Börse US-Jobdaten ziehen Dax nach unten

Verluste an der Wall Street drücken den Dax deutlich in die Verlustzone. Der Index rutscht unter die Marke von 7400 Zählern. In den USA haben private Unternehmen weniger Jobs geschaffen als erhofft. Der Euro steigt wieder Richtung 1,50 US-Dollar.
Abwärts: Anleger nehmen nach der jüngsten Kursrally Gewinne mit

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Foto: dapd

Frankfurt am Main - Schlechte Stimmung an den US-Börsen hat am Mittwoch dem deutschen Aktienmarkt belastet. Kaum öffnete die Wall Street mit Kursverlusten, baute auch der deutsche Leitindex seine bis dahin leichten Verluste aus. Der Dax  schloss den Handelstag mit einem Verlust von 1,7 Prozent bei 7374 Punkten. Der MDax  fiel um 1,6 Prozent auf 10581 Zähler. Der TecDax  gab 0,5 Prozent nach auf 918 Punkte.

Die Wall Street litt vor allem unter schwachen Konjunkturdaten. Sowohl der Arbeitsmarkt als auch der Dienstleistungssektor entwickelten sich demnach schlechter als erwartet. Der Dow Jones  fiel bis 17.50 Uhr MESZ um 0,8 Prozent auf 12.697 Punkte. Der Nasdaq Composite  gab 1,0 Prozent auf 2.815 Zähler nach.

Der Grund: In den USA war die Beschäftigung im Privatsektor im April schwächer als erwartet gestiegen, wie der Arbeitsmarkt-Dienstleister Automatic Data Processing (ADP) mitgeteilt hatte.

Am Vormittag hatten laut Marktanalyst Heino Ruland noch die guten Quartalsergebnisse von Unternehmen wie Henkel  und BMW  für gute Laune am deutschen Aktienmarkt gesorgt. Im Handelsverlauf jedoch hätten wieder die Sorgen um die Wirtschaft in den USA die Oberhand gewonnen.

BMW und Henkel heben nur kurzzeitig die Stimmung

Spitzenreiter im Dax waren die Titel von Henkel, die um rund 2 Prozent kletterten. Der Konsumgüterhersteller startete dank seines florierenden Klebergeschäfts, neuen Produkten in der Kosmetik und der Nachfrage aus den Schwellenländern mit Zuwächsen ins neue Jahr. Ebenfalls gefragt waren die BMW-Papiere, die um 0,82 Prozent auf 63,89 Euro stiegen. Die Zahlen des Münchener Autobauers fielen laut Börsianern unerwartet gut aus.

Allianz, Siemens, Volkswagen und Lufthansa unter Druck

Zu den Verlierern zählten die Anteilsscheine der Allianz  , die um 1,41 Prozent auf 104,85 Euro nachgaben. Die unmittelbar vor Börsenstart bekannt gegebenen Eckzahlen des Versicherers für das erste Quartal stießen auf geteiltes Echo am Markt.

Deutlicher im Minus notierten die Aktien von Siemens  , die um 1,71 Prozent auf 95,72 Euro sanken. Der Elektrokonzern hatte zwar die Gewinnprognose angehoben. Einige Anleger hätten aber auf eine noch positivere Aussage gehofft, hieß es von Händlern.

Zu den größten Verlierern zählten die Aktien von Lufthansa und Volkswagen. Beide Werte wurden jedoch ex Dividende gehandelt, das bedeutet, dass der Dividendenabschlag im Kursminus enthalten ist.

MDax: Wincor Nixdorf bricht ein

Im MDax brachen die Titel von Wincor Nixdorf um 10,46 Prozent auf 48,95 Euro ein. Der Geldautomaten- und Kassensystemhersteller enttäuschte einem Händler zufolge "auf ganzer Linie mit den Zahlen und dem Ausblick". Vor allem die immense Senkung der Ziele sei so nicht erwartet worden.

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 3,09 (Dienstag: 3,04) Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,36 Prozent auf 121,45 Punkte. Der Bund Future sank um 0,28 Prozent auf 122,30 Punkte. Der Euro stieg: Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,4882 (1,4780) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,6720 (0,6766) Euro.

Euro steigt über die Marke von 1,49 US-Dollar

Der Kurs des Euro ist am Mittwoch gestützt durch schwache US-Konjunkturdaten über die Marke von 1,49 Dollar gestiegen. Mit 1,4939 Dollar erreichte der Euro am späten Nachmittag den höchsten Stand seit Dezember 2009. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,4882 (Dienstag: 1,4780) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,6720 (0,6766) Euro.

Die Ölpreise haben weiter nachgegeben. Im frühen Handel kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni 122,37 Dollar. Das waren 18 Cent weniger als am Dienstag. Der Preis für ein Barrel der US-Referenzsorte West Texas Intermediate sank um 32 Cent auf 110,73 Dollar.

cr/rtr/dpa-afx