Nuklearkatastrophe Japan-Krise belastet Börsengänge

Das Umfeld für neue Börsengänge verschlechtert sich rasant. Aufgrund der zuletzt gefallen Aktienkurse stehen auch in Deutschland manche IPOs auf dem Prüfstand. Eigentlich wollten vor Ostern mehrere Firmen aufs Parkett.
Rauf aufs Parkett: Zahlreiche Firmen wollen in diesem Jahr an die Börse

Rauf aufs Parkett: Zahlreiche Firmen wollen in diesem Jahr an die Börse

Foto: Michael Probst/ AP

Hongkong - Die Japan-Krise macht immer mehr Börsenkandidaten einen Strich durch die Rechnung. Zwei weitere Rückschläge gab es am Donnerstag in Hongkong, dem beliebtesten Markt für Börsengänge in den vergangenen beiden Jahren.

Die auf Ausrüstung für die Ölbranche spezialisierte Hilong Holdings verschob ihre Erstnotierung (IPO), die umgerechnet 130 Millionen Euro bringen sollte. Die Baugesellschaft Top Spring wagte zwar den Schritt aufs Parkett. Sie musste sich wegen des angespannten Marktumfelds aber mit einem Emissionserlös von 143 Millionen Euro begnügen, weil sie nur einen Preis am unteren Ende der angebotenen Spanne erzielen konnte.

Das für Freitag geplante Börsendebüt der Hafentochter des Hongkonger Konglomerats Hutchison Whampoa  in Singapur könnte daher eine Enttäuschung werden. Händler erwarten einen Kursrückgang am ersten Handelstag von bis zu drei Prozent. Mit 3,9 Milliarden Euro ist der IPO der größte Südostasiens.

Am Mittwoch hatte der französische Medienkonzern Lagardere die Verschiebung des Börsengangs seiner 20-prozentigen Minderheitsbeteiligung am Bezahl-Fernsehsender Canal Plus bekanntgegeben. In Singapur hatte zuletzt der Maschinenbaukonzern MMI Holdings seinen 557 Millionen Euro schweren IPO abgesagt und in Hongkong der Bergbaukonzern Resourcehouse seinen im Volumen von 2,14 Milliarden Euro.

Auch in Deutschland bringt der Kurssturz an den Aktienmärkten Börsenaspiranten in die Bredouille. Bislang wurden mehrere IPOs noch vor Ostern erwartet. In den Startlöchern stehen der Verbindungstechnik-Spezialist Norma, der Kabelnetzbetreiber KabelBW, die Containerreederei Hapag-Lloyd und der chinesische Handtaschenhersteller Powerland.

Die Natur- und Reaktorkatastrophe in Japan lastet schwer auf den internationalen Finanzmärkten, die teils noch unter den Nachwirkungen der Finanzkrise leiden. Auch die europäische Schuldenkrise und die Unruhen in der arabischen Welt sorgen für erhebliche Nervosität.

Der japanische Leitindex Nikkei  ist seit dem Jahrhundertbeben am vergangenen Freitag um mehr als 14 Prozent abgerutscht. Das Minus des Hongkonger Hang-Seng-Index beläuft sich auf 5,7 Prozent. Der MSCI-Index für Aktien aus dem Asien-Pazifik-Raum mit Ausnahme Japans ging um 3,9 Prozent zurück.

nis/rtr
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