Anleger in Sorge Dax sackt unter die 6900-Punkte-Marke

Schwarzer Tag für den Dax: Zu Beginn der zweiten Handelswoche 2011 gab der deutsche Leitindex deutlich nach und fiel mit 6836 Punkten auf den tiefsten Stand des neuen Jahres. Selbst die Weltleitbörse in den USA ist in den Abwärtsog aus Europa geraten - und in die Zitterpartie um den Euro.
Bankentürme in Frankfurt: Die Papiere der Institute stehen wegen der Euro-Schuldenkrise unter Druck

Bankentürme in Frankfurt: Die Papiere der Institute stehen wegen der Euro-Schuldenkrise unter Druck

Foto: Getty Images

Frankfurt am Main - der deutsche Leitindex am Montag deutlich nach und fiel mit 6836 Punkten auf den tiefsten Stand des neuen Jahres. Frankfurter Börsenhändler sagten, der Fall unter die 6900-Punkte-Marke habe zahlreiche automatische Verkaufsorders ausgelöst. Das habe den Markt nach unten gezogen. Der Dax  schloss mit einem Minus von 1,3 Prozent bei 6.857 Punkten. Der MDax  der mittelgroßen Werte büßte 1,7 Prozent auf 9904 Zähler ein, der TecDax  1,5 Prozent auf 856 Punkte.

Erneute Zweifel an der Finanzkraft von Ländern der Euro-Zone haben am Montag die US-Börsen belastet. Die Verunsicherung, ob mit Portugal ein weiteres Euro-Land Hilfen aus dem Rettungsschirm von EU und IWF beantragen muss, überschattete gute Nachrichten der Unternehmen. Der Dow-Jones-Index  der Standardwerte gab bis zum Mittag New Yorker Zeit knapp 0,5 Prozent auf 11.624 Punkte nach. Der breiter gefasste S&P-500 fiel um 0,4 Prozent auf 1267 Zähler.

Nach dem Kursrutsch des Euro  zum Dollar  seit Jahresbeginn hat sich die Gemeinschaftswährung am Montag etwas stabilisiert. Gegen 18.00 Uhr kostete sie 1,2942 Dollar. Die Europäische Zentralbank legte am Montag einen Referenzkurs von 1,2903 Dollar fest. "Der Euro wird seit dem Jahresanfang von den in Kürze bevorstehenden Bondauktionen belastet. Er hat heute eine technische Gegenbewegung vollzogen", sagte ein Händler. Im Blick des Markts stehe weiterhin die Schuldenkrise in der Euro-Zone. In dieser Woche werden in der Eurozone Bonds für 24 Milliarden Euro verkauft, unter anderem von Portugal am Mittwoch.

Im Dax standen vor allem Commerzbank-Titel  unter Druck. Die Aktie verlor 3,2 Prozent auf 5,41 Euro. Aber auch die übrigen hiesigen Bank-Papiere fanden ich am Ende des Kurszettels wieder. Die Anteilsscheine der Deutschen Bank  beispielsweise büßten 1,76 Prozent auf 40,48 Euro ein. Nicht zuletzt die Sorge vor einer neuerlichen Verschärfung der Lage in der Euro-Zone und der möglichen Spannung vor den anstehenden Finanzierungsversuchen Portugals am Mittwoch dieser Woche habe dazu beigetragen, glauben Händler. Besonders betroffen waren dann heute auch die Kurse der Finanztitel in Portugal selbst.

Auch die Bankaktien in Portugal selbst sind dadurch bereits heftig ins Hintertreffen geraten. Die Papiere der größten portugiesischen Bank Millennium bcp sanken im Vormittagshandel um 6 Prozent und notierten zeitweise so niedrig wie nie zuvor. Die Aktien der zweitgrößten Bank BES gaben 3,7 Prozent ab und kosteten mit 2,56 Euro so wenig wie seit September 2001 nicht mehr, während die Titel der Nummer Drei, der Banco BPI, sich um 4,4 Prozent verbilligten und mit 1,26 Euro den niedrigsten Stand seit 16 Jahren erreichten.

Im MDax  profitierten Symrise-Aktien  an der Spitze mit einem Plus von 2,69 Prozent auf 20,230 Euro von neuen Übernahmebewegungen im Sektor. Der US-Chemiekonzern DuPont will den dänischen Anbieter von Lebensmittelzusatzstoffen Danisco für 6,3 Milliarden Dollar oder umgerechnet rund 4,9 Milliarden Euro kaufen.

Lanxess-Papiere  rutschten dagegen um 4,56 Prozent auf 53,11 Euro ab. Börsianer verwiesen auf ein Interview mit Konzernchef Axel Heitmann in der "Bild"-Zeitung. Er sehe die Wirtschaft in diesem Jahr skeptisch. Der Chef des Spezialchemiekonzerns hat einem Händler zufolge aber nichts Konkretes zur Entwicklung bei Lanxess selbst gesagt. Ihm gegenüber habe sich der Konzern zuversichtlich für 2011 geäußert. Der Händler sah die Aussagen daher eher als Bremsmanöver vor den anstehenden Lohnverhandlungen.

Am Rentenmarkt sank die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 2,53 (Freitag: 2,56) Prozent. Der Rentenindex Rex legte um 0,07 Prozent auf 124,99 Punkte zu. Der Bund Future gewann 0,06 Prozent auf 126,21 Punkte.

cr/rtr/dpa
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