Börse Dax leichter, Hochtief-Aktien stürzen ab

Vor Beginn der Bilanzsaison in den USA haben sich die Anleger in Europa und an der Wall Street zunächst zurückgehalten. Der Dax schließt knapp im Minus. Im MDax stürzt die Aktie von Hochtief ab.
Blick gen USA: Händler in Frankfurt warten auf die Zahlen von Alcoa und Google in dieser Woche

Blick gen USA: Händler in Frankfurt warten auf die Zahlen von Alcoa und Google in dieser Woche

Foto: dapd

Frankfurt am Main - Der Dax  schloss mit 7204 Zählern 0,2 Prozent unter dem Freitagsschluss. Der Euro-Stoxx50 ging 0,3 Prozent niedriger aus dem Handel, während der Stoxx50 kaum verändert schloss.

"Das Nachbeben in Japan hat zeitweise die Anleger verunsichert", erklärte ein Händler. Erleichterung darüber, dass offenbar keine großen Schäden gemeldet wurden, und höhere Notierungen an der Wall Street trieben die Kurse am Nachmittag wieder in die Höhe.

Mit den Quartalszahlen des Aluminiumkonzerns Alcoa beginnt am Montagabend nach US-Börsenschluss der Reigen der Quartalsberichte in den USA. "Sollte Alcoa positiv überraschen, könnte es morgen mit dem Dax weiter nach etwas oben gehen", erklärte ein Händler. In der vergangenen Woche hatte Deutschlands Leitindex 0,5 Prozent gewonnen. Allerdings sei die Luft für weitere Kursgewinne schon recht dünn, und die Zahlen müssten schon deutlich höher als erwartet ausfallen, erklärte ein anderer Händler.

Hochtief: Lütkestratkötter macht Platz für ACS

Im deutschen Unternehmensbereich sorgten die Ereignisse um Hochtief, deren Aktien im MDax gelistet sind, für den meisten Gesprächsstoff. Der Bauriese musste im Sog der Probleme bei der australischen Tochter Leighton nicht nur seine eigene Gewinnprognose kürzen. Nun muss er auch seinen Vorstandschef Herbert Lütkestratkötter, der lange erbittert um die Unabhängigkeit des Konzerns gekämpft hatte, ziehen lassen.

"Die Übernahme durch ACS wird nunmehr immer wahrscheinlicher", erklärte Analyst Marc Gabriel vom Bankhaus Lampe. Hochtief-Titel stürzten um 9,4 Prozent auf 62,26 Euro ab. Die Aktien des Großaktionärs ACS fielen in Madrid um 1,6 Prozent.

Deutsche Börse legt zu, Commerzbank unter Druck

Zeitweilig größter Gewinner im Dax waren die Aktien der Deutschen Börse, die zuletzt mit 54,93 Euro 0,8 Prozent zulegten. Das Management der Nyse hatte die Übernahmeofferte von Nasdaq OMX und IntercontinentalExchange (ICE) zurückgewiesen und den Plan zur Fusion mit den Frankfurtern bekräftigt. Kreisen zufolge soll das Angebot der Deutschen Börse aber nicht aufgestockt werden.

Die laufende Kapitalerhöhung drückte die Commerzbank-Titel um 1,5 Prozent ins Minus.

Credit Suisse belastet Daimler

Schlusslicht im Dax waren die Papiere von Daimler mit einem Abschlag von 2,7 Prozent, was Händler auf einen kritischen Analystenkommentar zurückführten. Auch BMW-Aktien standen auf den Verkaufslisten und verloren 2,5 Prozent.

Angesichts der hohen Schwankungen im Dax suchten einige Anleger Sicherheit im Gesundheitssektor: Fresenius legten 1,4 Prozent zu.

TecDax: Roth & Rau haussiert nach Übernahmeangebot

Im TecDax zogen Roth & Rau im Zuge der anvisierten Komplettübernahme durch den Schweizer Konzern Meyer Burger für 22 Euro je Aktie um 12,2 Prozent auf 22,16 Euro an. Die Aktien von Meyer Burger verloren in Zürich 1,3 Prozent.

Der Kurs des Euro in Dollar  ist am Monitag weiter gestiegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,4434 (Freitag: 1,4401) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,6928 (0,6944) Euro.

la/dpa-afx/reuters
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