Kapitalerhöhung Commerzbank sammelt mehr Geld ein als erhofft

Die Commerzbank hat den ersten großen Schritt aus der Staatsabhängikeit gemacht. Mit einer vorgezogenen Aktienplatzierung sammelte die Bank innerhalb einer Woche 4,3 Milliarden Euro ein und damit mehr als ursprünglich geplant.
Commerzbank in Frankfurt: Bis Mitte Juni will die Bank 14,3 Milliarden Euro an Staatshilfen zurückzahlen

Commerzbank in Frankfurt: Bis Mitte Juni will die Bank 14,3 Milliarden Euro an Staatshilfen zurückzahlen

Foto: Frank Rumpenhorst/ dpa

Frankfurt am Main - Bei der Platzierung einer Pflichtumtauschanleihe sammelte die Commerzbank 4,3 Milliarden Euro am Markt ein, wie die deutsche Nummer zwei mitteilte. Damit nahm die Bank beim ersten Schritt der in der vergangenen Woche angekündigten Kapitalerhöhung von insgesamt elf Milliarden Euro mehr ein als ursprünglich geplant.

Damals hatte das Institut mitgeteilt, durch den Verkauf der im Fachjargon "Conditional Mandatory Exchangeable Notes" (Comen) genannten Anleihe zwischen 2,6 und 3,4 Milliarden Euro einnehmen zu wollen.

Die Ausgabe der Comen ist Teil des umfangreichen Pakets der Commerzbank , mit dem sich die Bank von dem Großteil der vom Staat erhaltenen stillen Einlage befreien will. Insgesamt sollen bis Mitte Juni 14,3 Milliarden Euro der noch 16,2 Milliarden Euro schweren stillen Einlage des Bankenrettungsfonds Soffin zurückgezahlt werden. Mit der Einlage stärkte der Soffin die Kapitalbasis der Bank.

Der Staat trägt 2,75 Milliarden Euro der Kapitalerhöhung

Bis spätestens 2014 sollen die vom Staat als Einlage erhaltenen Steuergelder komplett getilgt sein. Der Staat bleibt aber vorerst mit etwas mehr als einem Viertel an der Bank beteiligt.

Die Rückzahlung der stillen Einlage soll auch zu einem kleinen Teil aus eigenen Mitteln gestemmt werden. Mit elf Milliarden Euro will die Bank jedoch den Löwenanteil von ihren bisherigen Anteilseignern und neuen Investoren bekommen. Rund 2,75 Milliarden Euro davon trägt der Staat, um seine 25,1-prozentige Beteiligung zu behalten und dadurch weiter hohen Einfluss auf die Geschäftspolitik der Bank zu haben. Die restlichen rund 8,25 Milliarden Euro will sich die Commerzbank von institutionellen und privaten Anlegern holen.

Mit den durch den Verkauf der Wandelanleihe erlösten 4,3 Milliarden Euro hat die Bank damit schon etwas mehr als die Hälfte davon in der Tasche. Die 1,004 Milliarden Papiere wurde die Bank zum Preis von 4,25 Euro pro Stück los. Diese sollen nach der Hauptversammlung automatisch im Verhältnis 1:1 in Aktien umgetauscht werden. Zu dieser ungewöhnlichen Lösung entschied sich das Institut, da die Aktionäre der Kapitalerhöhung bei der vorgezogenen Hauptversammlung am 6. Mai erst noch zustimmen müssen.

Danach wird es richtig spannend für die Aktionäre, da die teilverstaatlichte Bank ab diesem Zeitpunkt die Details der weiteren Schritte bekanntgeben muss. Die wichtigsten Fragen hierbei sind, wie viele neue Aktien zu welchem Bezugspreis die Bank ausgeben muss, um auf die insgesamt 11 Milliarden Euro zu kommen. Daran wird sich bemessen, wie sehr sich die Anteile der Altaktionäre verwässern. Je weniger Aktien die Bank ausgeben muss, desto besser.

Gesichert ist, dass die Bank das Geld zusammenbekommt. Dafür garantieren die begleitenden Banken, zu denen etwa auch mit der Deutschen Bank der Erzrivale der Commerzbank gehört.

mg/dpa
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