Börse Möglicher Mubarak-Rücktritt treibt Dax an

Meldungen über einen baldigen Rücktritt des ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak haben den Dax im späten Handel in die Höhe getrieben. Der Leitindex schloss so hoch wie seit drei Jahren nicht mehr. Besonders gefragt sind Aktien der Deutschen Börse.
Hoffen auf Regimewechsel: Die Proteste in Kairo gingen den 17. Tag in Folge weiter

Hoffen auf Regimewechsel: Die Proteste in Kairo gingen den 17. Tag in Folge weiter

Foto: PEDRO UGARTE/ AFP

New York / Frankfurt am Main - Der Dax  schloss mit einem Aufschlag von 0,26 Prozent bei 7340,28 Punkten, nachdem er zwischenzeitlich noch deutlich ins Minus gerutscht war. Damit schloss der Dax auf dem höchsten Stand seit Anfang 2008.

Das Handelsvolumen im Dax zog etwas an, was Händler positiv werteten. So wurden 105 (Mittwoch 81) Millionen Aktien für 3,6 (2,8) Milliarden Euro gehandelt.

An den US-Börsen lag zum Handelsschluss in Europa der Dow-Jones-Index 0,1 Prozent im Minus, während der S&P500 und der Nasdaq-Composite kaum verändert notierte.

Mubarak offenbar zum Rücktritt bereit - TV-Ansprache angekündigt

Das ägyptische Staatsfernsehen hat am Donnerstag eine neue Erklärung von Präsident Husni Mubarak angekündigt. Der Präsident wolle sich in den kommenden Stunden äußern, berichtete der TV-Sender. Medienberichten zufolge ist Mubarak zum Rücktritt bereit. Die Amtsgeschäfte könnte Vizepräsident Omar Suleiman übernehmen. Gegner Mubaraks protestierten am Donnerstag den 17. Tag in Folge gegen sein Regime.

Deutsche Börse wegen Fusionsplänen gefragt

Im Fokus war die Deutsche Börse, nachdem der Börsenbetreiber am Vortag bestätigt hatte, mit dem Konkurrenten NYSE Euronext in "fortgeschrittenen Gesprächen" über einen möglichen Zusammenschluss zu sein. Die Aktien der Deutschen Börse stachen im Dax mit einem Plus von 6,35 Prozent auf 61,10 Euro heraus. Zahlreiche Analysten lobten die Fusionspläne. Ein Zusammenschluss wäre strategisch sinnvoll, meinte etwa der UBS-Experte Arnaud Giblat.

HeidelbergerCement nach Zahlen fest

Deutlich zulegen konnten auch die Papiere von HeidelbergCement. Sie verteuerten sich nach Zahlen um 1,34 Prozent auf 49,080 Euro. Der Baustoffkonzern hatte im Schlussquartal 2010 dank einer deutlichen Erholung in Nordamerika und Europa einen Ergebnissprung verbuchen können. Zudem erwartet das Unternehmen in diesem Jahr ein starkes Wachstum in Asien - vor allem in China, Indonesien und Indien.

Credit Suisse belastet Bankentitel

Bankentitel wurden von schwachen Zahlen der Credit Suisse belastet. Der Reingewinn der Schweizer Großbank war im vergangenen Jahr um rund ein Viertel auf 5,1 Milliarden Franken gesunken. Die Aktien der Deutschen Bank verloren daraufhin 1,75 Prozent auf 46,010 Euro, die der Commerzbank 0,97 Prozent auf 5,804 Euro.

An das Indexende rutschten die Papiere der Lufthansa mit minus 2,52 Prozent auf 15,500 Euro nach einer Gewinnwarnung von Air France-KLM.

Gewinnwarnung von Air France belastet Lufthansa

Die Aktien der Lufthansa dagegen sanken am Dax-Ende um 2,7 Prozent. Die Fluggesellschaft Air France-KLM hatte am Mittwochabend nach einem unerwartet schwierigen dritten Quartal eine Gewinnwarnung herausgegeben. "Das ist keine gute Nachricht für den deutschen Branchenprimus", meinte ein Börsianer.

Nebenwerte: Gerresheimer nach Rekordgewinn sehr fest

Im MDax gehörten die Papiere von Gerresheimer nach Zahlen mit plus 3,92 Prozent auf 31,050 Euro zu den stärksten Werten. Der Hersteller von Spezialverpackungen hatte 2010 einen Rekordgewinn eingefahren und will wieder eine Dividende ausschütten.

Die Aktien von Sky Deutschland kletterten um 4,15 Prozent auf 3,010 Euro. Börsianer verwiesen auf Berichte über einen Wiedereinstieg der Deutschen Telekom ins Kabelnetzgeschäft und eine bevorstehende Kooperation mit Sky. Telekom-Papiere trieb dies nicht an, sie sanken um 0,55 Prozent auf 9,950 Euro.

Euro etwas schwächer

Am Rentenmarkt verharrte die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere bei 2,96 Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,04 Prozent auf 122,22 Punkte. Der Bund Future stieg um 0,14 Prozent auf 122,50 Punkte. Der Kurs des Euro fiel. Die EZB setzte den Referenzkurs auf 1,3607 (Mittwoch: 1,3647) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7351 (0,7328) Euro.

cr/dpa-afx
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