Börse Dax haussiert, Dow Jones erreicht Jahreshoch

Die Zahl der Beschäftigten in den USA ist im März um mehr als 200.000 gestiegen. Die Arbeitslosenquote fällt auf den tiefsten Stand seit zwei Jahren. Der Dollar legt daraufhin zu, und an der Wall Street erreicht der Dow Jones ein Jahreshoch. Der Dax schließt mit deutlichen Gewinnen.
Es geht aufwärts: Eine "überraschend optimistische Stimmung"

Es geht aufwärts: Eine "überraschend optimistische Stimmung"

New York / Frankfurt am Main - Der deutsche Aktienmarkt hat am Freitag dank guter Daten vom US-Arbeitsmarkt kräftig zugelegt. Der Dax  stieg um 1,97 Prozent auf 7179 Punkte.

Die Handelswoche beendete Deutschlands bekanntestes Börsenbarometer gar mit einem satten Plus von 3,3 Prozent. Der MDax  rückte am Freitag um 1,7 Prozent auf 10490 Punkte vor, für den TecDax ging es um 0,8 Prozent auf 938 Punkte hoch.

Wall Street sorgt für Schub - Dow Jones auf Jahreshoch

Der US-Arbeitsmarkt befindet sich laut den Analysten der Postbank auf dem Weg der Besserung. Zudem hatte sich in den USA im März die Stimmung der Einkaufsmanager in der Industrie weniger als erwartet eingetrübt.

Die US-Börsen verzeichneten im frühen Handel Gewinne und waren damit Haupttreiber der Kursrally in Frankfurt. Dow Jones  und Nasdaq Composite  notierten bis 17.45 Uhr jeweils 0,7 Prozent fester. Der Dow Jones erreichte mit 12411 Zählern zeitweise den höchsten Stand im laufenden Jahr.

US-Arbeitslosigkeit auf Zweijahrestief

Anlass für die Kauflaune an der Börse: Ein starker Beschäftigungszuwachs hat die Arbeitslosenquote in den USA im März auf den tiefsten Stand seit zwei Jahren gedrückt. Sie sank von 8,9 Prozent im Vormonat auf 8,8 Prozent, teilte das Arbeitsministerium am Freitag in Washington mit. Die Zahl der Erwerbstätigen nahm mit 216.000 so stark zu wie seit zehn Monaten nicht mehr.

"Die allmähliche Erholung der Beschäftigung setzt sich fort", kommentierte Helaba-Volkswirt Ralf Umlauf. "Der moderate Lohnanstieg sowie die nicht verbesserte durchschnittliche Wochenstundenzahl zeigen aber, dass der Markt noch immer in einer schwachen Verfassung ist. Unmittelbaren Handlungsdruck für die US-Notenbank lässt sich aus den Zahlen wohl nicht ableiten."

Viele Anleger wagen sich zurück an den Markt

Chefhändler Oliver Roth von Close Brothers Seydler sprach von einer "überraschend optimistischen" Stimmung. "Viele Anleger, die sich wegen der Ereignisse in Japan aus dem Aktienmarkt zurückgezogen hatten, kehren jetzt wieder zurück."

Auch charttechnisch sieht es für den Dax nach Einschätzung des Experten sehr gut aus: "Selbst wenn wir heute die 7100-Punkte-Marke nicht halten können, wird er in den kommenden Wochen wahrscheinlich auf 7300 bis 7400 Punkte steigen." Hauptgrund dafür sei die weiter üppig vorhandene Liquidität, die in den Markt dränge.

Deutsche Börse im Minus: Nasdaq mit Konkurrenzangebot für NYSE

Deutsche Börse im Minus: Nasdaq mit Konkurrenzangebot für NYSE

Die Aktien der Deutschen Börse rutschten gegen den freundlichen Gesamttrend ins Minus, nachdem der Börsenbetreiber Nasdaq OMX nun ebenfalls ein Gebot für die NYSE Euronext vorgelegt hat. Dieses liegt über dem Angebot der Frankfurter, die so ausgestochen werden sollen.

Am Markt gingen die Beurteilungen zu den Erfolgschancen der beiden Kontrahenten auseinander. "Es ist fraglich, ob die Deutsche Börse ihr Angebot nachbessern wird", sagte ein Händler. Vor einigen Wochen habe der Finanzvorstand dies noch ausgeschlossen.

RWE klagt gegen AKW-Abschaltung in Biblis

Für Gesprächsstoff sorgte ansonsten der Energiekonzern RWE  mit einer Klage gegen die vorübergehende Abschaltung des Atomkraftwerks Biblis A in Hessen. Nach Einschätzung von Experten hat RWE gute Chancen, da die Begründung für die zwangsweise Abschaltung von sieben alten Meilern rechtlich umstritten ist. Die RWE-Titel legten am Freitag zu.

Finanztitel gefragt

Die Finanzwerte entwickelten sich mehrheitlich positiv. Von Händlern hieß es, der Ausgang der irischen Stresstests für das irische Bankensystem wirke auf den zweiten Blick positiv, da die Befürchtungen noch schlimmer gewesen seien. Die Titel der Deutschen Bank gewannen im Schlepptau starker US-Finanzwerte am Freitag mehr als 3 Prozent. Auch Versicherungswerte waren vorne mit dabei: Allianz und Munich Re legten jeweils zu.

Symrise nach Hochstufung sehr fest

Im MDax profitierten die Symrise-Aktien mit Gewinnen von 3,72 Prozent auf 21,46 Euro ebenfalls von einem Analystenkommentar. Die Deutsche Bank stufte die Titel des Aromen- und Duftstoffherstellers in Erwartung guter Quartalszahlen hoch. Angetrieben von den Schwellenländermärkten dürfte der Konzern ein robustes Umsatzwachstum verzeichnet haben, schrieb Analystin Virginie Boucher-Ferte. Dagegen büßten die Anteilsscheine von Heidelberger Druck 0,24 Prozent auf 3,33 Euro ein. Börsianer zeigten sich enttäuscht, dass der Druckmaschinenhersteller anders als erhofft bei der Ablösung einer bisherigen durch eine neue Anleihe keine wesentlich besseren Konditionen herausschlagen konnte.

Dollar klettert gegenüber Euro

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 3,15 (Vortag: 3,08) Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,23 Prozent auf 121,18 Punkte. Der Bund Future verlor 0,34 Prozent auf 120,87 Punkte. Der Euro sank. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,4141 (Donnerstag: 1,4207) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7072 (0,7039) Euro.

ag/dpa-afx
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