Montag, 23. September 2019

Hohe Kursverluste Japan-Liveberichte bestimmen Dax

Abwärts, weiter abwärts: Die Aktienkurse sinken in Frankfurt den sechsten Tag in Folge

Deutschlands Aktienleitindex Dax hat nach starken Kursschwankungen den sechsten Tag in Folge im Minus geschlossen. Das Auf und Ab wird von den Nachrichten über die Zuspitzung der Krise des Atomkraftwerks Fukushima bestimmt. Weltweit sinken die Kurse.

Frankfurt am Main - Nachdem der deutsche Leitindex zwischendurch noch klar auf über 6700 Punkte geklettert war, ließen am Nachmittag Aussagen vom EU-Energiekommissariat über die sich weiter zuspitzende Situation im japanischen Atomreaktor Fukushima Eins die Kurse wieder absacken. Zum Handelsschluss verbuchte der Dax Börsen-Chart zeigen einen Abschlag von 2,01 Prozent auf 6513,84 Punkte; damit hat das bedeutendste Frankfurter Kursbarometer seit Beginn der Erdbebenkatastrophe in Japan am Freitag 7,8 Prozent an Wert eingebüßt.

Für den MDax Börsen-Chart zeigen der mittelgroßen Werte ging es um 0,66 Prozent auf 9565,61 Punkte nach unten. Der technologielastige TecDax Börsen-Chart zeigen verlor 1,44 Prozent auf 854,83 Punkte - und kaum anders ist auch das Bild an den anderen führenden Börsen der Welt: Der CAC-40-Index Börsen-Chart zeigen sank in Paris um 2,23 Prozent auf 3696,56 Punkte und der FTSE 100 Börsen-Chart zeigen in London verlor 1,7 Prozent auf 5598,23 Zähler. Zudem notierten die großen US-Indizes Dow-Jones Börsen-Chart zeigen, S&P-500 und Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen zum Handelsschluss in Europa jeweils mehr als ein Prozent schwächer .

Jede kleine Meldung aus Japan beeinflusse derzeit den Markt, kommentierte Marktstratege Thilo Müller von MB Fund Advisory das Handelsgeschehen. Experte Robert Halver von der Baader Bank äußerte sich ähnlich: "Im Grunde hängt die Entwicklung vom Liveticker zu Japan ab", sagte Halver.

Die Abwärtsbewegung an den Börsenplätzen in Europa und den USA beschleunigte sich am Nachmittag, nachdem EU-Energiekommissar Günther Oettinger vor unmittelbar bevorstehenden katastrophalen Ereignissen in Fukushima gewarnt hatte. Der Reaktor sei faktisch außer Kontrolle, sagte Oettinger vor dem EU-Parlament. Seine Sprecherin erläuterte später, die Äußerungen beruhten nicht auf besonderen Informationen, sondern auf Medienberichten.

Aktien deutscher Autokonzerne kurzfristig gesucht

Dennoch: In Frankfurt sorgten zumindest am Vormittag die Aktien von Autoherstellern zunächst für kleinere Käufe, weil Händlern zufolge die Kurse nach den Vortagesverlusten wieder attraktiv waren. Ein anderer Börsianer argumentierte, dass deutsche und europäische Autobauer auch mittel- bis langfristig von dem Ausfall der japanischen Hersteller profitieren dürften. So würden die japanischen Autokonzerne wohl auch wegen der Stromknappheit frühere Produktionsquoten nicht mehr so schnell erreichen. Die Kurse der Auto-Aktien rutschten am Nachmittag aber im Einklang mit dem Markt wieder ab. Die Kurse der Daimler- Börsen-Chart zeigen, BMW- Börsen-Chart zeigen und Volkswagen-Anteilsscheine Börsen-Chart zeigen sanken am Ende jeweils mehr als 2 Prozent unter ihren Vortageswert.

Ähnlich verhielt es sich mit Aktien der Versorgerbranche. Eon- Börsen-Chart zeigen und RWE-Papiere Börsen-Chart zeigen gewannen erst an Wert dazu; die Verluste durch die vom Netz genommenen Atomkraftwerke würden von positiven Effekten durch höhere Strompreise mehr als ausgeglichen, argumentierten etwa Experten der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen. Gegen Handelsschluss verloren Eon-Aktien dann aber 1,18 Prozent auf 21 Euro und RWE-Titel 2,59 Prozent auf 42,86 Euro.

Selbst an der Dax-Spitze waren heute keine deutlichen Kursgewinner auszumachen. Der Preis für Fresenius-Papiere Börsen-Chart zeigen stieg immerhin um 0,79 Prozent auf 62,86 Euro. Der Kurs der Fresenoius-Aktien war an den Vortagen allerdings genauso deutlich gesunken, wie die Dax-Titel im Schnitt. Sie seien nun vor allem wegen ihrer klassisch defensiven Eigenschaften gefragt gewesen, argumentierte ein Händler.

Ans MDax-Ende rutschten die Titel von Wacker Chemie Börsen-Chart zeigen. Sie mussten trotz der angekündigten kräftigen Dividendenaufstockung Verluste von mehr als 4 Prozent hinnehmen. Analysten bemängelten vor allem den Ausblick des Halbleiterzulieferers und Chemiekonzerns.

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