Geldanlage Wie zu Wirtschaftswunderzeiten

Viele werden sich an das deutsche Wirtschaftswunder nicht erinnern. Doch der interessierte Investor sollte einen Blick zurück wagen. Denn wir stehen wieder an einem Punkt, an dem der Einstieg in Aktien mit hoher Dividendenrendite lohnt.
VW Käfer 1956: Der Käfer war Zeichen des wirtschaftlichen Aufschwungs im Nachkriegsdeutschland. Aktiengesellschaften boten zu jener Zeit attraktive Dividendenrenditen bei einem zugleich niedrigen Zinsniveau. An dieser Stelle stehen wir heute wieder.

VW Käfer 1956: Der Käfer war Zeichen des wirtschaftlichen Aufschwungs im Nachkriegsdeutschland. Aktiengesellschaften boten zu jener Zeit attraktive Dividendenrenditen bei einem zugleich niedrigen Zinsniveau. An dieser Stelle stehen wir heute wieder.

An die Zeiten des Deutschen Wirtschaftswunders in den 50-er Jahren denkt mancher mit Sehnsucht zurück. Die Wirtschaft wuchs so kräftig, dass nach der Misswirtschaft der Nationalsozialisten und den Zerstörungen des Krieges bereits im Jahr 1960 die Wirtschaftsleistung von 1938 wieder erreicht war. Die Bundesrepublik hatte keine Schulden, sondern namhafte Guthaben. Die arbeitenden Menschen erzielten unter anderem deswegen Jahr für Jahr kräftige Lohn- und Gehaltszuwächse und fuhren Gogo-Mobil, VW-Käfer und Opel-Rekord.

Aktien als Geldanlage galten als gefährlich, und außerdem hatte kaum ein Privatmann Geld zum Anlegen übrig. Die Gesellschaften mussten sehr attraktive Dividendenrenditen bringen, um überhaupt Anleger anzuziehen. Gleichzeitig war das allgemeine Zinsniveau niedrig.

Bis 1957 war die durchschnittliche Dividendenrendite vieler erstklassiger Aktiengesellschaften höher als die Rendite der meisten Anleihen. Erst mit weiterem Anstieg der Aktienkurse der Dividendenwerte und der langfristigen Zinsen übertrafen dann die Anleihezinsen die Dividendenrenditen der meisten Aktien.

Genau an dieser Stelle, wie zu den besten Zeiten des Wirtschaftswunders, sind wir heute wieder. Die Dividendenrendite erstklassiger, marktführender und weltweit bekannter Unternehmen wie Allianz , Eon , Münchener Rück , Total  und Telefonica  liegt im Durchschnitt dieser Werte etwa bei 5 Prozent, der Durchschnitt des EuroStoxx  liegt für das Jahr 2010 bei 5,1 Prozent. Zusätzlich dazu haben diese Unternehmen seit vielen Jahren im Laufe der Zeit die Dividenden regelmäßig erhöht. Die Prozentsätze dieser Erhöhungen schwanken zwar, die Coupons der Anleihen sind jedoch unverändert. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen liegt trotz aus unserer Sicht unverantwortlich hoher Staatsverschuldung lediglich bei 3,5 Prozent. Dieses niedrige Zinsniveau hat mit Sondereinflüssen aus der gerade vergangenen Rezession und der beginnenden Staatsschuldenkrise in Europa zu tun.

Damit hat der konservative und langfristig ausgerichtete Investor in diesen Aktientiteln eine historisch und gemessen am Zinsniveau von Bundesanleihen, weit überdurchschnittliche Dividendenrendite. Dazu kommt das Potential von Kurssteigerungen, welches aber bei diesen großen Werten nicht allzu hoch sein dürfte. Zum Substanzerhalt und Inflationsausgleich nach Steuern müsste dies jedoch auf absehbare Zeit ausreichen.

Aus unserer Sicht ist es nur eine Frage der Zeit, wann wir auf Grund steigender Inflation deutlich höhere Anleiherenditen sehen werden. Der weitsichtige, an konstanten und tendenziell steigenden Einnahmen interessierte Investor sollte sich, auch wenn er noch nicht so alt ist, nach unserer Meinung an die Zeiten von vor 1957 erinnern und Werte mit hohen Dividendenrenditen kaufen.