Börse Dax schließt kaum verändert

Der Dax hat am Dienstag nur einen kleinen Teil seiner Gewinne ins Ziel gerettet. Laut Experten belasteten weiterhin Sorgen um die schuldengeplagten Peripherieländer der Eurozone. Positive Daten vom US-Immobilienmarkt stützten den deutschen Leitindex letztlich kaum.

New York / Frankfurt am Main -Der Dax  schloss am Dienstag 0,18 Prozent höher bei 7039,31 Punkten. Für den MDax der mittelgroßen Werte ging es um 0,73 Prozent auf 10 238,83 Punkte nach oben. Lediglich der TecDax verlor 0,07 Prozent auf 897,88 Punkte.

An der Wall Street zeigte sich der Dow Jones Industrial Index zum europäischen Handelsschluss kaum verändert.

Nach guten Zahlen von Goldman Sachs bauten die Titel der Deutschen Bank ihre Gewinne nur kurzzeitig aus. Zum Handelsschluss standen sie prozentual unverändert bei 40,000 Euro. Der Gewinneinbruch der US- Investmentbank fiel nicht so stark aus wie befürchtet. Dennoch gaben die Goldman-Aktien in den USA zuletzt um mehr als ein Prozent nach.

Bei den Autobauern sorgten indes positive Aussagen von der Branchenmesse in Shanghai für eine Erholung von den deutlichen Vortagsverlusten. Die deutschen Hersteller können nach Einschätzung des Verbands der Automobilindustrie (VDA) auf dem chinesischen Markt 2011 mit einem weiterhin überdurchschnittlichen Wachstum rechnen.

An der Spitze des Dax gewannen BMW  2,76 Prozent auf 58,790 Euro. Dahinter ging es für die Vorzüge von Volkswagen (VW ) um 1,53 Prozent auf 113,00 Euro hoch und Daimler verteuerten sich um 0,94 Prozent auf 49,080 Euro.

Leoni profitiert von Ausblick

Im MDax sprangen die Aktien von Leoni nach starken Zahlen und der Anhebung des Ausblicks um 6,37 Prozent auf 32,990 Euro hoch. Ein Händler hob hervor, dass sowohl der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) im Auftaktquartal als auch die neue Zielgröße für das Gesamtjahr deutlich über den Konsensschätzungen lägen. Lob gab es auch von Analysten: "Die Anhebung des Ausblicks kam angesichts der zuvor konservativen Ziele zwar nicht unerwartet, ist aber deutlicher als von mir erwartet ausgefallen", sagte Commerzbank-Analyst Daniel Schwarz. Zudem belege der frühe Zeitpunkt das Vertrauen der Unternehmensführung in eine positive Marktentwicklung.

Die Aktien der Konkurrenten Continental und Rheinmetall , die anders als Leoni schon vorher von der Branchenerholung profitiert hatten, bauten ihre vorherigen Gewinne aus und schlossen jeweils knapp drei Prozent höher.

Der Eurostoxx 50 beendete den Tag mit einem Plus von 0,34 Prozent bei 2857,61 Punkten. Die nationalen Aktienindizes in Paris und London konnten ebenfalls zulegen.

EU-Schuldenkrise belastet Euro-Kurs

Am Rentenmarkt sank die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 3,07 (Montag: 3,11) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,13 Prozent auf 121,64 Punkte. Der Bund Future verlor 0,21 Prozent auf 122,19 Punkte. Der Kurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,4302 (Montag: 1,4275) Dollar fest.

Nachdem der Euro in den vergangenen Monaten stark zugelegt hatte und zuletzt stabil bei 1,44 Dollar notierte, belasteten am Montag Spekulationen über einen Schuldenschnitt in Griechenland. Selbst die drohende Bonitätsabstufung der USA seitens der Ratingagentur S&P konnte dem Euro nur kurzzeitig Auftrieb verleihen. Die Commerzbank spricht gar von einem Stimmungsumschwung zugunsten des Dollar. Umgekehrt laste auf dem Euro die Schuldenkrise und der Wahlausgang in Finnland, wo die Euro-Skeptiker am Wochenende starke Stimmengewinne verbuchen konnten.

Ölpreise weiter unter Druck

Die Ölpreise haben am Dienstag weiter nachgegeben. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent  zur Auslieferung im Juni kostete im frühen Handel 121,34 US-Dollar. Das waren 27 Cent weniger als am Montag. Der Preis für ein Barrel der US-Referenzsorte West Texas Intermediate zur Mai-Lieferung sank um 49 Cent auf 106,63 Dollar.

Bereits zu Wochenbeginn hatten die Ölpreise deutlich nachgegeben. Händler verwiesen vor allem auf die drohende Herabstufung der Kreditwürdigkeit der USA seitens der größten Ratingagentur Standard & Poor's als Belastungsfaktor. Zudem herrscht am Markt die Sorge vor, die hohen Ölpreise könnten die Rohölnachfrage bremsen. Unterstützend wirken auf der anderen Seite die anhaltenden Unruhen in der arabischen Welt, allen voran in Libyen.

mg/dpa-afx
Verwandte Artikel