Waffenruhe Libyen Ölpreis sinkt, Dax steigt

Zwei Faktoren schieben den Dax am frühen Nachmittag deutlich voran - zum einen die aufkeimende Hoffnung, dass Japan nun doch knapp an der Nuklearkatastrophe vorbeischrammen könnte, zum anderen der Entschluss Libyens zu einer sofortigen Waffenruhe. 
Stimmung verbessert: Die Börsen weltweit atmen auf - zwischenzeitlich

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Foto: DPA

Frankfurt am Main - Libyen hat ein Ende aller Kampfhandlungen verkündet. "Wir haben uns für eine sofortige Waffenruhe und einen sofortigen Stopp aller Militäraktionen entschieden", sagte Außenminister Mussa Kussa am Freitag in Tripolis. Sein Land akzeptiere die UN-Resolution, die ein sofortiges Ende der Kämpfe vorsieht. Libyen habe ein großes Interesse am Schutz der Zivilisten. Das nordafrikanische Land werde zudem alle Ausländer und deren Eigentum im Land beschützen. Das ist nicht nur für das Land eine gute Nachricht, sondern auch für die Börse. Denn etliche Unternehmen - wie zulegt Hapag-Loyd -beklagten die steigenden Ölpreise als Wachstumshinderniss, das die Börse entsprechend einpreist.

Die Ölpreise sind nach der Ankündigung eines Waffenstillstands durch Libyen stark gesunken. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Auslieferung im Mai fiel am Freitag auf 113,67 US-Dollar. Das waren 1,22 Dollar weniger als am Vortag. Vor der Nachricht war Brent-Öl noch bis auf 116,20 Dollar gestiegen.

Der Preis für ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur April-Auslieferung sank um 50 Cent auf 100,92 Dollar. Vor der Nachricht war der Preis für US-Öl noch über die Marke von 103 Dollar gestiegen.

Aber auch das gemeinsame Vorgehen der führenden Industriestaaten zugunsten Japans hat die Märkte am Freitag beruhigt. Die G7-Staaten beschlossen, die Aufwertung der japanischen Währung Yen aufzuhalten. Es ist das erste Mal seit mehr als zehn Jahren, dass die führenden Wirtschaftsnationen gemeinsam am Devisenmarkt einschreiten. Diese Entschlossenheit ließ Anleger zumindest vorübergehend aufatmen. Der Yen war am Vortag im Vergleich zum US-Dollar auf den höchsten Stand seit dem Zweiten Weltkrieg gestiegen. Die Aufwertung setzt der exportorientierten japanischen Wirtschaft zu, weil dadurch deren Produkte in wichtigen Märkten teurer werden.

Die japanische Börse verbuchte zum Wochenschluss Kursgewinne. Der Leitindex für 225 führende Industriewerte Nikkei  stieg um 2,72 Prozent auf 9206,75 Punkten. Sogar die Aktien von Tokyo Electric Power (Tepco) , der Betreiberfirma des Katastrophenreaktors Fukushima Eins, die zuvor tief gefallen waren, machten Boden gut und stiegen um knapp 19 Prozent. Auch der Dax  kletterte auf ein Plus von über 1,4 Prozent.

go/dpa-afxp/rtr/dpa/afx
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