Börse Konjunkturdaten stützen Dax

Mit stabilen Ifo-Daten im Rücken hat sich der Dax am Dienstag etwas von den jüngsten Kursverlusten erholt. Luftfahrtaktien geraten angesichts der Aschewolke aus Island unter Druck.
Atempause in Frankfurt: Die europäische Schuldenkrise sorgt weiter für Verunsicherung

Atempause in Frankfurt: Die europäische Schuldenkrise sorgt weiter für Verunsicherung

Foto: Ralph Orlowski/ Getty Images

Frankfurt am Main - Die deutschen Standardwerte haben ihre Talfahrt am Dienstag dank besser als erwarteter Konjunkturdaten gestoppt. Der Dax  erholte sich um 0,41 Prozent auf 7.150,66 Punkte. In den beiden Vortagen hatte der Leitindex in der Spitze mehr als 4 Prozent auf dem tiefsten Stand seit über einem Monat verloren. Für den MDax (Kurswerte anzeigen) der 50 mittelgroßen Werte ging es am Dienstag sogar um 0,69 Prozent auf 10.642,89 Punkte nach oben. Der technologielastige TecDax  verlor dagegen wegen schwacher Solarwerte 0,1 Prozent auf 898,30 Punkte.

"Die Unruhe wegen der Schuldenkrise in der Eurozone hat sich etwas gelegt und einige Anleger nutzen das niedrigere Niveau für vorsichtige Käufe", sagte Analyst Christoph Schmidt vom Asset-Manager N.M.F.

ifo-Index stärkt die Kauflaune

Auch der besser als erwartete ifo-Geschäftsklimaindex passe sehr gut in dieses Bild. Das anhaltend hohe Niveau des ifo-Index spricht den Analysten der Commerzbank zufolge für einen fortwährenden Aufschwung in Deutschland, wenn auch in einer verlangsamten Gangart. Positiv wirke auch die Erholung der Rohstoffwerte und anderer zyklischer Aktien.

VW eröffnet Werk in den USA

Gefragt waren die Aktien von K+S (Kurswerte anzeigen) an der Dax-Spitze mit einem Plus von 2,6 Prozent. Citigroup-Analystin Sophie Jourdier hatte ihre Gewinnschätzungen für die Branche infolge höherer Preisprognosen für Kali angehoben. Für K+S bedeutet dies eine um 10 Prozent höhere Gewinnerwartung für 2012. Zudem ist der Salz- und Düngemittelkonzern einem Pressebericht zufolge mit dem Verkauf der Hausdüngersparte Compo in die letzte Phase eingetreten. Es seien noch zwei Parteien im Rennen, schreibt die "Financial Times Deutschland" ohne nähere Quellenangaben.

Die Vorzugsaktien von Volkswagen  (VW) stiegen angesichts der Eröffnung eines Werks des Wolfsburger Autobauers im US-Bundesstaat Tennessee ebenfalls deutlich. Damit könne VW seinen Marktanteil in den USA erhöhen und Wechselkursrisiken reduzieren, betonte Analyst Daniel Schwarz von der Commerzbank. Ein Händler verwies zudem auf einen Bericht, wonach VW sein Händlernetz in den USA in den kommenden Jahren deutlich ausbauen will. "Das passe zu den aggressiven Umsatzzielen des Konzerns", kommentierte er.

Kabel Deutschland profitieren von Übernahmespekulationen

Zu den stärksten Papieren im MDax zählten die Aktien von Kabel Deutschland. Händler führten dies auf Marktspekulationen zurück, wonach Vodafone (Kurswerte anzeigen) an einer Übernahme des Kabelnetzbetreibers interessiert sein könnte. Beide Unternehmen wollten dazu keinen Kommentar abgeben. Börsianer verwiesen indes darauf, dass solche Gerüchte immer wieder herumgereicht würden.

Aschewolke und drohendes Flugverbot belastet Lufthansa

Im Minus lagen Luftfahrtaktien, nachdem einige Fluggesellschaften wegen der Aschewolke nach dem Vulkanausbruch in Island Flüge nach Schottland gestrichen hatten. Lufthansa -Aktien  verloren rund 1,4 Prozen an Wert. Mehrere Analysten betonten jedoch, dass sie nicht derart gravierende Auswirkungen auf den Flugverkehr erwarten wie bei dem Vulkanausbruch in Island im vergangenen Jahr.

Euro und Ölpreise erholen sich

Der Euro  hat sich am Dienstag etwas von seinen Verlusten zu Wochenbeginn erholt. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,4060 Dollar, nachdem sie am Montag zeitweise unter die Marke von 1,40 Dollar gesunken war. Ein Dollar kostete zuletzt 0,7112 Euro. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Montagmittag auf 1,4020 (Freitag; 1,4237) Dollar festgesetzt.

Die Ölpreise haben sich am Dienstag etwas von ihren Verlusten vom Wochenauftakt erholt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent  zur Lieferung im Juli kostete im frühen Handel 110,72 Dollar - das waren 62 Cent mehr als am Montag. Der Preis für ein Fass der US-Referenzsorte West Texas Intermediate stieg um 59 Cent auf 98,29 Dollar.

Händler begründeten die leichten Kursgewinne mit einer Gegenbewegung zu den starken Verlusten am Montag. Zu Wochenbeginn hatten die Preise um zeitweise mehr als drei Dollar nachgegeben. Ein Hauptgrund ist der wieder stärkere Dollar, der die Ölnachfrage aus vielen Ländern außerhalb des Dollar-Raums belastet. Zudem drückt die europäische Schuldenkrise derzeit stark die Stimmung der Investoren, was riskantere Anlageklassen wie Rohöl unter Druck setzt.

mg/dpa-afx

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