Kursrally Solarwerte profitieren von Atomstreit

Die Atomkatastrophe in Japan und die Diskussion um ein Ende der Kernkraft in Deutschland lassen die Aktienkurse von Solarunternehmen in die Höhe schnellen. Die im TecDax notierten Aktien von Solarworld, Phoenix Solar oder SMA Solar legen zweistellig zu.
Solaranlage: Eine Studie der Unicredit sieht in der drohenden Nuklearkatastrophe Chancen für die Solarindustrie

Solaranlage: Eine Studie der Unicredit sieht in der drohenden Nuklearkatastrophe Chancen für die Solarindustrie

Foto: DPA

Frankfurt am Main - Gegen 10.45 Uhr stiegen einige Titel aus dem Bereich erneuerbare Energien im zweistelligen Prozentbereich. Spitzenreiter waren Conergy , die um 31,94 Prozent auf 0,41 Euro nach oben schnellten. Nordex  sprangen ebenfalls um knapp 20 Prozent auf 6,97 Euro hoch.

Auch Q-Cells, Solarworld  und Phoenix Solar  verteuerten sich zwischen 11 und 16 Prozent. Weitere Werte wie Roth & Rau, Wacker Chemie  und SMA Solar  zogen ebenfalls klar an. Der TecDax  gewann 1,14 Prozent auf 879,31 Punkte dazu, während Dax  und MDax  deutlich einbüßten.

Die Unicredit sieht in der drohenden Nuklearkatastrophe in Japan Chancen für die Solarindustrie. In der Politik könnte es zu einem Umdenken bei der Nutzung von Kernenergie kommen, hieß es von den Experten der italienischen Großbank. Die Rolle der Solarenergie dürfte stärker in den Mittelpunkt rücken.

"Erheblich höhere Elektrizitätskosten zu schultern"

Die Experten räumten aber ein, dass die mittelfristigen Aussichten für Solarwerte sowohl von der politischen als auch von der gesellschaftlichen Bereitschaft abhänge, erheblich höhere Elektrizitätskosten zu schultern, um am Energiemix etwas zu verändern. Ferner sehen sie neben den Solarwerten mittelfristig auch Gasproduzenten und Firmen mit starker Ausrichtung auf Energieeffizienz als Gewinner. Als Profiteure nennen sie in Deutschland etwa Unternehmen wie Siemens.

Als Konsequenz aus den Unfällen in Japans Atomkraftwerken hatte Bayerns Umweltminister Markus Söder (CSU) unterdessen einen rascheren Umstieg auf erneuerbare Energien verlangt. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung sagte er: "Japan verändert alles."

Zwar gebe es noch keine "seriöse Alternative", um jetzt schon in Deutschland auf Atomstrom zu verzichten. Allerdings müsse der Umstieg auf erneuerbare Energiequellen schneller als bislang geplant umgesetzt werden. Laut Börsianern geben die Aussagen sowie die Sorgen um die Sicherheit von Atomkraftwerken der Branche für erneuerbare Energien erst einmal Aufwind.

mg/dpa-afx
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