Aktien, Euro, Öl Dax verliert Teil der Vortagsgewinne

Steigende Ölpreise und keine Gewinnschübe bei den Dax-Konzernen: Der deutsche Aktienmarkt hat einen kleinen Rücksetzer hinnehmen müssen. Der Frankfurter Leitindex Dax verlor ein halbes Prozent. Besonders schlecht verlief der Handelstag für die Aktionäre der Metro.
Börse Frankfurt: Der Dax fällt gegen Mittag zurück

Börse Frankfurt: Der Dax fällt gegen Mittag zurück

Foto: MARK LENNIHAN/ AP

Frankfurt am Main - Der deutsche Aktienmarkt hat am Dienstag einen Teil des Kursanstiegs vom Vortag verloren. Die Händler vermissten neue Impulse, außerdem zog der Ölpreis an. Der Frankfurter Aktienleitindex Dax  verlor deshalb ein halbes Prozent und schloss bei 6781 Punkten. Der MDax  der mittelgroßen börsennotierten Aktiengesellschaften fiel ebenfalls um 0,5 Prozent auf 9964 Zähler. Der technologielastige TecDax  gab um 1,1 Prozent auf 888 Punkte nach.

An der Börse in New York gab es ebenfalls Kursverluste. Der dortige Leitindex, der Dow Jones Industrial , konnte sich aber über der Marke von 12.000 Punkten halten und notierte gegen 19.20 Uhr MEZ mit einem Minus von 0,1 Prozent bei 12.025 Zählern. Der Composite-Index  der New Yorker Technologiebörse Nasdaq  gab 0,2 Prozent nach und stand bei 2687 Punkten.

"Zweifelsohne ist die Lage in Japan immer noch kritisch, und es ist schwer, die noch verbleibenden Risiken abzuschätzen", erklärten die Analysten von Close Brothers Seydler in Frankfurt. "Die Baissepositionen sind glattgestellt und nun warten die Leute ab", sagte ein Händler in Zürich. Marktstratege Thilo Müller von Fondsberater MB Fund Advisory sagte, wichtig seien nun fallende Ölpreise. Dafür sei ein Rückzug Gaddafis und damit ein Ende der Kampfhandlungen in Libyen das beste Szenario.

Ein Barrel (159 Liter) der US-Ölsorte Light Sweet Crude wurde am Dienstag in Asien für 102,63 Dollar (72,31 Dollar) gehandelt und war damit 30 Cent teurer als noch am Tag zuvor, als der Preis auch schon gestiegen war. Der Preis für ein Fass der Nordseesorte Brent  stieg um 43 Cent auf 115,39 Dollar. Auch an der New Yorker Rohstoffbörse Nymex  sowie am Handelsplatz in London hatte sich Rohöl zuvor bereits verteuert. Für das Ölförderkartell Opec allerdings kommt nach eigenen Angaben von heute erst ab einem Ölpreis von 120 Dollar je Barrel überhaupt ein Krisentreffen infrage.

Besonders unter Druck gerieten unter den Titeln, die im deutschen Dax notiert werden, heute die Aktien des Handelshauses Metro ; sie büßten 4,7 Prozent ihres vorherigen Wertes ein und kosteten somit zuletzt 47,73 Euro. Das Düsseldorfer Unternehmen fürchtet um die Kauflust der Konsumenten angesichts der Katastrophe in Fukushima, der Unruhen in der arabischen Welt und der Euro-Schuldenkrise, hat im vergangenen Jahr aber ein Rekordergebnis erwirtschaftet. Mögliche Störungen der Lieferkette infolge der Geschehnisse in Japan lasteten auf den Autowerten: BMW-  und Volkswagen-aktien  verloren je etwa eineinhalb Prozent, Daimler-Totel  knapp ein Prozent. Die Kurse der im MDax gelisteten Aktien der Automobilzulieferer Rheinmetall , Continental  und ElringKlinger  fielen um 2,6 bis 3,2 Prozent.

Zu den wenigen Gewinnern zählten erneut die T-Aktien  mit einem Plus von 1,5 Prozent. Der Verkauf ihres US-Geschäftes hatte den Kurs der Deutschen Telekom am Vortag um 11 Prozent in die Höhe katapultiert.

Nach klaren Worte von führenden EZB-Vertretern haben die Zinsfantasie der Euro-Anleger am Dienstag weiter angeheizt und die Gemeinschaftswährung zeitweise auf den höchsten Stand in diesem Jahr getrieben. Im Verlauf bröckelten die Gewinne allerdings etwas ab, was Händler mit Gewinnmitnahmen sowie einer äußerst regen Nachfrage nach britischen Pfund - die den Euro  nach unten zog - begründeten. In der Spitze stieg Kurs des Euro ist am Dienstag zeitweise auf den höchsten Stand seit November, auf bis zu 1,4250 US-Dollar. Im Nachmittagshandel fiel der Euro jedoch wieder zurück und wurde zuletzt mit 1,4191 Dollar gehandelt.

Die Kurse deutscher Staatsanleihen haben am Dienstag schwächer tendiert. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future fiel bis zum späten Nachmittag um 0,16 Prozent auf 121,97 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag bei 3,248 Prozent.

kst/dpa-afx/afp/rtr
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