Börse Dow über 12.000 Punkten, Dax nahe Jahreshoch

An der Wall Street klettert der Dow Jones zeitweise über die Marke von 12.000 Punkten - das ist der höchste Stand seit 30 Monaten. Der Dax schließt deutlich über der Marke von 7100 Zählern und notiert nahe Jahreshoch. Industrie- und Autowerte verzeichnen satte Kursgewinne.
Händler an Wall Street: Der Leitindex Dow Jones hat eine wichtige Symbolmarke geknackt

Händler an Wall Street: Der Leitindex Dow Jones hat eine wichtige Symbolmarke geknackt

Foto: Corbis

Frankfurt am Main - Der Dax  schloss am Mittwoch 0,9 Prozent höher bei 7127 Zählern, nachdem er im Handelsverlauf sogar mit dem bisherigen Jahreshöchststand von 7165 Punkten geflirtet hatte. Abschläge bei den schwer gewichteten Versorgern bremsten aber im späten Handel die Aufwärtsbewegung.

Zu den größten Gewinnern zählten MAN  , ThyssenKrupp und der Chemiekonzern BASF  mit Aufschlägen zwischen 2,5 und 2 Prozent.

Spitzenreiter waren aber die Aktien von Volkswagen  , die nach ihrer Favoritenrolle 2010 im neuen Jahr in den vergangenen Tagen Federn lassen mussten. Die Aktien des Autobauers verteuerten sich nun aber nach einer Kurszielerhöhung von HSBC um 3,3 Prozent auf 118 Euro.

"Die Lust aufs Umschichten ist den Anlegern mittlerweile offenbar vergangen", sagte ein Händler. Die Analysten der HSBC sehen die VW-Vorzüge als Gewinner des angekündigten Zusammenschlusses mit Porsche und als Kandidaten für den EuroStoxx50.

Dow Jones zeitweise über 12.000 Zählern - Obama und Häuserdaten helfen

An der Wall Street sprang der Dow Jones  erstmals seit Juni 2008 wieder über die Marke von 12.000 Punkten. Unterstützung kam Börsianern in New York zufolge von der Rede von US-Präsident Barack Obama zur Lage der Nation, in der er eine Vereinfachung der Unternehmenssteuern in Aussicht gestellt hatte. Zudem fielen die US-Eigenheimabsätze im Dezember mit 0,329 Millionen höher aus als erwartet.

Für einen Dämpfer sorgten allerdings die Quartalszahlen von Boeing  . Der Flugzeugbauer vermeldete einen Gewinnrückgang und äußerte sich auch für 2011 pessimistisch. Die Boeing-Aktie fiel um 3,6 Prozent und bremste auch den Schwung des Dow Jones.

Versorger auf Talfahrt

Im Dax hielten die Titel der Versorger nach Aussagen von RWE-Chef Jürgen Großmann zur Geschäftsentwicklung die rote Laterne. Die Aktien von RWE  schlossen 1,2 Prozent schwächer bei 53,01 Euro. Eon  gaben um 1,8 Prozent auf 24,29 Euro nach.

Großmann hatte dem Deutschen Anleger Fernsehen gesagt, dass sich das Ergebnis 2011 bei relativ niedrigen Energiepreisen nicht verbessern könne. Mehrere Händler zeigten sich von der Kursreaktion überrascht, da sich der Konzern bereits zuvor zurückhaltend über die Aussichten für dieses Jahr geäußert hatte.

SAP-Aktie dreht nach Gewinnmitnahmen ins Plus

Für die Aktien von SAP  ging es nach anfänglichen Verlusten um 1,4 Prozent bergauf. Europas größter Softwarekonzern hatte starke Geschäftsergebnisse und einen optimistischen Ausblick abgeliefert. Die Papiere des SAP-Konkurrenten Software AG gingen 2,5 Prozent fester aus dem Handel.

Constantin Film nach Tod von Bernd Eichinger unter Druck

Abschläge hinnehmen mussten auch Constantin Medien: Nach dem Tod des Film-Produzenten Bernd Eichinger gaben die Papiere des Medienkonzerns im SDax 1,8 Prozent nach. Eichinger erlag nach Angaben des Unternehmens am Montag im Alter von 61 Jahren einem Herzinfarkt. Er produzierte in den vergangenen Jahren zahlreiche Filme für Constantin Film.

Diese von ihm gegründete Produktionsfirma ist eine Tochter des Schweizer Film- und Sportvermarkters Highlight Communications, der wiederum zum Konzern der Constantin Medien gehört. Highlight notierten 0,1 Prozent fester.

MDax: Sky setzt Höhenflug fort

Im MDax setzten die Papiere des Bezahlsenders Sky Deutschland ihren Höhenflug weiter fort und zogen an der Index-Spitze um 3,64 Prozent auf 2,88 Euro an. HHLA-Aktien  folgten mit einem Plus von 1,23 Prozent auf 33,20 Euro. Börsianer verwiesen auf einen Pressebericht, wonach sich der Hafenbetreiber Dubai Ports World (DP World) mit 25 Prozent am Betreiber des Hamburger Hafens beteiligen wolle. DP World konkurriere dabei mit China, die ebenfalls eine Beteiligung in dieser Höhe anstrebten, hieß es.

"Der Weg zu einer Beteiligung in dieser Größenordnung führt nur über die Stadt Hamburg, die 68,5 Prozent an HHLA halten", sagte ein Börsianer. "Angesichts der unklaren politischen Lage lässt sich aber nicht sagen, ob ein Verkauf in Frage kommt." Generell sei die Nachricht allerdings positiv, rücke sie doch den deutschen Hafenbetreiber als wohl attraktives Ziel erneut in den Fokus.

Euro zeitweise über 1,37 Dollar

Der Euro  ist in der Nacht zum Mittwoch zeitweise über die Marke von 1,37 Dollar gestiegen. Die Gemeinschaftswährung kostete in der Spitze 1,37 Dollar und damit so viel wie zuletzt Ende November 2010. Im frühen Handel gab der Euro wieder leicht auf 1,3692 Dollar nach. Ein Dollar war damit 0,7303 Euro wert. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Dienstag auf 1,3596 (Montag: 1,3571) Dollar festgesetzt.

mg/dpa-afx
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