erzrivalen Nike (Kurswerte anzeigen) die Marktführerschaft auf dem wichtigen Sportmarkt Großbritannien abjagen zu wollen. Sprungbrett dafür sollen die Olympischen und Paralympischen Spiele 2012 London sein.

Erneuerbare-Energien-Werte profitieren von Atomausstiegsplänen

Im TecDax profitierte der Bereich erneuerbare Energie von den Atomausstiegsplänen. An der Spitze zogen Nordex (Kurswerte anzeigen) und Solarworld (Kurswerte anzeigen) deutlich an. Ein Börsianer verwies zudem auf Aussagen aus dem Management des chinesischen Photovoltaikallrounders, die auf eine Trendwende des Sektors im laufenden Quartal hoffen ließen.

Aktien von Roth & Rau stiegen um 0,65 Prozent auf 23,10 Euro. Der Unternehmer Jürgen Gutekunst hat seine Beteiligung am Solarzulieferer aufgestockt. Der Stimmrechtsanteil stieg am 24. Mai über die Schwelle von 15 Prozent. Erst vor wenigen Tagen hatte der Schweizer Solarzulieferer Meyer Burger seinen Anteil an Roth & Rau auf fast 20 Prozent erhöht.

Euro und Öl mit leichten Verlusten

Der Euro  ist am Montag mit leichten Verlusten in die neue Handelswoche gestartet. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,4260 Dollar und damit etwas weniger als am Freitagabend. Ein Dollar kostete zuletzt 0,7013 Euro. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Freitagmittag auf 1,4265 (Donnerstag: 1,4168) Dollar festgesetzt.

Die Ölpreise sind am Montag mit leichten Kursverlusten in die neue Handelswoche gestartet. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent  zur Lieferung im Juli kostete im frühen Handel 114,71 Dollar. Das waren 32 Cent weniger als am Freitag. Der Preis für ein Fass der US-Referenzsorte West Texas Intermediate sank um 28 Cent auf 100,31 Dollar.

mg/dpa-afx