Börse Dax geht mit Plus ins Osterwochenende

Der Gewinnsprung von Apple sorgt erneut für Kauflaune an den Börsen. Der Dax beendet die Handelswoche knapp unter der Marke von 7300 Punkten und hat auf Wochensicht deutlich zugelegt. Besonders gefragt waren Linde und SAP. Auch Nokia liefert bessere Zahlen als befürchtet, die Aktie springt.
Börse in Frankfurt: Der Dax schließt knapp unter 4300 Zählern

Börse in Frankfurt: Der Dax schließt knapp unter 4300 Zählern

Foto: Daniel Roland/ AP

Frankfurt am Main - Mit seinem starken Quartalsergebnis hat der iPhone-Erfinder Apple den Anlegern am Donnerstag ein vorgezogenes Ostergeschenk bereitet. Sie griffen auch bei europäischen Aktien zu und verhalfen dem Dax zu einem Kursplus von 0,6 Prozent auf 7295 Punkte.

Im Wochenvergleich legte der Dax rund 1,5 Prozent zu - obwohl die Ratingagentur S&P an der Bonität der USA gekratzt und den Börsen kurzzeitig einen Dämpfer verpasst hatte. Doch das war schnell verflogen.

uch an der Wall Street war die Stimmung freundlich: Der US-Standardwerteindex Dow Jones notierte bei Börsenschluss in Deutschland 0,2 Prozent höher.

"Die Unternehmensergebnisse, die bislang veröffentlicht wurden, stimmen recht optimistisch", sagte Ben Hauzenberger, Fondsmanager bei Swisscanto Asset Management. Vor allem die Aussichten für den konjunkturabhängigen Technologiesektor seien vielversprechend. "Es gibt aber immer noch Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Schuldenkrise."

Apple steigert Umsatz um 80 Prozent

Apple konnte den Absatz seines iPhones im vergangenen Quartal mehr als verdoppeln. Dank des anhaltenden Booms bei den ertragsstarken Smartphones lagen Umsatz und Gewinn mit 24,67 beziehungsweise knapp sechs Milliarden Dollar deutlich über den Markterwartungen. Apple stiegen drei Prozent auf 352,63 Dollar.

Von der glänzenden Apple-Bilanz profitierten auch die europäischen High-Tech-Werte. Die Aktien des deutsche Chip-Designers Dialog Semiconductor stiegen um 0,4 Prozent auf 14,90 Euro. Sein britischer Konkurrent ARM, dessen Chips in zahlreichen Smartphones und Tablet-PCs a la iPad verbaut werden, verbuchte ein Kursplus von ebenfalls 0,4 Prozent.

Nokia mit besseren Zahlen als befürchtet

Nokia, einer der schärfsten Konkurrenten von Apple im hart umkämpfen Smartphone-Markt, öffnete ebenfalls seine Bücher. Trotz eines Gewinnrückgangs reagierten Anleger mit Erleichterung. "Viele hatten Schlimmeres befürchtet", erklärte Hannu Rauhala, Analyst bei der finnischen Pohjola Bank. Die Aktien des finnischen Handy-Bauers stiegen um bis zu fünf Prozent.

Finanztitel trotz Griechenland auf Erholungskurs

Europaweit gefragt waren auch die Banken, die sich in den vergangenen Wochen unterdurchschnittlich entwickelt hatten. "Die Fantasie über die Gewinnlage der Unternehmen überwiegt die Sorgen um die Schuldenlage in Griechenland", sagte ein Börsianer. Sieben der zehn größten Kursgewinner im EuroStoxx50 gehörten zu diesem Sektor. Der europäische Branchenindex legte 1,4 Prozent zu.

Mit jeweils mehr als vier Prozent Kursplus gehörten Unicredit und Intesa Sanpaolo zu den Favoriten. Die Deutsche Bank notierten 1,7 Prozent fester bei 41,09 Euro. An der Wiener Börse legten Erste Bank und Raiffeisen 2,3 beziehungsweise 1,2 Prozent zu.

Telekomwerte schwach

Auf der Verliererseite standen dagegen die Telekom-Werte. Eine Prognosesenkung des E-Plus-Mutterkonzerns KPN verhagelte Investoren die Stimmung. Die Aktien des niederländischen Unternehmens fielen um bis zu neun Prozent auf ein Neun-Monats-Tief von 10,70 Euro. Deutsche Telekom und France Telecom verloren daraufhin jeweils rund 1,5 Prozent. Die spanische Telefonica gab 0,7 Prozent und der britische Mobilfunk-Anbieter Vodafone sogar 4,3 Prozent nach.

Ölpreise weiter auf hohem Niveau

Die Ölpreise haben am Donnerstag weiter zugelegt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent  zur Auslieferung im Juni kostete im frühen Handel 124,63 Dollar. Das waren 78 Cent mehr als am Mittwoch. Der Preis für ein Barrel der US-Referenzsorte West Texas Intermediate stieg um 74 Cent auf 112,19 Dollar.

Damit kostet Rohöl nach wie vor soviel wie zuletzt im August 2008. Die jüngsten Kursgewinne führen Händler insbesondere auf den immer schwächeren Dollar zurück. Seit Wochen neigt der Greenback zu vielen wichtigen Währungen zur Schwäche. Dies stützt die Rohöl-Nachfrage aus Ländern außerhalb des Dollar-Raums. Hauptgrund für den schwachen Dollar ist die amerikanische Geldpolitik. Im Gegensatz zu vielen anderen Wirtschaftsräumen gehen Experten von einer anhaltend expansiven US-Geldpolitik mit sehr niedrigen Zinsen aus.

mg/dpa-afx