Börse Wall Street zieht Dax ins Plus

Anleger brauchen derzeit starke Nerven. Der Dax schließt mit Hilfe der US-Börsen knapp im Plus, nachdem er zeitweise unter die Marke von 7000 Zählern zu fallen drohte. Einen wilden Ritt vollzog die VW-Aktie, die es nach einem erneuten Kurseinbruch am Vormittag ebenfalls in die Gewinnzone schaffte.
Bald wieder steigende Kurse? Sowohl die US-Unternehmensberichte als auch die Konjunkturdaten fielen zuletzt gut aus

Bald wieder steigende Kurse? Sowohl die US-Unternehmensberichte als auch die Konjunkturdaten fielen zuletzt gut aus

Foto: Frank Rumpenhorst/ dpa

Frankfurt am Main - Angetrieben von Kursgewinnen in den USA und an europäischen Börsen hat der Dax  am Montag leichte Gewinne verbucht. Nach einem überwiegend schwächeren Handelsverlauf drehte der deutsche Leitindex kurz vor Börsenschluss ins Plus und schloss mit einem Aufschlag von 0,08 Prozent auf 7067 Punkte.

Intel gibt Startschuss für Hightechrally in den USA

Händler verwiesen mit Blick auf den freundlichen Dax-Schluss darauf, dass der US-Halbleiterkonzern Intel  seine Quartalsdividende und sein Aktienrückkaufprogramm aufstockt und der US-Aluminiumkonzern Alcoa von weiteren Nachfragesteigerungen aus Asien ausgeht. "Das gibt nicht nur den Börsen in den USA Auftrieb, sondern in ganz Europa", sagte einer der Börsianer.

Der EuroStoxx 50 gewann 0,29 Prozent auf 2979,06 Punkte. Die Aktienmärkte in Paris und London legten ebenfalls zu. Auch in den USA zeigten sich die wichtigsten Indizes zum europäischen Handelsschluss im Plus.

Siemens vor Hauptversammlung gefragt

Vor der Hauptversammlung des Industriekonzerns Siemens  stiegen dessen Aktien mit einem Plus von 1,62 Prozent auf 93,85 Euro an die Dax-Spitze. Damit ignorierten Siemens-Anleger die Bilanz des niederländischen Wettbewerbers Philips. Dieser hatte den Markt vor allem beim Geschäft mit Unterhaltungselektronik enttäuscht.

VW-Vorzugsaktie fährt Achterbahn

Mit einem Minus von zeitweise 4 Prozent gehörten die Vorzugsaktien von Volkswagen  am Vormittag noch zu den Schlusslichtern der ersten deutschen Börsenliga. Damit verloren sie den sechsten Tag in Folge. Dies ist die längste Negativ-Serie seit mehr als zwei Jahren. Börsianer verwiesen auf das knapp 86-prozentige Kursplus des Vorjahres und sprachen von anhaltenden Gewinnmitnahmen. Erst im späten Handel konnte die Aktie die Verluste komplett egalisieren und schloss auf Xetra schließlich als zweitbester Dax-Wert mit einem Plus von 1,5 Prozent.

Finanzwerte überwiegend fest

Die Anteilsscheine der Munich Re hingegen gewannen 0,69 Prozent auf 116,25 Euro. Der Markt für Katastrophenanleihen wird nach Einschätzung des weltgrößten Rückversicherers weiter wachsen. "Das Volumen neu emittierter Katastrophenbonds wird 2011 voraussichtlich 5,5 bis 6 Milliarden US-Dollar erreichen", hieß es.

RWE unter Druck

Die Aktien von RWE verloren 0,94 Prozent auf 54,74 Euro. Im Tarifstreit um höhere Löhne für die Beschäftigten des Düsseldorfer Versorgers sind nach Verdi-Angaben erstmals auch Atomkraftwerke bestreikt worden. Bundesweit hätten insgesamt rund 4500 Beschäftigte einen Tag vor der sechsten Tarifrunde ihre Arbeit niedergelegt.

Im MDax stiegen die Douglas-Aktien um 1,61 Prozent auf 39,64 Euro zu und profitierten von einem Bericht der Zeitschrift "Focus", dass Erwin Müller, der Gründer und Chef der gleichnamigen Drogeriemarktkette, seine Beteiligung an Douglas von 6,35 Prozent auf mehr als 10 Prozent aufgestockt hat und weiter steigern will.

Euro klettert weiter, Ölpreis leicht erholt

Am deutschen Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 2,83 (Freitag: 2,82) Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,11 Prozent auf 122,78 Punkte, der Bund Future verlor 0,15 Prozent auf 123,94 Punkte.

Der Kurs des Euro in Dollar  legte bis zum Abend weiter auf 1,3657 Dollar zu. Die EZB hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,3571 (1,3521) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7369 (0,7396) Euro.Die Ölpreise sind am Montag gestiegen.

Ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte West Texas Intermediate zur Auslieferung im März kostete am Morgen 89,61 Dollar und damit 50 Cent mehr als am Freitag. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent legte um 53 Cent auf 98,13 Dollar zu.

mg/dpa-afx
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