Börse Dax schließt auf Dreijahreshoch

Die Aussicht auf steigende Unternehmensgewinne sowie nachlassende Sorgen um die Lage in Ägypten treiben die Indizes nach oben. Der Dax schloss auf Dreijahreshoch. In den USA erklimmt der Technologieindex Nasdaq den höchsten Stand seit zehn Jahren. Übernahmeofferten heben die Stimmung.
Bullenmarkt: Anleger greifen wieder zu, die Indizes klettern stetig nach oben

Bullenmarkt: Anleger greifen wieder zu, die Indizes klettern stetig nach oben

Foto: Frank Rumpenhorst/ picture alliance / dpa

New York / Frankfurt am Main - Die Aussicht auf höhere Dividenden hat am Montag die Anleger wieder an den deutschen Aktienmarkt gelockt. Der Dax kletterte um knapp ein Prozent auf 7283 Punkte und schloss damit so hoch wie seit gut drei Jahren nicht mehr.

Auch an den europäischen Börsen überwog der Optimismus. So stiegen der Stoxx50 und der EuroStoxx50 um je 0,8 Prozent. In London und Paris beliefen sich die Kursgewinne der Standardwerte ebenfalls auf je rund 1 Prozent.

Viele Börsianer führten die höheren Kurse auch auf die leichte Entspannung in Kairo zurück, die sich in rückläufigen Kosten für ägyptische Kreditausfallversicherungen niederschlug. "Dass sich die Lage in Ägypten nicht weiter verschlechtert hat, hilft ein wenig", fügte ein Händler hinzu. "Eine gewisse Verunsicherung geht davon aber weiter aus."

Lufthansa und Volkswagen legen deutlich zu

Dennoch konnten sich vor allem die Aktien einiger Fluggesellschaften erholen, die zuletzt wegen der Ausfälle im Sog der Krise unter Druck gewesen waren. Im Dax stiegen die Aktien der Lufthansa  um 2,7 Prozent und zählten damit zu den größten Dax-Gewinnern. Auch die Aktien von Volkswagen  starteten am Montag eine Aufholjagd.

Solarbranche: Solarworld sorgt für neuen Optimismus

Ansonsten kamen am Aktienmarkt die Bilanzen von Solarworld  und Drillisch im TecDax sowie Gea im MDax gut an. So stiegen Solarworld um 6,7 Prozent und zogen Q-Cells um 9,6 Prozent sowie Centrotherm und SMA Solar um je rund sieben Prozent in die Höhe. Der Solarboom hat dem Bonner Konzern unerwartet hohe Zuwächse beschert, woran die Aktionäre über eine höhere Dividende beteiligt werden sollen.

Der Mobilfunkanbieter Drillisch  will den Aktionären ebenfalls mehr Dividende zahlen, was den Aktienkurs um 5,7 Prozent in die Höhe trieb. Auch Anlagenbauer Gea erhöht die Dividende und wurde von den Aktionären entsprechend belohnt: Die Titel stiegen um über 6,2 Prozent. Wie der Dax notierte auch der TecDax auf einem Drei-Jahres-Hoch. Der MDax lag sogar so hoch wie seit November 2007 nicht mehr.

Adidas gefragt, Autowerte erholen sich

Im Dax gab es Gewinner quer durch alle Sektoren. Auffallend war das Plus von 3,6 Prozent bei Adidas. Der Sportartikelhersteller hatte nach Angaben von Konzernchef Herbert Hainer 2010 ein gutes Jahr und will 2011 weiter wachsen.

Höher im Kurs standen auch wieder einige Autowerte, die damit die Verluste der Vorwoche teils aufholten: so stiegen BMW um 3,5 Prozent und Daimler um 1,8 Prozent. VW legten drei Prozent zu.

Finanztitel klettern weiter

Die Aktien der Deutschen Bank setzten ihren Aufwärtstrend der Vorwoche im Schlepptau der Bilanzvorlage fort und stiegen um 1,3 Prozent. Auf europäischer Ebene ragten in Paris die Aktien von Credit Agricole mit einem Plus von 4,4 Prozent heraus. Die Bank benötige kein frisches Kapital, um die neuen, strengeren Kapitalvorschriften (Basel III) zu erfüllen, zitierte die Zeitung "Les Echoes" den Chef einer Regional-Bank, die Anteile an dem Finanzkonzern hält.

In Zürich kletterten die Aktien von Julius Bär nach der Anhebung der Dividende um 1,3 Prozent. Zweitgrößter Gewinner im Stoxx50 waren die Aktien von Nokia mit einem Plus von 2,8 Prozent. Laut Händlern feierte die Börse die Aussicht auf einen Umbau des Top-Managements bei dem Handyhersteller.

Nasdaq auf Zehnjahreshoch

Bereits am Freitag hatte der US-Leitindex Dow Jones auf dem höchsten Stand seit zweieinhalb Jahren geschlossen . Auch der Nasdaq Composite  legte weiter zu. Der Auswahlindex war auf einem Zehnjahreshoch ins Wochenende gegangen.

Händler verwiesen angesichts eines am Freitag vermeldeten Rückgangs der Arbeitslosigkeitsrate in den USA auf die Zuversicht der Anleger, dass sich die globale Wirtschaft weiterhin auf dem Wachstumspfad befindet. Mit dem Kupferpreis auf einem Rekordhoch sei dies auch an steigenden Rohstoffpreisen festzumachen.

Finanzwerte an der Spitze des Dow Jones

Finanzwerte standen an der Dow-Spitze, allen voran American Express mit plus 2,53 Prozent auf 44,93 US-Dollar. Bank of America verteuerten sich um 2,45 Prozent auf 14,64 Dollar. Händlern zufolge gibt es keine entscheidend wichtigen fundamentalen Nachrichten in dem Sektor. Allerdings sei das technische Bild positiv und locke Käufer an, sagte ein Börsianer.

Übernahmen: Danaher und AOL heben die Stimmung

Übernahmen waren indes eines der Hauptthemen an der Wall Street: Beckman Coulter sprangen nach einem Kaufangebot der Danaher Corporation um 9,75 Prozent auf 82,50 Dollar hoch. AOL verbilligten sich um 0,27 Prozent auf 21,88 Dollar. Der wieder von Time Warner abgespaltene Internetkonzern will die schnell wachsende Online-Zeitung "The Huffington Post" übernehmen.

Euro etwas schwächer

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 2,93 (Freitag: 2,90) Prozent. Der Rentenindex Rex rückte um 0,02 Prozent vor auf 122,19 Punkte. Der Bund Future legte um 0,06 Prozent zu auf 122,72 Punkte. Der Referenzkurs des Euro sank. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte ihn auf 1,3553 (1,3631) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7378 (0,7336) Euro.

Die Ölpreise haben am Montag nach ihren Verlusten am Ende der Vorwoche wieder etwas zugelegt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Auslieferung im März kostete im asiatischen Handel 100,30 Dollar. Das waren 47 Cent mehr als am Freitag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate kletterte um 24 Cent auf 89,27 Dollar.

rei/mg/dpa-afx/rtr
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