Börse Deutsche Bank zieht Dax auf Dreijahreshoch

Der Dax hat den höchsten Stand seit Januar 2008 erreicht, weil die deutsche Wirtschaft vor Kraft strotzt. Fünf Dax-Konzerne haben ihre Gewinne deutlich gesteigert, das Ergebnis der Deutschen Bank hat den gesamten Aktienmarkt beflügelt. Und die Gold-, Silber- und Ölpreise sind kaum zu bremsen.
Börse Frankfurt: Sechster Gewinntag in Folge

Börse Frankfurt: Sechster Gewinntag in Folge

Foto: DPA

Frankfurt am Main - Der deutsche Aktienleitindex Dax  ist derzeit nicht zu stoppen. Frankfurts wichtigstes Börsenbarometer hat den sechsten Handelstag in Folge zugelegt und knapp unter seinem kurz zuvor erreichten Tageshoch von rund 7480 Punkten geschlossen; aus dem Handel ging er mit plus 0,95 Prozent bei 7475,22 Punkten.

Der MDax  der mittelgroßen börsennotierten Aktiengesellschaften rückte um 0,25 Prozent auf 10.711,30 Punkte vor und präsentierte sich zeitweise sogar so stark, wie zuletzt im August 2007. Der technologielastige TecDax  hingegen schloss kaum verändert um 0,16 Prozent höher mit 923,20 Zählern.

Kaum schlechter das Bild an den anderen bedeutenden Aktienmärkten in Europa: Der Pariser Leitindex CAC 40  zeigte sich ebenfalls fest, während Großbritanniens FTSE-100-Index  vor dem langen Wochenende in Großbritannien zwar im Plus, aber letztlich kaum verändert schloss. Der Europa-Index EuroStoxx 50  legte insgesamt mit plus 0,93 Prozent auf 3005,33 Punkte zu, der New Yorker Leitindex Dow Jones Industrial  gewann zum europäischen Handelsschluss ebenfalls leicht.

Immer weitere Käufe treiben die Rohstoffnotierungen parallel in immer neue Höhen, Rekordmarken fallen im Tagesrhythmus. Eine Feinunze (31,1 Gramm) Gold  kostete am Donnerstag in der Spitze 1535,90 Dollar - so viel wie nie zuvor; zuletzt notierte das gelbe Metall bei 1534,10 Dollar. Der Silberpreis erreichte sein Tageshoch bei 49,39 Dollar und blieb damit nur knapp unter seinem Rekordstand von 49,45 Dollar aus dem Jahr 1980. Und auch die Ölpreise sind am Donnerstag weiter gestiegen.

Zuletzt kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent  zur Auslieferung im Juni 126,08 Dollar. Das waren 0,95 Dollar mehr als am Mittwoch. Der Preis für ein Barrel der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) kletterte um 1,05 Dollar auf 113,81 Dollar. Damit kostet Rohöl soviel wie seit rund zweieinhalb Jahren nicht mehr.

SAP am Dax-Ende

In Deutschland bestimmten dennoch die neuesten Gewinn- und Verlustmeldungen der hiesigen Konzernelite das Aktienmarktgeschehen: Allein fünf der größten 30 deutschen börsennotierten Konzerne haben heute Farbe bekannt - und allesamt höhere Gewinne als zuletzt noch gemeldet. Insbesondere die Deutsche Bank legte so deutlich zu, dass sie auch die Ergebnisse vieler internationaler Geldhaus-Konkurrenten in den Schatten gestellt. Die Deutsche-Bank-Aktien  gewannen daraufhin an der Dax-Spitze 4,75 Prozent auf 43,79 Euro.

Teils kräftige Kursgewinne verbuchten heute auch die Aktionäre der anderen Dax-Größen, die über ungewöhnlich gut laufende Geschäfte berichtet hatten. Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer hat beispielsweise seine Gewinnprognose für das laufende Jahr angehoben. Der Kurs der Bayer-Aktien  stieg daraufhin um 2,03 Prozent auf 58,710 Euro. Konkurrent Merck hatte dank der Milliardenübernahme des Laborausrüsters Millipore und des anhaltenden Chemiebooms einen kräftigen Gewinn- und Umsatzanstieg verbucht, was den Merk-Papieren  ein Plus von 3,55 Prozent auf 71,55 Euro bescherte.

Dagegen reagierten die Deutsche-Börse-Titel  kaum auf die Nachricht der besser laufenden Geschäfte des Finanzdienstleisters und schlossen nur um 0,40 Prozent höher bei 55,50 Euro. Und SAP-Anleger mussten heute mit ansehen, wie ihre Wertpapiere gar an das Ende der heutigen Dax-Liste durchgereicht wurden: Das Ausmaß der Umsatz- und Gewinnsteigerung des Softwarehauses SAP war hinter dem zurückgeblieben, worauf Anleger spekuliert hatten. Entsprechend büßten die SAP-Anteilsscheine am Dax-Ende 5,67 Prozent auf 43,09 Euro ein.

Der Euro-Kurs Euro  hat am Donnerstag gestützt durch die Niedrigzinspolitik der US-Notenbank seinen Höhenflug fortgesetzt. In der Spitze erreichte die Gemeinschaftswährung mit 1,4881 US-Dollar den höchsten Stand seit 16 Monaten. Am späten Nachmittag wurde der Euro mit 1,4833 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,4794 Dollar festgesetzt. Ein Dollar kostete somit 0,6760 Euro.

Am deutschen Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite auf 3,07 (Mittwoch: 3,05) Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,11 Prozent auf 121,71 Punkte. Der Bund Future gewann 0,59 Prozent auf 122,71 Punkte.

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kst/rtr/dpa-afx/ap