Börse Dax schließt nach fünf Verlusttagen im Plus

Nach fünf Verlusttagen in Folge hat der Dax am Mittwoch wieder im Plus geschlossen. Zu den Gewinnern gehören Aktien der Deutschen Bank und der Telekom. An der Wall Street bleibt die Stimmung jedoch verhalten.
Börse in Frankfurt: Zum ersten Mal in dieser Woche startet der Dax im Plus

Börse in Frankfurt: Zum ersten Mal in dieser Woche startet der Dax im Plus

Foto: AMANDA ANDERSEN/ REUTERS

Frankfurt am Main - Der Dax  eroberte die Marke von 7300 Punkten zurück und legte um 0,65 Prozent auf 7303,53 Punkte zu. Der MDax hingegen pendelte zwischen Gewinnen und Verlusten und rückte zuletzt um minimale 0,01 Prozent auf 10.662 Punkte vor. Für den TecDax ging es um 0,e Prozent auf 917 Punkte aufwärts.

"Die Anleger konzentrieren sich wieder auf Aspekte wie das fundamental gute Umfeld oder die hohe Liquidität am Markt, die die Kurse stützen", begründete Marktstratege Robert Halver von der Baader Bader die leichte Erholung im Dax.

Geholfen habe auch eine Meldung, wonach China wohl erst einmal nicht erwäge, seine heiß gelaufene Konjunktur weiter abzukühlen. Die damit verbundenen Sorgen um eine Abschwächung der Weltwirtschaft hatten den Leitindex in den letzten Tagen belastet.

Wall Street gut behauptet

Die New Yorker Wall Street fand keinen klaren Kurs. Die Händler blickten mit Spannung auf die Veröffentlichung des Protokolls der Notenbank am Abend. Der Dow-Jones-Index stand gegen 17.45 (MESZ) bei 12.501 Punkten, was einem Plus von 0,2 Prozent entsprach. Der Nasdaq-Composite verbesserte sich um 0,5 Prozent auf 2.797 Zähler.

Defensive Werte gefragt

Im Dax standen Fresenius  mit einem Plus von 1,8 Prozent auf 72,04 Euro an der Spitze. Deutsche Telekom  legten um 1,7 Prozent auf 10,54 Euro zu. Bayer verbesserten sich um 1,6 Prozent auf 57,94 Euro.

Am schlechtesten entwickelten sich Commerzbank, die 1,4 Prozent auf 3,81 Euro nachgaben. ThyssenKrupp verschlechterten sich um 0,6 Prozent auf 32,04 Euro. Heidelcement verloren 0,4 Prozent auf 47,69 Euro.

Deutsche-Bank-Titel erholen sich

Auf Unternehmensseite gehörten die Papiere der Deutschen Bank (Kurswerte anzeigen) zu den Gewinnern im Dax. Händler sprachen vor allem von einer Erholungsbewegung. Dass die Großbank in den kommenden zwei bis drei Jahren einen operativen Vorsteuergewinn von bis zu zwölf Milliarden Euro für möglich hält, wie Finanzvorstand Stefan Krause am Rande einer Konferenz sagte, sei nicht neu, meinte einer der Börsianer. "Vorstandschef Josef Ackermann hat das neue Ziel am Montag bereits Analysten genannt."

Klatten sichert sich Sperrminorität an SGL Group

Die Aktien der SGL Group (Kurswerte anzeigen) verteuerten sich im Nebenwerteindex MDax. Wie der Kohlenstoffspezialist mitteilte, hat die BMW-Großaktionärin Susanne Klatten hat ihren Anteil an SGL über eine wichtige Marke hinaus ausgebaut. Der Stimmrechtsanteil von Frau Klatten überschreite mit 26,98 Prozent die Schwelle von 25 Prozent, teilte SGL mit. Damit verfügt Klatten über eine Sperrminorität und ein Vetorecht.

Euro und Öl erholt

Der Euro verlor zunächst deutlich, erholte sich im Tagesverlauf aber wieder etwas von seinem Tiefstwert, der bei 1,42 Dollar lag. Händler erklärten die augenblickliche Schwäche mit einer höheren Risikoneigung der Anleger. Gegen 17.40 Uhr stand die Gemeinschaftswährung bei 1,4265 Dollar. Die Europäische Zentralbank legte den Referenzkurs bei 1,4227 Dollar fest.

Die Ölpreise haben am Mittwoch zu einer Kurserholung angesetzt und im asiatischen Handel leichte Gewinne verzeichnet. Meldungen über einen überraschenden Rückgang der Treibstoffreserven in den USA hätten den Ölpreisen nach einer rasanten Talfahrt in den vergangenen Handelstagen wieder Auftrieb verliehen, hieß es von Händlern. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent  mit Auslieferung im Juli kostete am frühen Morgen 110,80 Dollar und damit 81 Cent mehr als am Vortag. Zeitgleich verteuerte sich US-Rohöl der Referenzsorte West Texas Intermediate mit Auslieferung im Juni um 89 Cent auf 97,80 Dollar.

Die jüngsten Daten des Branchenverbandes American Petroleum Institute aus den USA hätten einen unerwarteten Rückgang bei den Benzinreserven in der größten Volkswirtschaft der Welt ausgewiesen. Dies habe die Befürchtungen über eine schwache Benzinnachfrage in den Sommermonaten gedämpft, hieß es von Experten. In der Ferienzeit ist die Treibstoffnachfrage in den USA erfahrungsgemäß sehr hoch. Mit dem leichten Anstieg der Ölpreise zur Wochenmitte endete damit vorerst eine Talfahrt an den Ölmärkten, die den Preis für US-Rohöl seit Monatsbeginn um 15 Prozent und den Preis für Brent-Öl um 12 Prozent zurückfallen ließ.

mg/dpa-afx
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