Börse Dow zieht Dax ins Plus

China tritt erneut auf die Konjunkturbremse - und hat damit Anleger verunsichert. Gewinne an der Wall Street sorgen jedoch dafür, dass der Dax hauchdünn im Plus schließt - und Kurs auf 7100 Zähler nimmt.
Schwankungsanfällig: Der Dax drehte erst kurz vor Handelsschluss ins Plus

Schwankungsanfällig: Der Dax drehte erst kurz vor Handelsschluss ins Plus

Foto: REUTERS

Frankfurt am Main - Nach der Ankündigung Chinas, den Banken zum siebten Mal in Folge Geld für die Kreditvergabe zu entziehen, rutschte der Dax  zeitweise ins Minus. Die freundliche Tendenz an der Wall Street verhalf dem Index jedoch zuletzt wieder in positives Terrain, der Index notierte zum Xetra-Schluss bei 7075 Zählern und damit nur 12 Punkte unter seinem Dezember-Hoch.

Auf Wochensicht legte der Dax um 1,8 Prozent zu. Der MDax der mittelgroßen Werte verabschiedete sich mit einem Tagesgewinn von 0,09 Prozent bei 10 301,05 Punkten aus dem Handel. Lediglich der TecDax verlor 0,14 Prozent auf 879,80 Punkte.

ThyssenKrupp unter Druck: Finanzvorstand geht

Die Anteilsscheine von ThyssenKrupp büßten am Dax-Ende 3,20 Prozent auf 30,70 Euro ein. Sie litten darunter, dass Finanzvorstand Alan Hippe den Stahlkonzern Ende März auf eigenen Wunsch verlassen wird. Am Markt wurde über einen Wechsel zum Autokonzern Daimler spekuliert, was dieser jedoch prompt dementierte.

Der Kali- und Salzhersteller K+S rechnet wegen einer Beschädigung der Schachtfördereinrichtung im Kaliwerk Sigmundshall mit Produktionseinbußen, was zu Kursverlusten von 1,77 Prozent auf 55,50 Euro führte.

Gerüchte um Demag Cranes

Im MDax sorgten Übernahmegerüchte beim Kranbauer Demag Cranes für Kursgewinne von 1,58 Prozent auf 38,50 Euro. Dass der US-Konkurrent Terex 45 Euro je Demag-Aktie bieten könnte, klinge aber wie ein "typisches Freitags-Gerücht" meinte ein Händler. Die Amerikaner waren schon vergangenes Jahr als Übernahmeinteressent gehandelt worden.

Intel sorgt für Auftrieb bei Chipwerten

Eine erneute Rekordbilanz des weltgrößten Chipherstellers Intel  gab Aktien aus dem Technologie-Sektor Auftrieb. Zudem überzeugte auch Intels Ausblick auf das erste Quartal die Marktteilnehmer. Das Papier des deutschen Halbleiterkonzerns Infineon  stieg um 1,55 Prozent auf 7,340 Euro. An der TecDax-Spitze rückten die Anteilsscheine des Schaltkreis- Herstellers Dialog Semiconductor um 2,51 Prozent auf 18,80 Euro vor.

Drägerwerk sackt ab

Dagegen ließ die überraschende Zahlenvorlage von Drägerwerk die Aktien um 3,05 Prozent auf 61,700 Euro absacken. Der Medizin- und Sicherheitstechnik-Hersteller hat 2010 dank hoher Nachfrage und eines Sparprogramms zwar deutlich mehr umgesetzt und verdient als vor einem Jahr. 2011 werde das Tempo beim Umsatzwachstum allerdings nicht anhalten und der operative Gewinn könnte sinken, warnte das Unternehmen.

Euro etwas schwächer

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 2,69 (Vortag: 2,64) Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,35 Prozent auf 123,49 Punkte. Der Bund Future stieg um 0,08 Prozent auf 124,74 Punkte.

Der Kurs des Euro sank auf 1,3330 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,3349 (Donnerstag: 1,3199) Dollar festgesetzt und der Dollar damit 0,7491 (0,7576) Euro gekostet.

Ölpreis knapp unter 100-Dollar-Marke

Die Ölpreise haben auch am Freitag auf hohem Niveau notiert. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Auslieferung im Februar kostete im frühen Handel 98,38 Dollar. Das waren 32 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) sank indes um 27 Cent auf 91,13 Dollar.

mg/la/rtr/dpa-afx
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