Börse Autowerte ziehen Dax auf Dreijahreshoch

Zweistellige Zuwachsraten beim Verkauf deutscher Nobelkarossen haben am Dienstag die Kurse der deutschen Autowerte in die Höhe getrieben. Die Aktien von BMW, Daimler und VW stiegen um 3 bis fast 5 Prozent und sorgten dafür, dass der Dax auf dem höchsten Niveau seit drei Jahren schloss.
Börse in Frankfurt: Gewinne bei BMW, Daimler und VW treiben den Dax in die Höhe

Börse in Frankfurt: Gewinne bei BMW, Daimler und VW treiben den Dax in die Höhe

Foto: REUTERS

New York / Frankfurt am Main - Gute Geschäfte der deutschen Autobauer haben am Dienstag die Anleger an den Aktienmarkt gelockt. Die Aktien von BMW, Daimler und VW stiegen um 3 bis 5 Prozent. Der Dax  kletterte um 0,5 Prozent auf 7323 Punkte und schloss damit so hoch wie seit drei Jahren nicht mehr.

In Europa war das Bild etwas gemischter: Während der EuroStoxx50 0,2 Prozent höher schloss, verlor der Stoxx50 0,3 Prozent. Laut Börsianern nahm eine überraschende Zinserhöhung in China und der Rückgang der deutschen Produktion im Dezember den Anlegern etwas den Wind aus den Segeln.

"Der Dax schleppt sich von Jahreshoch zu Jahreshoch, wobei der Umsatz erschreckend gering ist", sagte ein Händler.

Moderate Gewinne verbuchten auch die Leitindizes in Paris und London. Der Dow Jones  in New York lag zum europäischen Handelsschluss um 0,3 Prozent in der Gewinnzone.

Autotitel: Verkaufsrekorde sorgen für Erholung nach Gewinnmitnahmen

Audi und Mercedes-Benz hatten im Januar über 20 Prozent mehr Autos verkauft als vor Jahresfrist, BMW sogar 30 Prozent mehr. Das ließ jene Anleger, die seit einigen Tagen bei den Autowerten - den Börsenstars von 2010 - Kasse gemacht hatten, innehalten.

Dazu trug auch Toyota bei, die ihre Prognose für das Gesamtjahr anhoben. BMW-Aktien verteuerte sich um 4,7 Prozent auf 61,59 Euro, die Aktien der Audi-Konzernmutter VW um 3,3 Prozent auf 122,90 Euro und die der Mercedes-Mutter Daimler um drei Prozent auf 55,28 Euro.

Auch die Aktien von Renault und Peugeot stiegen um drei beziehungsweise knapp 4,3 Prozent. VW wurden zudem vom Tarifabschluss mit der IG Metall auf insgesamt 4,2 Prozent mehr Lohn unterstützt. "Das war zwar etwas mehr, als einige Anleger erwartet haben. Aber es hätte aus Anleger-Sicht auch noch einen höheren Abschluss geben können", kommentierte ein Börsianer.

Finanztitel: UBS kehrt zurück in die Gewinnzone

Die Rückkehr der UBS in die Gewinnzone nach einer dreijährigen Durststrecke überzeugte viele Anleger und ließ den Aktienkurs in Zürich um 4,3 Prozent steigen. Die Aktien der Deutschen Bank  zog das kaum nach oben: Nachdem die Aktien schon vorige Woche stark zugelegt hatten, reichte es nun nur zu einem Plus von 0,5 Prozent. Commerzbank verteuerten sich um 1,3 Prozent.

Stahlwerte sehr fest nach Zahlen von ArcelorMittal

Knapp drei Prozent legten die in Amsterdam und Paris gelisteten Aktien des weltgrößten Stahlkochers Arcelor Mittal zu. Analysten lobten die unerwartet hohen Gewinne und den positiven Ausblick. In Frankfurt stiegen die im MDax geführten Salzgitter-Aktien um 2,4 Prozent und die des Stahlhändlers Klöckner um 4,5 Prozent. Dax-Wert ThyssenKrupp konnte nicht mithalten, das Papier schloss kaum verändert.

Fresenius und K+S schwächer

Auf der Verliererseite standen mit einem Abschlag von 2 Prozent die Aktien von Fresenius, nachdem die US-Aufsichtsbehörde FDA den Gesundheitskonzern wegen eines Produktmarketings verwarnte.

K+S verloren 0,9 Prozent, was Händler auf Gerüchte über unerwartet niedrige Verkaufspreise für Kali-Düngemittel in Indien zurückführten.

Solarwerte: Solarworld setzen Höhenflug fort

Im TecDax setzten die Aktien von Solarworld ihren Höhenflug nach den Zahlen vom Vortag fort und gewannen 2,64 Prozent auf 8,560 Euro. Die Titel von Jenoptik verloren nach vorläufigen Zahlen zum Gesamtjahr 1,61 Prozent auf 5,884 Euro, obwohl der Konzern in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt war. Ein Händler betonte, die Resultate seien nur im Rahmen der Erwartungen ausgefallen. Zudem seien die Papiere in den vergangenen Wochen schon gut gelaufen.

Börsengang von RIB enttäuschend

Wenig ermutigend für langfristig orientierte Anleger verlief das Börsendebüt der Softwarefirma RIB in Frankfurt: Die Titel rutschten auf 8,95 Euro und gingen damit unter dem Ausgabepreis von 9,25 Euro aus ihrem ersten Handelstag.

Euro etwas fester

Am Rentenmarkt sank die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 2,91 (Vortag: 2,93) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,13 Prozent auf 122,34 Punkte. Der Bund Future verlor 0,03 Prozent auf 122,82 Punkte.

Der Referenzkurs des Euro legte zu, die Europäische Zentralbank setzte ihn auf 1,3635 (1,3553) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7334 (0,7378) Euro.

mg/dpa-afx
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