Aktien, Euro, Öl T-Aktie katapultiert Dax in die Höhe

Die T-Aktie verzeichnete heute den größten Tagesgewinn ihrer Geschichte. Um bis zu 16 Prozent schoss der Kurs des Titels in die Höhe und zog so den gesamten Dax mit. Zum Handelsende blieb der Leitindex bei plus 2 Prozent stehen. Auch in Übersee stiegen die Notierungen.
Bullish: An den Börsen in Europa und in den USA geht es am Montag deutlich nach oben

Bullish: An den Börsen in Europa und in den USA geht es am Montag deutlich nach oben

Foto: Boris Roessler/ picture-alliance/ dpa/dpaweb

Frankfurt am Main - Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Montag deutlich von dem Einbruch infolge der Erdbeben- und Atomkatastrophe in Japan erholt. Die steigenden Kurse waren Ausdruck der Hoffnung, dass das asiatische Land von einem Super-GAU verschont bleibt. Der deutsche Leitindex profitierte zudem von einem Kurssprung der Deutsche-Telekom-Aktien . Der Bonner Konzern hat sein US-Mobilfunkgeschäft für 39 Milliarden Dollar an den US-Konkurrenten AT&T verkauft. Der Dax  stieg um 2,3 Prozent auf 6.816 Punkte. Der MDax  der mittelgroßen Werte legte um 1,6 Prozent auf 10.012 Zähler zu, der technologielastige TecDax  um 3,3 Prozent auf 897 Punkte.

Die Wall Street startete ebenfalls gestützt durch den Verkauf von T-Mobile USA an AT&T. Getrieben wurden die Kurse außerdem von Plänen der US-Notenbank, hypothekenbesicherte Wertpapiere wieder zu veräußern, die sie während der Finanzkrise erworben hatte. Der Dow-Jones-Index übersprang die Marke von 12.000 Punkten und notierte gegen 20.30 Uhr MEZ mit einem Plus von 1,4 Prozent bei 12.040 Zählern. Der Nasdaq-Composite-Index stieg um 1,9 Prozent auf 2.694 Punkte.

Mit dem größten Tagesgewinn ihrer Geschichte reagierte die T-Aktie auf den Verkauf von T-Mobile USA: Sie schoss zeitweise 16,3 Prozent nach oben und schloss am Ende 11,3 Prozent höher bei 10,67 Euro. Mehr als die Hälfte des gesamten Geschäfts im Dax gingen auf das Konto der Deutschen Telekom. In New York gewannen die Titel von AT&T 1,5 Prozent. "Endlich eine gute Lösung für das US-Sorgenkind der Deutschen Telekom", erklärte Analyst Dominik Klarmann von HSBC Trinkaus. Equinet-Analyst Adrian Pehl warnte dagegen vor mögliche wettbewerbsrechtliche Hürden. AT&T und T-Mobile kämen zusammen auf einen Marktanteil von 40 Prozent.

Ebenfalls positive Nachrichten ließen den Kurs der MAN-Aktien  um 3,63 Prozent auf 84 Euro steigen. Der Lastwagen- und Motorenhersteller hat im vergangenen Jahr dank der unerwartet kräftigen Konjunkturerholung die herben Einbrüche der Krise verdaut und schreibt wieder schwarze Zahlen. Börsianer lobten die Auftragslage, die Dividende und den Ausblick. Zudem will MAN die von Großaktionär Volkswagen gewünschte Allianz mit Scania weiter vorantreiben.

Ein Bericht des "SPIEGEL", wonach Siemens-Chef Peter Löscher den Umbau des Mischkonzerns Siemens  weiter vorantreibt, sorgte bei dessen Titeln für Gewinne von 3,23 Prozent auf 93,32 Euro. Für die Lufthansa-Papiere  ging es um 2,94 Prozent auf 14,34 Euro hoch. Hier verwiesen Händler auf positive Analystenkommentare. Vergleichsweise schwach zeigten sich dagegen die Papiere der Versorger, denen laut Händlern möglicherweise die Abschaltung weiterer Atomkraftwerke droht. Eon-Titel  blieben mit einem Kursplus von 0,69 Prozent auf 21,09 Euro ebenso hinter der Marktentwicklung zurück wie RWE-Anteilsscheine  mit Aufschlägen von 0,74 Prozent auf 43,82 Euro.

Der Angriff westlicher Staaten auf Truppen in Libyen haben den Ölpreis am Montag in die Höhe getrieben. Das Fass der für Europa wichtigen Nordsee-Sorte Brent  verteuerte sich um 1,8 Prozent auf 115,93 Dollar je Barrel. US-Öl der Sorte WTI legte 1,9 Prozent auf 102,96 Dollar pro Fass zu. "Es zeigt sich eine weitere Eskalation der Lage, und der Schaden an der Infrastruktur könnte größer werden", sagte Rohstoff-Analystin Amrita Sen von Barclays Capital.

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 2,93 (Freitag: 2,86) Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,37 Prozent auf 122,43 Punkte. Der Bund Future verlor 0,33 Prozent auf 122,22 Punkte. Der Kurs des Euro  stieg moderat auf 1,42 US-Dollar. Am Nachmittag hatte die Europäische Zentralbank den Referenzkurs auf 1,4194 US-Dollar festgesetzt. Ein Dollar kostete damit 0,7045 (0,7077) Euro

kst/rtr/dpa-afx
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