Börse Schwache Wall Street bremst Dax aus

Am Vormittag peilte der Dax zeitweise ein neues Dreijahreshoch an - doch enttäuschende Konjunkturdaten aus den USA sowie der Kurssturz des Ölpreises beendeten den Höhenflug. Der deutsche Leitindex schließt knapp im Minus, vor allem BASF gerät unter Druck.
Börse in Frankfurt: Wall Street als Spielverderber

Börse in Frankfurt: Wall Street als Spielverderber

Foto: AMANDA ANDERSEN/ REUTERS

New York / Frankfurt am Main - Negative Impulse aus den USA haben den Dax  am Mittwoch ins Minus gezogen. Der deutsche Leitindex - dank starker Quartalsbilanzen hiesiger Unternehmen lange auf Kurs zu einem neuen Jahreshoch - musste der schwächelnden Wall Street Tribut zollen, die unter negativ aufgenommenen US-Konjunkturdaten und enttäuschenden Zahlen von Walt Disney (Kurswerte anzeigen) litt.

Der Dax  schloss 0,1 Prozent tiefer bei 7495 Punkten. Für den MDax der mittelgroßen Werte ging es um 0,1 Prozent auf 10 819 Punkte nach unten. Lediglich der TecDax behauptete ein Plus von 0,12 Prozent auf 931,52 Punkte.

Ölpreis gibt deutlich nach - Öltitel an der Wall Street unter Druck

An der Wall Street notierten die Indizes zum Handelsschluss in Deutschland im Minus. Der Dow Jones  gab 0,5 Prozent ab, der Nasdaq Composite  notierte 0,3 Prozent schwächer.

Außerdem sorgte der wieder gesunkene Ölpreis für Kursverluste bei den Branchenunternehmen ExxonMobil und Chevron (Kurswerte anzeigen) . In den USA sind die Lagerbestände an Rohöl in der vergangenen Woche abermals kräftig gestiegen, erklärten Börsianer die Kursverluste beim Öl.

Auch die jüngsten Konjunkturdaten hätten belastet, sagten Händler. Das Handelsdefizit der USA hatte sich im März etwas stärker als erwartet ausgeweitet.

Die Titel von Walt Disney (Kurswerte anzeigen) waren mit einem Minus von 3,64 Prozent auf 42,31 US-Dollar das Schlusslicht im Dow. Nach den Medienkonzernen Time Warner und News Corp klagt nun auch der Branchenprimus über ein flaues Filmgeschäft im Frühjahr. Der teuer produzierte Trickfilm "Mars needs Moms" floppte in den US-Kinos

Favorit im Leitindex waren die Aktien von Intel (Kurswerte anzeigen) , die sich um 2,04 Prozent auf 23,50 Dollar verteuerten. Der Speicherchiphersteller will nach einem Rekordquartal seine Aktionäre verwöhnen. Die Dividende wird um 16 Prozent auf 21 US-Cent je Aktie erhöht.

Fresenius gefragt, BASF schwach

Zu den Gewinnern im Dax zählten die Aktien von Fresenius und BMW, während am Indexende vor allem die Aktie von BASF  unter Druck geriet. Die Aktie des Chemiekonzerns gab um mehr als 2 Prozent nach.

In Frankfurt standen insbesondere Aktien von Industrieunternehmen unter Druck, nachdem sich in China das Wachstum der Industrie im April abgeschwächt hatte. Die Aktien von BASF fielen um 2,1 Prozent, die von Volkswagen um 0,8 Prozent.

Eon mit durchwachsener Bilanz

Als durchwachsen bezeichneten Börsianer die Zwischenbilanz von Eon (Kurswerte anzeigen). "Der Umsatz war gut, die Ertragskennziffern lagen aber allesamt leicht unter den Analystenprognosen", sagte Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research. "Beim Ausblick lagen die Ziele für das operative Ergebnis am oberen und diejenigen für den Nettogewinn eher am unteren Ende der Erwartungen."

Im MDax bildeten sich Anleger eine positive Meinung zur Axel Springer AG  Springer. Die Aktien des "Bild"-Herausgebers gehörten mit einem Plus von 2,6 Prozent zu den Favoriten im deutschen Nebenwerte-Index. Die Verlagerung des Schwergewichts auf das internationale und das Digital-Geschäft komme immer besser voran, schrieb DZ-Bank-Analyst Harald Heider in einem Kommentar. Gleichzeitig bleibe das traditionelle Print-Geschäft des Verlagshauses der Ertragsbringer.

Rei/dpa-afx/rtr