Wertpapierhandel Dax steigt, Dow fällt

Der Dax hat am Donnerstag Standfestigkeit bewiesen und bleibt in Reichweite seines Dezemberhochs. Damit schlug sich Deutschlands wichtigster Aktienindex deutlich besser als der Weltleitindex Dow Jones in New York. Zum Gewinner des Börsentages avancierte aber der Euro.
Gespanntes Warten: Werden Spanien und Italien ihre Anleihen ebenso wie Portugal erfolgreich platzieren?

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Foto: Frank Rumpenhorst/ dpa

Frankfurt am Main - Frankfurt am Main - Der deutsche Aktienleitindex Dax  hat sich heute auf seinem Vortagsniveau stabilisiert. Der Leitindex stieg leicht um 0,1 Prozent auf 7075 Zähler. Der MDax  der mittelgroßen börsennotierten hiesigen Aktiengesellschaften hingegen verlor 0,2 Prozent auf 10.292 Punkte, der technologielastigere TecDax gab 0,8 Prozent auf 881 Zähler ab. Analyst Ben Potter von IG Markets hob hervor, dass der gute Emissionsverlauf portugiesischer Staatsanleihen am Vortag dem Markt wieder etwas Vertrauen gegeben habe.

Ein Euro  kostete am Abend 1,3368 Dollar und damit deutlich mehr als am Nachmittag. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte einen Referenzwert von 1,3199 Dollar festgelegt. Händlern zufolge habe EZB-Präsident Jean-Claude Trichet maßgeblich zum Auftrieb der Währung beigetragen. Trichet sieht in der Euro-Zone inzwischen einen höheren Inflationsdruck, eine Leitzinserhöhung wird somit wahrscheinlicher. Auf der heutigen EZB-Sitzung blieb der Leitzins von 1,0 Prozent aber weiter unangetastet.

In New York tendierte die Wall Street nach schlechter als erwartet ausgefallenen US-Arbeitslosenzahlen im Verlauf knapp behauptet. Im Handel wurde von kleineren Gewinnmitnahmen berichtet. Das dortige Börsenleitbarometer, der Dow-Jones-Index , fiel um knapp 0,2 Prozent auf 11.737 Zähler, der Composite-Index  der Technologiebörse Nasdaq  notierte nahezu unverändert bei 2789 Punkten. Die Zahl der Erstanträge auf Leistungen der US-Arbeitslosenversicherung war in der Woche zum 8. Januar überraschend gestiegen. Auf saisonbereinigter Basis wurde ein Anstieg um 35.000 verzeichnet. Befragte Volkswirte hatten hingegen einen Rückgang um 2000 vorhergesagt. Der Arbeitsmarkt ist weiterhin die Achillesferse des wirtschaftlichen Aufschwungs in den USA.

Im Dax waren SAP-Aktien  heute oben auf. Der Softwarekonzern SAP hat im abgelaufenen Geschäftsjahr die eigene Umsatzerwartung übertroffen, die Einnahmen aus Softwareverkäufen kletterten währungsbereinigt gegenüber dem Vorjahr um etwa 13 Prozent. Der SAP-Aktienkurs  stieg um 3,5 Prozent auf 40,40 Euro. Allianz-Titel  machten 3,2 Prozent auf 95,00 Euro gut, Eon-Anteilsscheine  gewannen 2,6 Prozent auf 23,62 Euro. Am anderen Ende gaben Volkswagen-Papiere  3,6 Prozent auf 125,70 Euro ab, der Kurs der HeidelbergCement-Aktie  fiel um 3,3 Prozent auf 47,36 Euro.

Ölpreis nimmt Kurs auf 100 Dollar

Im MDax  gerieten die Aurubis-Titel unter erheblichen Abgabedruck. Ihr Preis sank um 8 Prozent auf 42,10 Euro. Der Kupferhersteller hatte am Donnerstag die im Zuge seiner Kapitalerhöhung ausgegebenen rund 4,1 Millionen Aktien zu einem Preis von je 41,50 Euro bei institutionellen Anlegern im In- und Ausland platziert. Den Emissionserlös bezifferte das Unternehmen auf 169,6 Millionen Euro. Das Geld soll in den Ausbau des Geschäfts fließen.

Die deutschen Staatsanleihen haben sich am Donnerstag etwas von ihrem Kursrutsch am Vortag erholt. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future legte am Abend um 0,04 Prozent auf 124,74 Punkte zu. Die Aussagen von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet hatten den Future zwischenzeitlich bis auf 124,27 Punkte gedrückt. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag zuletzt bei 3,052 Prozent.

Die Ölpreise haben sich auf hohem Niveau gehalten. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent  zur Auslieferung im Februar kostete im frühen Handel 98,34 Dollar. Das waren 22 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um vier Cent auf 91,90 Dollar.

Unterstützung erhalten die Ölpreise derzeit zum einen von der Angebotsseite. So sind die Temperaturen im energiehungrigen Nordosten der USA zuletzt wieder gesunken. Auch die US-Rohölbestände waren in der vergangenen Woche rückläufig. Zudem nennen Experten das aktuell hohe Anlegerinteresse als Preistreiber. Marktbeobachter rechnen kurzfristig mit weiteren Kursgewinnen, weswegen viele Investoren zukaufen.

kst/rtr/dpa-afx/afp

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