Börse Banktitel ziehen Dax ins Minus

Der Dax verzeichnet am Montag deutliche Verluste. Vor allem Bankaktien stehen wegen der Sorge um die Euro-Zone unter Druck. Auch der Euro leidet unter der Schwäche Portugals.
Schwacher Wochenauftakt: Bankentitel unter Druck

Schwacher Wochenauftakt: Bankentitel unter Druck

Foto: A3471 Boris Roessler/ dpa

Frankfurt am Main - Der Dax  stand am Mittag mit 0,92 Prozent im Minus bei 6884,19 Punkten. In der ersten Woche des Jahres hatte der deutsche Leitindex ein halbes Prozent zugelegt. Der MDax  mittelgroßer Werte sackte um 1,37 Prozent auf 9936,80 Punkte ab, für den TecDax  ging es um 0,89 Prozent auf 861,52 Punkte runter.

Händler verwiesen auf Sorgen vor einer weiteren Verschärfung der Lage in der Euro-Zone mit einer am Mittwoch anstehenden Anleiheauktion in Portugal. Auch Berichte vom Wochenende, dass das Land unter den Rettungsschirm gedrängt werden könnte, belasteten. Marktanalyst David Buik von BGC Partners in London sagte: "Es setzt sich mehr und mehr die Meinung durch, dass Portugal die weiße Fahne schwenken und ein den Rettungsschirm akzeptieren sollte." Das gelte trotz des Hinweises, dass Portugal noch solvent sei.

Zuvor hatte ein schwacher Arbeitsmarktbericht die US-Börsen belastet und auch schon im Dax seine Spuren zum Wochenende hinterlassen. Der Future auf den US-Leitindex Dow Jones verlor aber 0,01 Prozent seit dem Xetra-Schluss am Freitag.

Börsianer erwarte eine abwechslungsreiche Woche. Nach Handelsschluss in den USA startet die US-Berichtssaison traditionell mit den Zahlen von Alcoa . Zudem stünden in der Woche noch zahlreiche Konjunkturdaten auf der Agenda, die bewegen dürften.

Commerzbank Dax-Schlusslicht

Bankenwerte standen unter Druck, wobei Commerzbank-Aktien  mit minus 1,89 Prozent auf 5,49 Euro am Dax-Ende standen und Deutsche-Bank-Titel  1,55 Prozent einbüßten. Händler verwiesen auf die negativen Vorgaben für Banken wegen der Schwäche des Sektors in den USA am Freitag. Hinzu komme die Sorge um die Eurozone. Dabei könnte sich der einstige Risikokredit an den fränkischen Autozulieferer Schaeffler für die Commerzbank laut der Zeitung "Die Welt" für die beteiligten Banken zu einem Milliardengeschäft entwickeln. Allein der Commerzbank stehen nach Informationen der Tageszeitung aus Finanzkreisen rechnerische Zinszahlungen von rund einer halben Milliarde Euro pro Jahr zu, die allerdings zu großen Teilen erst in mehreren Jahren fällig werden.

An der Dax-Spitze gewannen BASF  0,51 Prozent auf 57,39 Euro. Die Analysten der Citigroup hoben das Ziel für die Papiere des Chemiekonzerns von 60 auf 67 Euro an und blieben bei der Einstufung "Buy". Die Aktien des Chemiekonzerns waren damit der einzige von 30 Werten mit einem Kursplus.

Adidas-Titel  reagierten wie erwartet nicht auf einen Bericht in einem Magazin. Der Sportartikelhersteller will bis 2015 den Umsatz der Gruppe um bis zu 50 Prozent auf 17 Milliarden Euro steigern, bekräftigte Vorstandschef Herbert Hainer frühere Aussagen erneut im Nachrichtenmagazin "Focus". Adidas wolle dabei im Konkurrenzkampf schneller wachsen als der Hauptkonkurrent und Branchenprimus Nike aus den USA. Ein Börsianer sagte: "Das Interview beinhaltet nichts Neues." Die Aktie verlor 1,23 Prozent.

Symrise profitiert von Danisco-Übernahme durch Dupont

Im MDax profitierten Symrise  an der Spitze mit einem Plus von 2,69 Prozent auf 20,23 Euro von neuen Übernahmebewegungen in dem Sektor. Händler verwiesen auf die Übernahme des dänischen Konkurrenten Danisco durch den US-Chemiekonzern Dupont für 6,3 Milliarden Dollar (rund 4,9 Mrd Euro). Das werfe ein positives Licht auf den gesamten Sektor, hieß es.

Unter Druck gerieten unterdessen Gildemeister-Papiere  mit einem Abschlag von 5,59 Prozent auf 15,7 Euro. Händler konnten hier keine fundamentalen Gründe für das Minus verantwortlich machen. Sie sprachen von technischen Gründen, nachdem die Aktie wichtige Unterstützungen verletzt habe. Daraufhin hätten Gewinnmitnahmen eingesetzt und eine große Verkaufsorder erlaube es den Aktien bisher nicht, sich wieder zu erholen. Sorgen um eine mögliche Kapitelerhöhung seien vom Unternehmen ausgeräumt worden, hieß es.

Singulus  profitierten im TecDax von einem Auftrag in der Solarsparte und gewannen 3,21 Prozent auf 4,34 Euro. Analyst Tobias Loskamp von Kepler Equities verwies darauf, dass das Geschäft des Unternehmens mit Blu-Ray-Discs am Markt auf wenig Skepsis stoße, wogegen ein Erfolg im Solarbereich in Frage gestellt werde. Der heutige Auftrag selbst komme zwar nicht unerwartet, das Auftragsvolumen sei aber eine positive Überraschung. Q-Cells-Aktien erholten sich um 2,58 Prozent auf 2,39 Euro. Händler verwiesen auf eine Prognoseerhöhung von LDK Solar als positiven Impuls.

Leck in Pipeline lässt Ölpreis steigen

Die wieder aufflammende Schuldenkrise hat den Euro  zu Wochenbeginn auf den tiefsten Stand seit rund vier Monaten gedrückt. In der Nacht zum Montag fiel der Euro auf bis zu 1,2886 Dollar - dies ist der tiefste Stand seit Mitte September 2010. Ein Dollar war damit 0,7760 Euro wert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitag noch auf 1,2961 (Donnerstag: 1,3091) Dollar festgesetzt.

Ein Leck in einer wichtigen Pipeline in Alaska hat am Montag den Ölpreis kräftig in die Höhe getrieben. Ein Barrel der US-Sorte WTI kostete im asiatischen Handel mit 89,98 Dollar zeitweise 2,2 Prozent mehr als am Freitag. Nordseeöl der Sorte Brent wurde mit bis zu 94,70 Dollar 1,5 Prozent teurer gehandelt.

mg/dpa-afx
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