Börse Dax sechsten Monat in Folge mit Gewinnen

Der Dax hat den sechsten Monat in Folge mit Gewinnen beendet. Vor allem die Schwergewichte Siemens und Volkswagen legen zu. Bei Siemens stützen Gerüchte um einen Börsengang der Beleuchtungssparte Osram. In den USA sind die Einkommen der US-Bürger wieder gestiegen. 
Öl im Blick: Der Ölpreis notiert zwar noch deutlich unter seinem jüngsten Rekordhoch, doch der Markt reagiert aktuell sehr sensibel auf politische Unruhen

Öl im Blick: Der Ölpreis notiert zwar noch deutlich unter seinem jüngsten Rekordhoch, doch der Markt reagiert aktuell sehr sensibel auf politische Unruhen

Foto: Kay Nietfeld/ picture-alliance/ dpa

New York / Frankfurt am Main - Am Montag legte der deutsche Leitindex um 1,2 Prozent auf 7272 Punkte zu und verbuchte damit seit Ende Januar einen Aufschlag von 2,75 Prozent - trotz zwischenzeitlicher Verluste aufgrund der Libyen-Krise.

Marktstratege Frank Geilfuß vom Berliner Bankhaus Löbbecke begründete das Plus unter anderem mit der Entwicklung der Ölpreise. "Diese sind leicht zurückgegangen, so dass etwas Entspannung angesagt ist." Die größte Angst der Anleger sei, dass sich die Unruhen in Libyen ewig hinziehen und den Ölpreis antreiben könnten.

Einkommen der US-Bürger gestiegen

Die Konjunkturerholung in den USA macht sich auch in den Geldbeuteln der Amerikaner bemerkbar. Ihre Einkommen stiegen im Januar mit 1,0 Prozent zum Vormonat so stark wie seit Mai 2009 nicht mehr, teilte das Handelsministerium am Montag mit. Der Zuwachs fiel mehr als doppelt so stark aus wie erwartet.

Trotz des größer gewordenen finanziellen Spielraums stürmten die traditionell konsumfreudigen Amerikaner nicht die Geschäfte, sondern legten mehr Geld auf die hohe Kante. Die privaten Konsumausgaben nahmen lediglich um 0,2 Prozent zu. Das war das kleinste Plus seit sieben Monaten. Die Spareinlagen erhöhten sich gleichzeitig um rund 56 Milliarden auf 677 Milliarden Dollar.

Die Sparquote - der Anteil der Ersparnisse am Einkommen - kletterte von 5,4 auf 5,8 Prozent. In Deutschland liegt sie mit rund elf Prozent fast doppelt so hoch.

Siemens und Volkswagen im Dax gesucht

Zu den größten Gewinnern im Dax zählten die Aktien von Volkswagen und von Siemens . Ein Medienbericht über einen möglichen baldigen Börsengang der Beleuchtungssparte Osram hat Siemens am Montag Auftrieb gegeben.

Dem Bericht zufolge erwägt der Münchener Technologiekonzern ein Initial Public Offering (IPO) innerhalb der kommenden zwei Monate. Siemens wollte sich zu diesem Thema nicht äußern.

Bayer mit verhaltenem Ausblick

Nach den vorgelegten Jahreszahlen gaben die Aktien von Bayer  zunächst nach, drehten zuletzt aber um 1,2 Prozent ins Plus. Händler sahen die Ergebnisse als im Rahmen der Erwartungen an. Das schwache Nettoergebnis im vierten Quartal dürfte sich mit Belastungen im Zusammenhang mit Schering begründen lassen, sagte ein Börsianer.

RWE unter Druck - Klage gegen Atomlaufzeiten

Aktien des Versorgers RWE  büßten 1,17 Prozent auf 48,64 Euro ein und auch Eon verloren 0,53 Prozent, nachdem die "Süddeutsche Zeitung" berichtete, dass SPD und Grüne am Montag eine Klageschrift gegen die beschlossene Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken vorlegen wollen.

Nebenwerte: Sky und QSC mit Kurssprung

Im MDAX stiegen Sky um 5,7 Prozent auf 2,99 Euro. Fuchs Petrolub legten 3,8 Prozent auf 102,55 Euro zu. Kabel Deutschland und Praktiker verbesserten sich jeweils um knapp drei Prozent. Dagegen verloren Südzucker 1,5 Prozent auf 20,33 Euro. Klöckner gaben 1,2 Prozent auf 23,30 Euro nach

Im TecDax  kletterten QSC  nach Zahlen um 7,09 Prozent auf 3,158 Euro. Der auf Geschäftskunden spezialisierte Telekomanbieter hat im vergangenen Jahr dank eines Sparprogramms und der Neuausrichtung einen Gewinnanstieg verzeichnet und übertraf dabei die Markterwartungen. Ein Händler stellte insbesondere den Free Cashflow positiv heraus und auch die für 2011 geplante Dividende wirke unterstützend.

Borussia Dortmund steigen um fast 10 Prozent

Einen noch größere Kurssprung gab es bei den Aktien von Borussia Dortmund . Nach dem Auswärtssieg in München und dem Unentschieden des Verfolgers Leverkusen sind die Chancen auf die Meisterschaft deutlich gestiegen.

Der Euro legte im Verlauf des Vormittags gegen den Dollar zu. Gegen 13.25 Uhr kostete ein Euro 1,3837 Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte am Freitag einen Referenzkurs von 1,3762 Dollar festgelegt. "Was den Euro weiter treibt, ist die Spekulation auf die geldpolitische Entscheidung der Europäischen Zentralbank am Donnerstag", sagte ein Devisenhändler.

rei/dpa-afx
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