Kairo öffnet Börse Handel läuft nur wenige Minuten

Es war der sechste Versuch, und es hat für ein paar Minuten geklappt: Die Börse in Kairo ist nach fast zwei Monaten wieder geöffnet worden. Doch die Kurse auf Ägyptens Aktienmarkt brachen so stark ein, dass der Handel nach wenigen Minuten wieder unterbrochen werden musste.
Börse Ägypten: Rückkehr zum täglichen handel angestrebt

Börse Ägypten: Rückkehr zum täglichen handel angestrebt

Kairo - Die Börse in Kairo hat wieder geöffnet. Am ersten Handelstag nach der heißen Phase des Aufstands in Ägypten und mehrerer Versuche, den Handel wieder aufzunehmen, haben die wichtigsten Aktien an der Börse in Kairo auf einen Schlag rund 10 Prozent an Wert verloren. Der Börsenindex EGX-30 fiel innerhalb von nur etwas mehr als einer Minute um 561 Punkte auf 5086 Zähler, weshalb der Handel entsprechend den Regeln der Börse sofort für rund eine halbe Stunde ausgesetzt wurde.

Die Börse war am 27. Januar geschlossen worden, nachdem die Aktien zu Beginn der Unruhen am 27. Januar schon einmal 10 Prozent an Wert verloren hatten. Damals hatten Anleger innerhalb von 48 Stunden 70 Milliarden Ägyptische Pfund (8,4 Milliarden Euro) aus Aktien abgezogen. Staatschef Husni Mubarak trat dann am 11. Februar zurück. Derzeit wird das Land vom Oberkommando der Armee und einer zivilen Übergangsregierung gelenkt.

Die Wiedereröffnung der Börse war fünf Mal verschoben worden. Wäre sie nun noch weiter verzögert worden, wären ägyptische Unternehmen vom Capital International Index der US-Investmentbank Morgan Stanley ausgeschlossen worden. In diesem Fall hätten internationale Investoren ihre Anteile an den Firmen so schnell wie möglich verkaufen müssen.

Die Investmentbank Hermes geht nun davon aus, dass die Kurse an der Börse in Kairo in den kommenden Wochen im Schnitt um weitere 20 bis 30 Prozent fallen könnten. Danach werde aber voraussichtlich wieder ein langsamer Aufschwung einsetzen - abhängig "von der Geschwindigkeit der politischen Entwicklungen und dem Ausmaß der wirtschaftlichen Erholung", glauben die Banker.

kst/afp/dpa
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