Ausblick enttäuscht Philips-Aktie bricht trotz Gewinnsprung ein

Philips' Gewinn klettert im vierten Quartal um rund 80 Prozent, verfehlt aber die Erwartungen der Märkte. Die Investoren schicken die Aktie auf Talfahrt. Sie irritiert vor allem der kräftige Einbruch in der Unterhaltungselektronik und der sehr skeptische Ausblick des Vorstands.
Philips fällt ab: Vor allem mit seiner Sparte Unterhaltungselektronik hat der niederländische Konzern Probleme. Hier brach der Gewinn im vierten Quartal nahezu um die Hälfte ein

Philips fällt ab: Vor allem mit seiner Sparte Unterhaltungselektronik hat der niederländische Konzern Probleme. Hier brach der Gewinn im vierten Quartal nahezu um die Hälfte ein

Foto: epa anp Koen Suyk/ picture-alliance/ dpa

Amsterdam - Enttäuschende Geschäftszahlen haben die Aktien des niederländischen Elektronikkonzerns Philips  am Montag einbrechen lassen. Gegen 11 Uhr rutschten die Papiere um mehr als 6 Prozent auf 23,08 Euro ab, nachdem sie zuvor zeitweise auf ein Tagestief bei 22,72 Euro gefallen waren.

Analyst Sjoerd Ummels von der ING-Bank nannte die Bilanz für das vierte Quartal in einer ersten Einschätzung "alles in allem etwas enttäuschend". Vor allem das Geschäft mit der Unterhaltungselektronik sei bei Philips schwächer als erwartet ausgefallen. Zudem habe der Wettbewerber von Siemens  Hinweise geliefert, dass die Geschäfte in der Sparte auch im weiteren Verlauf des Jahrs "weiterhin gedämpft laufen werden". Siemens wird in dieser Woche seine Geschäftszahlen vorlegen.

Ein weitere Experte äußerte sich ebenfalls negativ zum Zahlenwerk des Elektronikkonzerns. Seiner Einschätzung nach verfehlte Philips beim Umsatz und beim Gewinn die Markterwartungen. Vor allem der Verkauf von Fernsehgeräten sei schwach ausgefallen.

Vorstand sorgt sich um "negatives Konsumklima" in Industrieländern

Ähnlich äußerte sich auch Konzernchef Gerard Kleisterlee in einem vor der Veröffentlichung der Quartalsbilanz aufgezeichneten Radio-Interview. Er sprach von einem "negativen Konsumklima in den entwickelten Märkten". Die Zurückhaltung der Verbraucher belaste das Geschäft. Dieser Trend werde 2011 anhalten, sagte der Manager.

In der Sparte Unterhaltungselektronik meldete Philips für das vierte Quartal beim Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) einen starken Rückgang im Jahresvergleich um 43 Prozent und verfehlte damit deutlich die Markterwartung.

Philips wies für das vierte Quartal unter dem Strich zwar einen Anstieg des Nettogewinns zum Vorjahreszeitraum von rund 80 Prozent auf 465 Millionen Euro aus. Der Konzern verfehlt damit aber die Markterwartungen deutlich. Der Umsatz legte um knapp 2 Prozent auf 7,4 Milliarden Euro zu, blieb damit aber ebenfalls hinter den Prognosen der Analysten zurück.

Auch die Lichtsparte erfüllte nicht die Erwartungen. Das Geschäft mit Medizintechnik florierte dagegen. Hier stieg der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen des Siemens-Konkurrenten um gut 15 Prozent auf 522 Millionen Euro.

rei/dpa/reuters
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